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Während manche einem ganz gewöhnlichen Montagmorgen frönen...

Nachdem es am Wochenende ununterbrochen geregnet hatte, nutzte ich Montagvormittag den Moment der Ruhe am Himmel, um frische Luft zu schnappen. Es wehte eine angenehme Brise durch den Reuß-park. Es war ruhig und ein laues Lüftchen wehte. Hier oben war alles wie immer. Ich spazierte Richtung Stadt. Es hieß, das Wasser sei über die Elster getreten, die Nachrichten am Morgen waren voll damit. Ich wollte mir selbst ein Bild davon machen. Bis zur Berliner Straße begleitete mich diese anfängliche und gewöhnliche Ruhe eines Montagvormittages. Dort angekommen, merkte ich ein erstes mulmiges Gefühl in der Magengegend. Anders als sonst versuchten sich unzählige Autos den Weg zu bahnen, es glich einer Großstadt zur Rush Hour. Da, die ersten Sirenen waren deutlich zu hören. Dennoch, die Menschen auf den Gehwegen schienen dem Alltag zu folgen. Ich ging die Clara-Zetkin-Straße hinunter. Unzählige Autos verstopften den Puschkinplatz - für die Rettungsfahrzeuge war kaum ein Durchkommen in Sicht. Ich lief Richtung Theater, danach zu den Arcaden. In sämtlichen Richtungen versperrte das Wasser den Weg in Richtung Elster. 
 Überall dort, wo das Wasser sich den Weg gen Innenstadt bahnte, herrschte ein reges Treiben. Es war ein regelrechter Hochwassertourismus ausgebrochen. Ich fragte mich, ob jene „Touristen” das Leid der Betroffenen erahnen. Denn während die einen, einem ganz gewöhnlichen Montagmorgen frönten und sich an der Außergewöhnlichkeit dieses Tages - den Wassermassen - ergötzten, mussten die anderen um ihr Hab und Gut bangen. Am Abend schaute ich mir die Bilder im Internet und im Fernsehen an, erst aus der Luft wurde das Ausmaß wirklich erkennbar. 
Ich machte mich am Dienstag erneut auf den Weg. Ich wollte wissen, wie es in der Stadt aussieht, es hieße, das Wasser sei zurückgegangen. Und während ich am Montag noch ab halber Höhe erste Anzeichen einer Ausnahmesituation verspüren konnte, wehte nun gänzlich wieder der Alltagswind. Erst am Hofwiesenpark zeichneten sich die Folgen des Wassers ab. „Vollsperrung - Verletzungs- und Lebensgefahr” steht es an den verschlossenen Toren geschrieben. Ich passierte die Gutenbergstraße. Das Wasser war weg, doch Berge von Sandsäcken türmten sich an der Straße entlang - Überbleibsel vom Tag zuvor, um das Schlimmste zu verhindern. Überall begannen die Einwohner, Geschäftsinhaber und Helfer mit den Aufräumarbeiten. 
Es wird wohl Tage, Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern, bis die Schäden beseitigt sind.

( Fanny Zölsmann, 07.06.2013 )

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