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Buch-Initiative gegen Misshandlung

Jedes Jahr werden Jungen und Mädchen Opfer sexueller Gewalt. Die Statistik des Geraer Kinderschutzdienstes zeigt im Verlauf der vergangenen drei Jahre einen kontinuierlichen Anstieg. Allein 2012 arbeitete die Beratungsstelle für Mädchen und Jungen, die sexuelle, körperliche, seelische Gewalt und Vernachlässigung erlebt haben, in 79 von insgesamt 139 Fällen zu diesem Thema.

Experten gehen zusätzlich von einer beträchtlichen Dunkelziffer aus. Mit einer gemeinsamen Initiative wollen die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Kinder- und Jugendschutz Thüringen und die Techniker Krankenkasse (TK) hier entgegenwirken.

Die TK stellt dazu insgesamt 8.000 Pixi-Bücher zur Präventionsarbeit kostenlos zur Verfügung. Die 25 Schüler einer zweiten Klasse der Wilhelm-Busch-Grundschule Gera erhielten im Rahmen einer Präventionsveranstaltung des Kinderschutzdienstes Gera einen Klassensatz der Bücher „Lena sagt Nein!“ und „Ben sagt Nein!“. Die wesentlichen Kernaussagen der Bücher lauten: „Mein Körper gehört mir.“, „Ich vertraue auf mein Gefühl.“, „Ich darf Nein sagen und mir Hilfe holen.“ Damit wird Kindern altersgerecht und geschlechtsspezifisch das sensible Thema der sexuellen Grenzverletzung vermittelt.

„Die physischen und psychischen Folgen begleiten Missbrauchsopfer oft ein Leben lang. Um Kindern Mut zu geben, ‚Nein‘ zu sagen und sich dadurch zu schützen, unterstützt die TK die Präventionsarbeit im Freistaat“, erklärte Teresa Urban, Sprecherin der TK in Thüringen. „Lehrmaterialien, die sich mit Missbrauch und Gewalt gegen Kinder auseinandersetzen, sind rar. Daher stellen wir die Pixi-Bücher, die das Thema kindgerecht behandeln, im ganzen Freistaat bereit.“ Präventionsarbeit soll die Kinder bestärken, ihrem Gespür für Gefahren und Grenzen zu vertrauen.

Gemeinsam mit den Sozialpädagoginnen des Kinderschutzdienstes Gera haben die Grundschüler die Geschichte von Ben gelesen und besprochen. Der Junge empfindet es als unangenehm, dass ein Bekannter der Familie ihn beim Fußballspielen ungefragt fotografiert und daraus auch ein Geheimnis machen möchte. Die Mädchen und Jungen haben darüber hinaus erarbeitet, welche Menschen sie ansprechen und um Hilfe bitten können. Dabei spielen Eltern, Verwandte, Lehrer und Erzieher eine wichtige Rolle.

Der Kinderschutzdienst Gera bietet interessierten Kitas, Schulen und Vereinen auf Anfrage kostenlose Präventionsveranstaltungen und Elternabende sowie für interessierte Fachkräfte Fortbildungen zu den Themen Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung an. Die Beratungsstelle in der Lobensteiner Straße 49 ist von Montag bis Freitag, 9 bis 16 Uhr, unter 
5523020 erreichbar. 

( Gera (NG), 16.05.2013 )

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