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Reinrennen, wo andere rausrennen

Tierarzt, Schauspieler, Astronaut - dies sind so die gängigen Antworten, wenn man Kinder nach ihren späteren Berufswünschen fragt. Und noch eine Antwort hört man - speziell bei den Jungs - nicht selten: Feuerwehrmann!

In einer roten Uniform, mit Helm auf dem Kopf und Wasserschlauch in der Hand stellt sich da so mancher ein feuriges Abenteuer vor. Aber nicht nur der Gang durch‘s Feuer gehört zu den Aufgaben der Hilfsorganisation mit der bekannten Rufnummer 112: Retten, Löschen, Bergen und Schützen: dies sind die vier Schlagwörter, deren sich jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau bewusst sein sollte - sowohl in der Berufs- als auch in der Freiwilligen Feuerwehr. Eine von zehn Freiwilligen Feuerwehren in Gera ist die Freiwillige Feuerwehr Gera-Liebschwitz. Wie in der Bezeichnung ersichtlich, wirken auch hier so genannte Einsatzkräfte, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit für das Wohl und die Sicherheit ihrer Umwelt und Mitmenschen einsetzen.

In der Liebschwitzer Feuerwehr  sind es aktuell 27 dieser Einsatzkräfte, hinzu kommen sechs aktive Mitglieder bei der Jugendfeuerwehr - auch ein Mädchen ist dabei. Gestützt wird die Arbeit vom Feuerwehrverein Gera-Liebschwitz mit über 40 Mitgliedern. Jeden dritten  Freitag trifft man sich zur praktischen Ausbildung - schließlich muss man immer für den Ernstfall gerüstet sein. Dieser trat im letzten Jahr relativ häufig ein. „Im Schnitt sind es aber zwischen 25 und 30 Einsätze im Jahr - vom Verkehrsunfall, über den Wohnungsbrand bis hin zu größeren Dachbränden“, weiß Wehrführer Steffen Höntsch die Lage einzuschätzen. Einsatzgebiet ist dabei vorwiegend der Süden unserer Stadt, doch natürlich steht die Liebschwitzer Feuerwehr auch im gesamten Stadtgebiet helfend zur Seite.

Die Einsätzkräfte sind bestens geschult, körperliche Fitness und regelmäßige Gesundheitschecks gehören ebenso dazu wie theoretische Schulungen und der richtige Umgang mit dem Equipment. „Momentan sind wir auf Stand in Sachen Material und Technik“, so Steffen Höntsch. Dieser Stand beinhaltet neben der Grundausrüstung, Schutzkleidung und Funkmeldeempfängern auch vier voll ausgestattete Einsatzfahrzeuge. Neben einem Löschgruppenfahrzeug, einem Schlauchwagen und dem Einsatzleitwagen wird von  der FF Gera-Liebschwitz seit kurzem auch ein Tanklöschfahrzeug mit immerhin 4.500 Liter Wasser und 500 Liter Schaum besetzt. Selber fahren können diese Mehrtonner über die Hälfte der Einsatzkräfte in Liebschwitz. Genau wie die Lehrgänge und die komplette Ausrüstung wird auch diese Fahrerlaubnis kostenlos durchgeführt und zur Verfügung gestellt. „In einem Sportverein gibt es oft zunächst Beiträge, bevor etwas beginnt - bei uns ist das nicht so“, erklärt Steffen Höntsch, seit 1993 Mitglied bei der FF Liebschwitz.

Trotz solcher Begünstigungen, einer abwechslungsreichen, spannenden Beschäftigung und dem humanitären Gedanken, anderen etwas Gute zu tun, sieht Höntsch noch Potential bei der Gewinnung neuer Mitstreiter. „Viele Leute wissen oft nicht, dass man sich engagieren kann. Das ist die Hürde, die wir Interessenten häufig nur im persönlichen Gespräch nehmen können“, so auch die Einschätzung von Andreas Lippold, seit sieben Jahren stellvertretender Wehrführer.

Die Grundvoraussetzungen sind dabei ziemlich simpel: Ein Mindestalter von 16 Jahren, viel Eigeninitiative, Teamfähigkeit und  Verantwortungsbewusstsein sind von Nöten. Dazu etwas technisches Interesse, eine solide, körperliche Fitness und die gewisse Neugier - mehr braucht es nicht. „Nach einem absolvierten Grundlehrgang, welcher an sechs Wochenenden bei der Berufsfeuerwehr stattfindet, ist man bereits befähigt, als Einsatzkraft mitzuwirken“, formuliert es Steffen Höntsch. Neben der Zusammenarbeit bei einem Einsatz ist auch die Geselligkeit und Kameradschaft innerhalb der Mannschaft hervorzuheben. Gemeinsame, Sportaktivitäten, Ausflüge, Gruppenabende: das zeichnet die Kameraden unterschiedlichen Alters aus. Und auch der zeitliche Aspekt, welcher doch manchen Interessenten abschreckt, ist eigentlich unbegründet: „Mit zwei bis drei festen Veranstaltung im Monat bedarf es meist weniger Zeit als in so manch anderem Verein“, erklärt Andreas Lippold und fügt hinzu, dass gerade das ehrenamtliche Engagement bei der Feuerwehr bei vielen Arbeitgebern auf offene Ohren stößt. Um die praktischen Erfahrungen und die verschiedenen Aufgaben bei einer Feuerwehr schon im jungen Alter zu vermitteln, hat die FF Gera-Liebschwitz vor drei Jahren eine Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen. Ähnlich wie bei den anderen vier Jugendwehren in unsere Stadt werden die „kids“ im Umgang mit Brandschutz und Vorbeugung geschult.

Aller zwei Wochen treffen sich die Jugendlichen und erfahren Spannendes und Informatives rund um das Thema Feuerwehr. „Wir haben zehn Plätze in unserer Jugendwarte und sechs sind bereits vergeben. Wer also neugierig und nicht jünger als neun Jahre ist, sollte sich rasch bei uns melden“, ruft Andreas Lippold zum Mitmachen auf. Egal ob Jugendfeuerwehr oder Einsatzkraft - für alle Interessenten gilt die Faustformel: Einfach anrufen und einen Termin ausmachen. Wehrleiter Steffen Höntsch und sein Stellvertreter Andreas Lippold sind  jederzeit unter ( (0173) 3683338 zu erreichen, auch die Internetseite www.feuerwehr-liebschwitz.de bietet allerhand Möglichkeiten zum Informieren. Wer sich lieber einmal vor Ort ein Bild machen möchte, hat dazu wieder spätestens am ersten Maiwochenende beim jährlichen Maibaumsetzen und Feuerwehrfest die Gelegenheit  dazu. Neben verschiedenen Vorführungen und  Übungen nehmen sich die Kameraden auf dem Liebschwitzer Sportplatz Zeit für jeden Einzelnen, um eventuelle Vorurteile aufzuräumen oder bestehende Interessen zu bekräftigen.

Denn ist der erste Kontakt einmal hergestellt, sind viele gleich wesentlich aufgeschlossener in Bezug auf das Mitwirken bei einer Freiwilligen Feuerwehr - nicht ohne Grund ist es ja schließlich auch „das heißeste Hobby“.  

( Benjamin Schmutzler, 14.02.2013 )

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