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Immer dicker, immer kränker

Weltweit werden die Menschen immer dicker und kränker, und nirgendwo hat sich dieser Trend bisher aufhalten lassen. Wer sich heute in einer Wohlstandgesellschaft normal verhält, wird offenbar übergewichtig und krank. Gesund bleibt nur, wer sich Tag für Tag gegen die Versuchungen an fetter und zuckriger Kost sowie den Bewegungsmangel stemmt. Vor allem müssen das Kinder lernen. Nicht selten sind dickleibige Kinder und Jugendliche als Spielkameraden und Freunde selten gefragt, werden sogar als faul und weniger intelligent angesehen und erfahren Diskriminierungen etwa durch Hänseln, was zu Kummer und Frust führt. Da dann essen als Trost empfunden wird, entsteht ein Teufelskreis, von dem vor allem sozial schwache Familien, aber nicht nur sie, befallen werden.

Und genau diesen Teufelskreis wollen die engagierten Mitstreiter im Geraer Adipositas Präventionsnetzwerk (GAP) durchbrechen. Was heißt wollen, sie tun es einfach, seit dem 16. März 2009 und wie Sozialdezernentin Sandra Schöneich weiß, mit Erfolg, Tendenz steigend. 
Schwerpunkte dabei sind gesunde Ernährung, Bewegung und Sport, Psychische Gesundheit/Entspannung und Sexualerziehung.

Keinen unwesentlichen Anteil am Erfolg hat Prof. Dr. Jörg Seidel, der scheitende Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der SRH Wald-Klinikum Gera gGmbH. Seinem unermüdlichen Engagement als Leiter des GAPs ist es zu verdanken, dass sich dieses Netzwerk etablierte. Künftig praktiziert er als niedergelassener Arzt einer Kinderarztpraxis in Jena. Das Band zum GAP werde nicht reißen, verspricht er, weiß er doch, dass er sich auf die am Netzwerk beteiligten Partner verlassen kann.

Der Rotary Club Gera, der Biohof Aga und der Verein Thüringer Ökoherz e.V. haben sich mit einem neuen Konzept zum ökologischen Landbau dem GAP angeschlossen. Ihre Initiative „Gesünder leben – mit allen Sinnen“, die der Rotary Club Gera finanziert, wird künftig die Projektarbeit bereichern.

Bereits im Kindergartenalter sind heute fünf Prozent der Thüringer übergewichtig. In der Grundschule sind es zehn Prozent und bei den 13- bis 18-jährigen bereits bis zu 18 Prozent. Angesichts dieser beängstigten Entwicklung wundert es nicht, wenn Prof. Seidel meint: „Jedes Kind verdient die Chance auf ein gutes Leben“.

Und dabei ist schon eines der Geheimnisse für den sich jetzt schon zeigenden Erfolg der GAP-Arbeit gelüftet. Besonders groß sind die Chancen, wenn mit gesunder Ernährung und viel Bewegung im frühen Kindesalter begonnen wird. So setzt die Projektarbeit auch bei den Kitas und den Grundschulen an. Bis Dezember 2013 werden die „Gesundheitsexperten“ in 14 Kitas, neun Grundschulen sowie an Gymnasien vor Ort sein. Seit dem Startschuss für das GAP 2009 bietet sich für fast 2.000 Kinder damit eine Chance auf ein gesundes Leben.

Und um genau das zu garantieren bedarf es Partner. So liegt ein weiteres Geheimnis in der Zusammenarbeit mit den Eltern. Dabei geht es nicht einfach um Theorie oder „gute Ratschläge“, sondern darum, mit den Kindern, Eltern, Geschwistern, Lehrern und Erziehern zu kooperieren. So gibt es Elternabende, gemeinsame Kochstunden und am Ende eine große Party. Noch nicht alle Eltern, wie die Statistik ausweist, haben das erkannt. Zum Glück, deren Zahl wird immer größer.

„Sehen, kommen, siegen“, ist mit dem GAP nicht zu machen. Hinter dem Erfolg steckt Ausdauer und Beharrlichkeit. Möglich wird dies durch die Techniker Krankenkasse, die eben genau diese Nachhaltigkeit für die Projektunterstützung fordert. Und das finanzielle Engagement ist nicht unbedeutend, liegt es immerhin bei gut 110.000 Euro.

Ungenannt für den Erfolg sollte nicht bleiben, dass das GAP uneingeschränkte Unterstützung durch die zuständigen Fachdienste der Stadt erhält, wodurch eine flächendeckende Präventionsarbeit gewährleistet wird.

( Reinhard Schulze, 14.02.2013 )

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