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Ein 2,50 Meter-Mann sagt Willkommen

2,50 Meter hoch steht er da, nackt, die Arme weit ausgebreitet, eine goldene Maske verdeckt die Hälfte seines Gesichtes, und doch ist er uns nicht fremd. Die Handschrift des Künstlers, die diese Figur geschaffen hat, ist unverkennbar und unverwechselbar. Wir erkennen sie in der Figurengruppe für Toleranz vor der Hauptpost, in der Plastik „Der Schreitende“ vor dem Offenen Kanal, aber auch im Geras Wappentier, dem Löwen, der den kleinen goldenen Spatz – eine weitere Symbolfigur von Gera, trägt – vor dem Stadtmuseum oder in der liegenden Dogge – Kühns Dogge in Bronze – an der Straßenbahnhaltestelle zwischen Markt und Sorge. Volkmar Kühn – er ist der Schöpfer all dieser Figuren und noch viel mehr. In seinem Refugium am Kloster Mildenfurth haben er und Marita Kühn-Leibecher einen wunderbaren Ort geschaffen, der nicht nur die Sinne und Phantasie verzaubert, sondern auch einen Ort ist, der der Kunst Raum gibt und kreatives Schaffen beflügelt.
Nun lädt eine weitere Plastik des Künstlers, der in diesem Jahr 70 Jahre als geworden ist, zum Betrachten, zum Nachdenken und vielleicht auch zur Diskussion ein. Sie hat ihren Platz vor der Bühne am Park des Theaters gefunden und wurde vor wenigen Tagen enthüllt. „Großer Schritt“ ist ihr symbolhafter Titel. „Für mich ist Theater schon immer eine symbolhafte Größe“, gestand der Künstler, der ein eifriger Theatergänger ist. „Jeder Kunstakteur zieht sich nackt aus, gibt seine Seele preis und liefert sich dem Publikum aus“, begründet Volkmar Kühn die Nacktheit der Figur. Er möchte auch nicht, dass die Skulptur mit verklärtem Blick angesehen wird, doch gehe sie auf ihre Betrachter zu.
Das sieht auch Generalintendant Kay Kuntze so. Er versteht in den weit geöffneten Armen eine Einladung und Willkommensgeste an die Theaterbesucher und begrüßte den 2,50-Meter-Mann als neues Ensemblemitglied mit einem Lächeln. Wie unterschiedliche Künste miteinander wirken, spiegele sich nun im „großen Schritt“ wieder, begeisterte er sich. Volkmar Kühn hatte schon lange vor, dem Geraer Theater ein Zeichen zu setzen und besonders jetzt, da um den Erhalt jeder einzelner Sparte gekämpft wurde, fand er es wichtig, den „großen Schritt“ zu wagen. Er übergab die Plastik, die bereits 2008 entstanden ist, als Dauerleihgabe der Stadt Gera. Die Stadt sei  von 1964 bis 1968 seine erste Wirkungsstätte gewesen, er habe hier immer Freunde gefunden und wollte ihr etwas zurückgeben, bekannt er. Das sei sein Bekenntnis zu Gera. Allerdings hoffe er, dass sich die Stadt auch der Vision für den neuen Kunstraum öffne und sich nicht vom Leuchtturm Kunsthaus verabschiede. Er selbst habe, wie viele Künstler auch, eine Vision gehabt, Otto Dix in einem würdigen Rahmen auszustellen, aber auch der vielfältigen Thüringer Kunst eine Szenerie zu geben, eine Sammlung für zeitgenössische Kunst, einmalig in Ostdeutschland, zu präsentieren.
Der „Große Schritt“ ist ein kleiner Anfang für Kühns Vision. Dass die Skulptur die Arme in Richtung des imaginären Kunsthauses ausbreitet, hat wohl niemand bemerkt. Aber dass der Bronzemann aufgestellt werden konnte, dafür sorgten Sponsoren wie das Geraer Architekturbüro Sorger, das ja auch die Bühne am Park entworfen hat, die Hofmann Betonbau GmbH, das Ingenieurbüro Höpfner sowie die Firma Kleffer. Bürgermeister Norbert Hein bedankte sich bei allen Unterstützern und natürlich auch bei dem Künstler. Vielleicht, so hoffte er, finden sich noch weitere Sponsoren, so dass das Werk in Zukunft sogar angekauft werden könne.


( Helga Schubert, 01.11.2012 )

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