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Etwas andere Interpretation

George Taboris Farce „Mein Kampf“ in der Übersetzung von Ursula Grützmacher-Tabori hat am Sonnabend, 27. Oktober, 19.30 Uhr, in der Bühne am Park Premiere. Die Regie führte Deborah Epstein. Das Stück bringt eine Begegnung mit dem jungen Hitler, der aus der Provinz nach Wien kommt, um Aufnahme in die Akademie der Schönen Künste zu finden. Bewaffnet mit mittelmäßigen Aquarellen und Kohlezeichnungen trifft das verwöhnte Muttersöhnchen im Männerwohnheim auf zwei ältere Juden: den gescheiterten Koch Lobkowitz und Schlomo Herzl, der nachts Bücher verkauft und tags an seinem eigenen Meisterwerk schreibt. Die beiden nehmen sich Hitlers an – besonders Schlomo, der ihn bemuttert und versorgt, an seinen talmudischen Wortspielen teilnehmen lässt, ihm zu Ansehen verhilft und ihm sogar rät, in die Politik zu gehen. Schlomo führt Hitler nicht nur zu seinem geliebten, reinen Gretchen, sondern auch zu Frau Tod: Am Ende stehen ein hingerichtetes Huhn, der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Frau Tod und Herrn Hitler und der Ausblick in die reale geschichtliche Katastrophe.
George Taboris „Mein Kampf“ ist eine Liebesgeschichte zwischen dem Hitler und seinem Juden. Hass und Liebe, Zärtlichkeit und Gewalt sind in dieser modernen Commedia dell’arte kaum unterscheidbar, sie gehen im Humor ineinander über. Taboris Hitler ist keine historische Figur, sondern wie in einem Traum scheinen Herzl und Hitler ebenfalls ineinander überzugehen – ein jeder das Versatzstück des anderen. Die Musikalische Leitung hat Schauspielkapellmeister Olav Kröger, Bühnenbild und Kostüme entwirft Florian Barth. 1974 in Nürnberg geboren studierte Florian Barth nach dem Abitur von 1995 bis 2001 an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterklasse für Szenographie bei Erich Wonder. Die Anzahl seiner Ausstattungen an großen Häusern in der gesamten Bundesrepublik und in der Schweiz ist beachtlich. Er arbeitet regelmäßig mit Regisseurin Deborah Epstein zusammen. Deborah Epstein, geboren im badischen Karlsruhe, absolvierte eine Tanzausbildung an der Ecole de Danse in Zürich sowie eine Schauspielausbildung ebenfalls an der dortigen Schauspiel-Akademie. Als Schauspielerin und Regisseurin arbeitete sie u.a. am Schauspielhaus Zürich, an den Theatern in Basel, Stuttgart, Saarbrücken, Freiburg, Mainz, Aachen, Biel/Solothurn, Konstanz, dem Saarländischen Staatstheater, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Mainfranken Theater Würzburg und am Centraltheater Leipzig. 
 Am Sonntag, 28. Oktober, 18 Uhr,  steht  außerdem im Großen Haus der Bühnen der Stadt zum ersten Mal in dieser Spielzeit das Ballett „Zeit.Punkt.“ auf dem Programm. Ballettdirektorin Silvana Schröder legt ihrer choreografischen Reflexion über die Wahrnehmung von Zeit Musik unterschiedlicher Sphären zugrunde: Leonard Bernsteins Musik ist vital, impulsiv, dynamisch. Wojciech Kilars Filmmusik zu „Dracula“ vermittelt den Eindruck von Unerbittlichkeit und Unentrinnbarkeit. Die Kompositionen des Esten Arvo Pärt sind gegenwärtig und scheinen doch aus einer anderen Zeit zu stammen. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera musiziert live unter der Leitung von Jens Troester. 
Die nächste Vorstellung ist am Sonnabend, 3. November, 14 Uhr. Karten sind jeweils noch erhältlich!


( NG, 26.10.2012 )

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