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Die Gesellschaft ist ein Gemisch

„Die Gesellschaft ist ein Gemisch aus Generationen”, konstatiert Hannelore Hauschild. Sie ist Vorsitzende des Seniorenbeirates und designierte Seniorenbeauftragte der Stadt Gera. Im November soll die Beschlussvorlage in den Stadtrat eingebracht und bestätigt werden. 
Seit 2007 gibt es den Seniorenbeirat in der Stadt. Bis 2007 haben aktive Senioren im Rahmen einer Vertretung gewirkt. „Kurz nach der Wende haben wir diese Seniorenvertretung gegründet und waren damit Vorreiter in Thüringen”, erzählt uns die engagierte Seniorin, die damals Initiator für dieses Organ war. „Ich war sehr besorgt um den Stand der Senioren und wollte nicht, dass sie in der neuen Gesellschaft untergehen”, erinnert sie sich an die Anfänge. Selbst wurde sie erst 2007 Mitglied im neu entstandenen Beirat. „Rechtlich standen wir fortan auf sicheren Füßen. Wir stehen dem Stadtrat und den Ausschüssen beratend in allen Belangen der Senioren zur Seite. Zudem können wir Beschlussvorlagen über eine Partei einreichen”, klärt sie über die Aufgaben des Beirates auf. „Wir selbst wollen eine barrierefreie und kinderfreundliche Stadt”, unterstreicht sie das Grundanliegen. Seit Jahren arbeiten sie eng mit dem Behindertenstammtisch zusammen, denn „was anderen gut tut, tut auch uns gut”, sagt sie und verdeutlicht damit, dass ein generationsübergreifender und respektvoller Umgang mit allen Schichten die Gesellschaft erst am Leben und eine Stadt gesund hält. „Es geht mir nicht nur um die Barrierefreiheit auf der Straße, sondern auch und vor allem in unseren Köpfen”, appelliert sie an alle und ist zugleich der Meinung, „dass wenn wir bedenken, dass die Zahl der Senioren immer größer wird, dann sollten wir für diese große Bevölkerungsgruppe auch mehr ermöglichen.” So arbeiten die Mitglieder des Seniorenbeirates u.a. im integrierten Stadtentwicklungskonzept Gera2030 (kurz ISEK) mit.   „Wir müssen überlegen, wie wir Gera entwickeln. Wollen wir eine zentralisierte Stadt in der nichts mehr ohne Nahverkehr funktioniert oder wollen wir uns die Fußläufigkeit bewahren, in dem wir auch an unsere Stadteile denken?”, so Hannelore Hauschild fragend. Zugleich richtet sie ihr Wort auch an die Senioren der Stadt, die sich noch mehr mitteilen und an jene  Generation, die sich schon jetzt um ihr Leben im Alter kümmern müssten. „Die mittlere Generation muss wachgerüttelt werden, sich für adäquate Löhne stark zu machen, damit im Alter etwas davon übrig und bezahlbar bleibt. Denn schon jetzt gibt es für uns keine Rabatte mehr, sei es für den Nahverkehr oder die Kultur”, übt sie leise Kritik an der Kommune. „Genau aus solchen Gründen ist es wichtig, dass wir als stärkste Bevölkerungsgruppe in Gera auch Gehör finden”, verweist sie auf den neuen Beschluss, welcher dem Seniorenbeirat nun Rederecht im Stadtrat und in allen Ausschüssen gewährt. In der letzten Stadtratssitzung wurde dieses Recht bewilligt. 
Vor zwei Jahren kündigte Sozialministerin Heike Taubert an, dass sie ein Gesetz zur Stärkung der politischen Mitbestimmung der Senioren auf den Weg bringen würde. Im Sommer diesen Jahres lag es vor.  „Es ist eine Kann-Bestimmung, die den Kommunen sehr viel Spielraum lässt. Aber es ist eine Grundlage mit der sich arbeiten lässt und wir versuchen das Möglichste, was das Gesetz bietet, umzusetzen”, blickt sie hoffnungsvoll in die Zukunft. So soll nun per kommenden Stadtratsbeschluss die Funktion der Seniorenbeauftragten in Ehrenamt wieder ins Leben gerufen werden. „Unsere Oberbürgermeisterin hat die Satzung verstärkt, so dass wir nun in allen Belangen befragt werden sollen. Damit sind wir noch weiter auf dem richtigen Weg, als Organ anerkannt und akzeptiert zu werden”, bilanziert Hannelore Hauschild. Sofern dies im nächsten Stadtrat am 29. November bestätigt wird, wird Hannelore Hauschild als derzeitige Vorsitzende des Seniorenbeirates die Funktion der Seniorenbeauftragten antreten. Des Weiteren wird sie Mitglied der Landesseniorenvertretung und des thüringischen Seniorenrates. 
Der Geraer Seniorenbeirat zählt derzeit 23 Mitglieder, fünf unabhängige und 17, die einem Verband, Verein oder einer Organisation angehören, dazu zählen u.a. die Volkssolidarität, die Diakonie, das DRK sowie Vertreter der Stadtratsfraktionen. Derzeit nehmen diese Möglichkeit die LINKE, SPD und CDU wahr. In zwei Jahren wird neu gewählt. Hannelore Hauschild freut sich schon jetzt auf engagierte Senioren, die mitreden wollen.


( Fanny Zölsmann, 26.10.2012 )

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