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Helfen Sie, aber stören Sie dabei nicht

„Helfen Sie mit, die Sicherheit und Selbstständigkeit von Blinden und Sehbehinderten zu schützen, aber stören Sie sie dabei nicht”, machte Maren Batz-Kengel, Beratungsfachkraft der Zentralen Beratungsstelle anlässlich der Feierstunde zum Internationalen Tag des Weißen Stockes neugierig auf das Warum. Im Beisein vieler Gäste, darunter Vertreter der Kommunalpolitik, Auszubildende der Privaten Fachschule für Soziales und Vertreter des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen e.V. (BSVT) ließ sie vor allem die Sehenden teilhaben, wie es ist als Blinder plötzlich auf der Straße angesprochen und über die Straße gebracht zu werden. Hilfe geben und empfangen sei eine gute Sache aber eine ungefragte und gefühlt aufgedrängte Hilfe könne auch zu einer Einschränkung in der Mobilität der Blinden führen. „Mit einem gehörigen Maß an Konzentration gehen wir durch die Stadt, um sicher und ungehindert den Weg passieren zu können. Dabei kann es eher zum Wagnis werden, wenn freundliche Passanten uns unterstützen wollen. Wenn wir Hilfe brauchen, dann fragen und suchen wir konkret danach”, weiß Maren Batz-Kengel.

Blinde und Sehbehinderte sind nicht allein unterwegs, oftmals trifft man sie samt Hund und/oder Stock ausgestattet. „Hund und Halter bilden ein Führgespann. Selbst der Hund sollte weder angesprochen, gestreichelt noch gefüttert werden. Auch der Blickkontakt sollte vermieden werden, denn auch der Hund ist stark auf seinen Halter und die Umgebung konzentriert. Beide bilden ein Team, jeder von ihnen hat klare Aufgaben. Ein Eingreifen würde die Sicherheit von Hund und Halter gefährden”, betont die Expertin.

Neben diesen vielen nützlichen und für manch’ Sehenden sicher ungewussten Tipps erzählte sie auch ein wenig aus der Geschichte des Weißen Stocks. Dieser wurde nämlich vor rund 80 Jahren in Paris von der adelige Französin Guilly d‘Herbemont erfunden. Wichtig sei ihr eine besondere Farbe des Stockes gewesen und wählte weiß. Bereits ein Jahr später konnten die ersten Stöcke übergeben werden, noch im selben Jahr wurden 5.000 Menschen mit diesem nützlichen Helfer ausgestattet. Der weiße Stock wurde damit offiziell als Schutz und Erkennungszeichen blinder Menschen anerkannt. „Fast 40 Jahre später riefen die Vereinten Nationen den 15. Oktober zum ‚Internationale Tag des Weißen Stockes’ aus”, entnimmt sie der Historie.

„Der Tag des Weißen Stockes, welcher in diesem Jahr auf Landesebene hier in Gera durchgeführt wird, krönt abschließend die elfte Woche des Sehens und dient dem weiteren Erfahrungsaustausch”, so der Landesvorsitzende des BSVT Joachim Leibiger. Dank vieler Unterstützer konnte der Kreisverband Gera diesen Tag in all seinen Facetten organisieren. „Ich danke meinen Kollegen und denjenigen, die mit ihrer finanziellen Spende einen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung geleistet haben, darunter die AOK, der Alternative e.V., DBSV, Lions Club, die Max-Zöllner-Stiftung, der Paritätische, die Sparda Bank sowie der Stiftung für Blinde & Sehbehinderte”, zählte Kreisvorsitzende und Mitorganisatorin Claudia Großmann auf. Zugleich würdigte Joachim Leibiger die Arbeit der Mitglieder des BSVT. Gerade das Ehrenamt, welches in den Beratungsstellen geleistet werde, sei enorm und für Blinde und Sehende gleichermaßen wertvoll. Denn das man besser Hilfe leisten kann, wenn man das Wissen hat, davon geht Kreisvorsitzende und Mitorganisatorin Claudia Großmann aus und mahnte zugleich an, dass „Städte nicht nur schick, sondern auch nutzbar sein sollten.” Aus diesem Grund lud der Geraer Kreisverband zu einem Rundgang durch die Stadt mit Simulationsbrillen ein. Unser Redakteur Benjamin Schmutzler wagte dieses Experiment.

( Fanny Zölsmann, 19.10.2012 )

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