Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Eröffnungsgala – gelungene Chefsache

Gleich zwei Chefs auf der Bühne! Ob das gut geht? Es ist gut gegangen, sogar sehr gut. Generalintendant Kay Kuntze und Schauspieldirektor Bernhard Stengele führten locker und abwechslungsreich durch das Programm des Galaabends zur Spielzeiteröffnung 2012/2013 von Theater & Philharmonie Thüringen, ohne sich die Schau zu stehlen. Im Gegenteil: Im intelligenten Disput warfen sie sich locker die Bälle zu und machten mit ihren Ansagen neugierig auf das Kommende auf den Bühnen in Gera und in Altenburg. Doch nicht nur als Moderatoren überzeugten General und Direktor, sondern bewiesen selbst künstlerische Vielfalt. Kay Kuntze griff in die Tasten, und Bernhard Stengele sang vom „Fliegenden Robert“ aus dem „Struwwelpeter“ und berichtete enthusiastisch über sein Vorhaben, mit afrikanischen Gästen aus Burkina Faso ein Märchen einzustudieren.
Zur Eröffnungsgala präsentierten sich alle fünf Sparten. Und zum wiederholten Male bestätigt es sich: Es kann auf keine verzichtet werden. Aber der Generalintendant entwickelte daraus keine Polemik an diesem Abend, doch dankte er dem Publikum für die Unterstützung im Kampf um den Erhalt des Fünf-Sparten-Hauses. „Wir wollen für Sie lieber Theater spielen, wozu wir auf die Welt gekommen sind“, sagte er auf charmante Weise.
Und Theater spielen, das konnten alle Akteure auf dieser Bühne. Das Orchester unter Leitung von Jens Troester konnte durch die unterschiedlichen Genres seine Stärke und Vielseitigkeit beweisen. Es eröffnete mit der Ouvertüre zu „Ruslan und Ludmila“ von Glinka und begleitete Solisten, den Opernchor und das Ballett. Der Südkoreaner Bernardo Kim, der jetzt zu den Festengagierten im Musiktheater gehört, stellte sich mit der Blumenarie aus Bizets „Carmen“ vor, „Ich spür‘ das Alter“ aus „Lady Macbeth von Mzensk“ von Schostakowitsch sang Johannes Beck aus Österreich, ebenfalls ein Ensemblemitglied, wie auch die Amerikanerin Katie Bolding, die eine Arie aus Haydns „Die Feuerbrunst“ zum Besten gab. Ohrwürmer wie „Horch die Lerche singt im Hain“ aus „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Nikolai, dargeboten von Erik Silk ließen ahnen, worauf sich das Publikum in dieser Spielzeit freuen kann. 
„ZeitPunkt“ nennt sich das neue Ballett, aus dem die Solotänzer Sabine Völkl und Odsuren Dagva und das Thüringenballett Ausschnitte darboten. Das Schauspielensemble lieferte gekonnte Einmütigkeit bei der „Fuge aus der Geographie“ von Ernst Toch aus dem Jahr 1930, und mit Ausschnitten aus dem Erfolgsmusical der ehemaligen Abba-Sänger Björn und Benny „Chess“ brillierten das Orchester unter Thomas Wicklein, der Opernchor, das Thüringenballett und die Solistinnen Anne-Mette Riis und Vanessa Rose, was sich bestimmt als ein Renner der neuen Theatersaison erweisen wird.
Auch der Puppentheaterleiterin Sabine Schramm galt ein Riesenbeifall, die einen Ausschnitt aus „Gefährliche Liebschaften“ in großartiger Darstellung zeigte. Insgesamt machten alle Ausschnitte und kurze Szenen Lust auf Mehr und zwar auf Mehr aller Sparten. Das meinte auch das Publikum und wurde nicht müde, Beifall zu spenden.

( Helga Schubert, 21.09.2012 )

zurück