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Kunstschätze im Streifzug entdecken

Schatzhüter von 11.000 Objekten ist die Kunstsammlung Gera. Ulrike Lorenz, Direktorin der Einrichtung, freut sich, erstmals einen Sammlungsführer vorzulegen. "Wir wollen mit dieser Broschüre einen breiteren Interessentenkreis gewinnen und auf das, was wir sammeln und bewahren, aufmerksam machen", erklärte sie. Gleichzeitig mit der Herausgabe der Edition, die den Titel "Streifzüge" trägt, unternimmt die Kunstsammlung einen exklusiven "Streifzug" durch die Sammlung. In der Sommerausstellung bis 27. August sind im Nord- und Südflügel der Orangerie Werke aus den eigenen Beständen zu sehen. Während der Nordflügel als ständige Ausstellung bereits seit Frühjahr Gemälde vom Mittelalter bis zur Gegenwart präsentiert, wird im Südflügel eine exklusive Auswahl hervorragender Werke der Malerei vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert gezeigt.
"Sage mir, was du sammelst, und ich sage dir, wer du bist - dieses Zitat in seiner freien Auslegung gilt auch für uns", schmunzelte die Direktorin. Die heutigen Sammelfelder schließen sich um Otto Dix und den Künstlerkreis um ihn herum. Als Schwerpunkt kristallisiert sich das frühe 20. Jahrhundert heraus. Mit den Geraer Malern wie Günther, Wolfgang, Neidhardt, Paschold, Ahner und Weiser könne lokale Kunstgeschichte beschrieben werden. Wenn auch die Sammlung in den früheren Jahren weniger professionell betrieben worden sei, so zeigte sie doch den bürgerlichen Kunstgeschmack einer mittleren Industriestadt, schätzte Ulrike Lorenz ein. Die Geraer Malerfamilien des 19. Jahrhunderts Reinhold und Fischer standen im Mittelpunkt. Deren Werke gehören heute noch zum Altbestand und sind auch in den "Streifzügen" zu bewundern.
Die Orangerie als Kunstgalerie wurde erst 1972 eingerichtet. Das Inventar des Museums für Kulturgeschichte (heute Stadtmuseum) gelangte in die Orangerie. Aber erst seit 1991 konnte die Kunstsammlung Gera mit ihren Ausstellungs-und Publikationsaktivitäten ein professionelles Profil und einen überregionalen Ruf erringen. Trotzdem will die Direktorin nicht auf Vergangenes verzichten und den Fundus ins Bewusstsein der Geraer rücken. So wird es immer einmal eine Ausstellung zu dem Thema "Streifzüge" geben.
Neben den charaktervollen Porträts der bereits genannten Malergenerationen Reinhold und Fischer, die im 18. und 19. Jahrhundert Persönlichkeiten der Stadt in Bildnissen darstellten, werden in der jetzigen Schau auch lokale Stadtansichten gezeigt. Aus der Düsseldorfer Malerschule, die auf die Kunstentwicklung im 19. Jahrhundert maßgebend Einfluss hatte, sind Werke von Andreas Achenbach, Albert Baur und Benjamin Vautier zu sehen. Die Münchner Malerschule ist mit Heinrich Bürkel, Karl Millner und Joseph Schoyerer vertreten und setzen mit Alpenlandschaften und Genrebilder einen weiteren reizvollen Glanzpunkt in der Ausstellung.
Der 116seitige Sammlungsführer enthält einen Einführungstext von Ulrike Lorenz zur Geschichte der Kunstsammlung Gera und des Otto-Dix-Hauses sowie Bildtexte von Holger Saupe, Martin Stiebert und Antje Vanhoeven. Diese werden ergänzt durch zahlreiche Werkabbildungen und biographische Hinweise der aufgeführten Künstlerinnen und Künstlern.

( NG/hs, 08.07.2000 )

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