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Mit eisernem Lebenswillen, Zivilcourage und Humor

Sie lässt Geschichte lebendig werden, indem sie Stationen ihres Lebens beschreibt - leise und eindringlich, aber auch voller Leidenschaft, humorvoll, ohne Groll und doch mahnend: Eleonore Hertzberger, jüdische Emigrantin, Zeitzeugin und Buchautorin, die kürzlich aus ihrer Schweizer Wahlheimat ins Geraer Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium gekommen war und für die Schüler der 9. und 11. Klassen eine Geschichtsstunde gestaltete, die den meisten wohl unvergessich bleiben wird.
1917 geboren als Kind eines jüdischen Verlegers, dem Deutschland alles bedeutete, nimmt ihr behüteter Lebensweg mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten eine jähe Wendung. Es heißt für sie und ihre Familie Berlin in Richtung Amsterdam zu verlassen, die Heimat, die Freunde, alles Liebgewordene und Vertraute aufzugeben. "Das Einzige, was uns keiner nehmen konnte, war unser Wissen, unsere Bildung, unsere Gedanken und Hoffnungen", lächelt die heute 83-jährige und erinnert sich daran, wie oft ihr all das geholfen hat, auch größte Gefahren mit kühlem Kopf zu meistern.
1939 heiratet Eleonore Hertzberger einen jüdischen Fabrikanten. Der Naziterror treibt das Paar über Belgien und die Schweiz bis hin nach Spanien. Bewegt schildert sie die gefahrvolle Flucht von Madrid über die Pyrenäen - ein dreitägiger Gewaltmarsch, der die grippegeschwächte junge Frau bis an die Grenze des Verkraftbaren bringt.
Mit eisernem Lebenswillen und Disziplin, mit kühlem Verstand und bewunderswertem Humor trotzt Eleonore Hertzberger auch den härtesten Belastungen, überlebt mit Zivilcourage und durch glückliche Umstände die Barbarei.

Nachdenkliche Ergriffenheit, aber auch tiefe Bewunderung widerspiegeln sich in den anschließenden Fragen und Kommentaren der jungen Leute, die dieser außergewöhnlichen Frau zuhören durften, und von den mitgebrachten Exemplaren ihres Buches "Durch die Maschen des Netzes" werden anschließend mehr als 30 im Liebe-Gymnasium verkauft - Geschichtsbücher, die kein Historiker authentischer und überzeugender schreiben könnte...

( Doris Heuschkel, 08.07.2000 )

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