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Sucher, Finder und Sammler

„Kunst aus Nürnberg hat Osterstein besetzt“, sagte der Künstler Winfried Wunderlich sehr launisch zur Eröffnung der Ausstellung „Schatten in der Flamme“. Mit Arbeiten von zwei Fotografinnen aus der fränkischen Stadt ist das Amtshaus bestückt, und nun geben Fred Ziegler, Hubertus Hess und Ralf Siegemund im Beamtenhaus und in der Remise des Kultur- und Kunstareals Osterstein Einblick in ihre Arbeiten. Das Projekt entstand im Rahmen der Städtepartnerschaft und wurde von den Stadtverwaltungen Nürnberg und Gera in Zusammenarbeit mit den beiden engagierten Künstlern Sven Schmidt und Winfried Wunderlich durchgeführt. In Nürnberg wiederum zeigt derzeit der Geraer Fotograf Hans Joachim Hirsch eine Ausstellung.Das Ausstellungsgelände Osterstein war für die drei Nürnberger Neuland, aber sie haben sich der besonderen Räumlichkeiten angenommen, ließen sich von ihnen vor Ort inspirieren und gestalteten danach ihre Werke. „Spannende Geschichten, die jedoch von den Betrachtern viel abverlangen und deren physische Anwesenheit für die Interpretation der Werke unerlässlich ist“, glaubt Wunderlich. Die Geschichten die die drei, die in ihrer Heimat zu den etablierten und mit Preisen ausgezeichneten Künstlern gehören, erzählen, sind verpackt in Installationen, Objekten, in Bildern und Materialanordnungen. Sie sind Finder und Sammler und auf der Suche nach Ungewöhnlichem. Das Ungewöhnliche haben sie hier auf Osterstein gefunden. Davon können sich Besucher bis Mitte Oktober überzeugen.
Hubertus Hess erinnert mit seiner Schau an die „Goldenen Zeiten“. Er schuf unter diesem Titel ein Labyrinth an alten ausgedienten Webstühlen und weist auf die Zeit hin, in der in Gera noch viele Menschen ihr Brot in Webereien verdienten. Mit dieser Arbeit füllt er ein ganzes Zimmer im Beamtenhaus aus. Außerdem zeigt er in der Remise die Arbeit „Sonne und Mond“. Hier steht der Betrachter auch vor einer Installation, die der Künstler Fred Ziegler „Kein Trinkwasser“ nennt: ein Schlauch mit Goldschlangenmuster, der sich von einem Wasserhahn zum anderen zieht und keine Funktion hat. Die Farbe gelb hat es diesem Künstler angetan. So ist ein Raum im Beamtenhaus ganz erfüllt von dieser Sonnenfarbe. Wie weit er seine Recherchen und Studien dazu treibt, erzählen seine poetischen „Reisetagebücher“, Bilder und Collagen, die im Gelb der Wüste gefangen sind, denn Fred Ziegler ist auch ein Reisender, der sammelt, was er unterwegs entdeckt. Der dritte im Bunde, Ralf Siegemund, ist mit der raumfüllenden Installation „SexCity“ vertreten, eine kritische Betrachtung zur Arroganz des Abendlandes. Eine weitere Arbeit nennt er „Pfadfinder“. Es symbolisiert die Suche eines alleingelassenen Jungen nach sich selbst. 
Vieles gibt es auf dieser „kreativen Spielwiese“, wie Hubertus Hess das Kunstareal nannte, noch zu entdecken. Eigenwilliges und nicht auf den ersten Blick Verständliches, aber die Ausstellung lässt auch erkennen, dass Gegenwartskunst nicht unbedingt spaßfrei sein muss. (Geöffnet: dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr)

( Helga Schubert, 16.08.2012 )

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