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Elster-Landschaft mitten im Zentrum

Ein kleines Stück neue Elster-Landschaft will der Geraer Architekt Siegfried von Hopffgarten in bester Geraer Lage auf dem freien Platz vor dem Kultur- und Kongreßzentrum schaffen. „Binnen-Elster“ nennt er seine Vorstellung. Dabei knüpft er an das ohnehin geplante Vorhaben, dem Mühlgraben über weite Räume aus seiner unterirdischen Verdrängung wieder an das Tageslicht zu bringen. Der in Frage stehende Platz zwischen Stadtmuseum und De-Smit- bzw. KuK und Breitscheidstraße hat die stattliche Größe von rund 20 Hektar. Sie soll nach dem Willen des Architekten große Eventflächen auf fast 1700 Quadratmetern, eine temporäre Eisfläche von 1350 Quadratmetern, eine kleine Seebühne sowie sowie fast 1000 Quadratmeter Fläche für Spielplätze erhalten. Den Abschluss Richtung De-Smith-Straße soll ein Mehrzweckbau sein, in dessen unteren Etagen Verkaufseinrichtungen untergebracht werden könnten, die oberen wären Dank der Zentrumsnähe für Verwaltungen, Kanzleien und ähnlichen denkbar. Sein  Modell hat von Hopffgarten der  Öffentlichkeit im KuK-Foyer vorgestellt, reichlich 50 Besucher interessierten sich dafür.

„Ich will die Solarenergie aus der Schnuddelecke bringen“, meinte der Planer. Negative Auswirkungen der Solartechnik sollten minimiert werden. Er setzt deshalb auf eine ganze Batterie von etwa 20 Sonnensegeln aus Sperrholzelementen über der Eis- bzw. Wasserfläche. Immerhin könnten rund 500 kW Strom erzeugt werden, ein Großteil der benötigten Energie würde vor Ort erzeugt. Das ist neben dem ökologischen Effekt natürlich auch ein finanzieller Vorteil für die möglichen Betreiber. Technisch ließe sich das gut lösen, weil Regenwasser in Tanks aufgefangen werden soll, die nach dem Prinzip kleiner Pumpspeicherwerke funktionieren würden. Unter dem Strich als Ziel: Die Anlage soll sich finanziell selbst.

Aus dem Kreis der Zuschauer  kam natürlich die Frage, wer den Bau bezahlen soll. „Ich bin kein Investor, sondern Architekt,“ antwortete von Hopffgarten. So konnte er seinen Ideen freien Lauf lassen. Denkbar seien Erweiterungen wie eine Elektrotankstelle für Autos, Sitzgruppen neben den Spielplätzen und vieles andere. Aus dem Zuschauerkreis kam sofort die Anregung, wieder ein Café zu bauen, das ein später Ersatz für die frühere und sehr beliebte „Zitronenpresse“ vor dem Interhotel sein könnte. „Warum nicht!“ meinte der Planer, schließlich könne man über viele Idee jederzeit nachdenken. Selbst die Fortsetzung des „Kleinen Winterdorfes“ bliebe möglich. Zustimmung fand seine Feststellung: „Geras Mitte braucht eine Aufwertung.“ Über das Wie gehen die Meinungen weit auseinander. Sie reichen von der Ablehnung des Baues weiterer Verkaufseinrichtungen bis zu seiner Befürwortung.

Womit man wieder bei der Finanzierungsfrage angekommen war. Allein die Technik ist erst einmal kostenintensiv, auch wenn die sich schnell amortisiert. Naturgemäß bleiben auch Fragen offen. Reicht z.B. das Wasser des Mühlgrabens aus? Wie ist die Wasserqualität? Was kostet es, den Wasserlauf wieder an die Oberfläche zu holen.

Siegfried von Hopffgarten räumte offen ein, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht auf jede dieser Fragen eine abschließende Antwort gegeben werden könne. Es ist aber sein Verdienst, die Diskussion über die Zukunft von Geraer begehrtesten Baugrundstücks mit einer neuen Variante bereichert zu haben. Und das ohne offiziellen Auftrag, ohne Honorar.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Diskussion soll die Freifläche mit einer Kombination von Radsport-Halle Sporthalle und Elektronikfachmarkt bebaut werden. 23 Millionen Euro wollen Investoren dafür aufbringen. Unwidersprochen ist das Projekt nicht. Jetzt liegen zwei ganz unterschiedliche Vorschläge auf dem Tisch. Eine Entscheidung muss fallen – und so darf man gespannt sein! 


( Reinhard Schubert, 14.06.2012 )

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