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Konjunkturzug kommt in Gera nur recht zögerlich in Fahrt

Während in Ostthüringen der Konjunkturzug, vor allem dank der Industrie, allmählich vorankommt, gewinnt er ausgerechnet im Oberzentrum Gera nur recht zögerlich an Fahrt. Das ist eine der Kernaussagen einer Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK), die auf einer Umfrage unter über 500 Unternehmen für den Zeitraum Januar bis April beruht und die von Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Strelow vor der Presse erläutert wurde.
Mit zweistelligen Zuwachsraten stehen für das ostthüringische verarbeitende Gewerbe die Konjunktursignale auf Grün. Der Export erhält neben der allgemein günstigen Lage auf den Weltmärkten beachtlichen Rückenwind durch den Euro. Reichlich 47 Prozent der Unternehmen freuen sich über steigende Aufträge. Die Zahl der Beschäftigten stieg um vier Prozent.
Weniger rosig ist die Lage in anderen Bereichen. Das Baugewerbe bleibt weiterhin das Sorgenkind Nr. 1 in Ostthüringen. Sage und schreibe zwei Drittel der Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als schlecht. Über 43 Prozent wirtschaften in roten Zahlen.
Der Handel schätzt seine Lage so schlecht wie lange nicht ein. Mehrheitlich gibt es Umsatzrückgänge. Die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit schwächt die Kaufkraft. Allerdings wandert auch Kaufkraft weiterhin in die angrenzenden Regionen Bayerns und Sachsens ab. Im Beherbergungsgewerbe haben sich Übernachtungen und Bettenauslastung nicht verbessert. Auch die Dienstleister klagen über Umsatzrückgang. Dem Verkehrsgewerbe machen die ausufernden Spritpreise schwer zu schaffen.
Ohne in Schwarzmalerei zu verfallen, muss die Situation in Gera als besonders besorgniserregend be-zeichnet werden. Während beispielsweise allerorten das Exportgeschäft boomt, sackte der Auslands-umsatz der Geraer Unternehmen - als einzigem Kreis - auf 78,9 Prozent ab. Nur 18 Prozent der Betriebe in der Elstermetropole schreiben schwarze Zahlen. Die Mehrzahl der derzeit 5659 Geraer Unternehmer beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Im Konjunkturzug sind bei den "Waggons" für Handel, Dienstleistungen, Tourismus und Gastronomie die Bremsen angelegt.
Nach Auffassung der Kammer scheint sich so mancher über den Ernst der Lage nicht im klaren zu sein. Der Hauptgeschäftsführer nannte als Beispiel das Problem der Gewerbegebiete. Im Umfeld von Gera, also in den Randgebieten, hätten sich eine ganze Reihe Unternehmen erfolgreich angesiedelt. Da habe es schneller mit guten Gewerbeflächen und günstigen Bedingungen für die Ansiedlung geklappt als offenbar in Gera. So sei das Umfeld wirtschaftlich schneller gewachsen als der Standort Gera. Erheblichen Handlungsbedarf sieht die Kammer auch bei der Lösung der Verkehrsprobleme. Viele Investoren würden durch das nicht zu übersehende zeitweilige Verkehrschaos abgeschreckt. Das beginne schon bei der schlechten Autobahnabfahrt Tinz. Jeder Anreisende mache zuerst in der Stadt mit der "Roten Welle" Bekanntschaft. Gera brauche dringend ein modernes Verkehrsleitsystem.

( NG/hb, 24.06.2000 )

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