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Erstmalig und hoffentlich nicht einmalig

Zum ersten Mal feierte ein Geraer Film auf der großen Leinwand, im Kinosaal eins der UCI Kinowelt, Premiere. Gespannt warten die Akteure auf ihr Publikum. 19.30 Uhr soll es los gehen, denn dann werden auch die Hauptdarsteller und die Regisseurin des Films erwartet. Immer mehr Geraer füllen das Foyer des Kinos, sie strömen alle in den großen Saal. Sie sind gekommen, um die Premiere des Geraer Films „Der Preis” zu feiern. „Das Kino ist fast bis auf den letzten Platz der 440 Sitze besetzt und damit ausverkauft”, freut sich Torsten Schenk, Marketingleiter von der UCI Kinwelt.

Es ist mittlerweile 20 Uhr, der Film hat noch nicht begonnen, noch immer herrscht reges Treiben im Saal eins - erlaubt bei einer Premiere. Dann endlich, der Film geht los. 

Ein gut aussehender Mann sitzt in einem Auto, er scheint zu warten. Er sieht nachdenklich aus. Im nächsten Moment geht die Schranke hoch, doch er fährt nicht los. Ein anderer fährt wütend und pöbelnd an ihm vorbei. Eine hübsche Frau mit langen wallenden blonden Haaren klopft an sein Fenster und fragt, ob alles in Ordnung sei. Gedankenverloren fährt er los, rast gnadenlos über die Straßen und landet nach einem Unfall in einem Hotelzimmer. Der nächste Tag beginnt. Der junge Mann hat eine Aufgabe. Er ist gekommen, um die Plattenbauten in dieser Stadt 20 Jahre nach der Wende umzugestalten. Als Architekt hat er mit einem ambitionierten Projekt für den Umbau von Plattenbauten in Thüringen einen Preis gewonnen. Nun ist er hier, in der ostdeutschen Provinz und verhält sich dabei wie ein fremder, außen stehender Gestalter: Häuserblocks sollen abgerissen oder modernisiert werden, ein Wohnviertel nach seinen Plänen ein neues Gesicht bekommen, mehr nicht. Doch je länger er hier ist, desto schwieriger wird es für ihn. Denn diese Stadt ist seine Heimat, die Wohnblocks sind jene, in denen er aufgewachsen ist. Erinnerungen werden wach und mahnen ihn an seine Vergangenheit, an seine Fehler, an seine Entscheidungen. Die Zeit holt ihn ein und mit ihr, die damals erlebte Freundschaft, die erste bis heute nicht vergessene Liebe und das verzweifelte Ende.

Es ist ein stiller, aber nicht minder spannender Film. Stille als Symbol verloren gegangener Jahre, als Ausdruck der Reue, als Spiegelung der Sehnsucht.  

Das Publikum im Kinosaal eins ist aufgeregt, sie flüstern und kichern während des gesamten Films, sie erkennen ihre Stadt, ihr Gera, und sie erkennen sich. 

Ende 2009 kam Regisseurin Elke Hauck samt 40-köpfigen Team nach Gera und verwandelte nicht nur die ostthüringische Stadt in ein Filmset, sondern die „Gerschen” zu Schauspielern und deren Wohnungen zu Kulissen.    

Während der Film damals noch den Arbeitstitel „Gestern im Nirgendwo” trug, ist es der Titel heute „Der Preis”, der nachdenklich machen soll. Einen Preis - man kann ihn gewinnen oder verlieren, bezahlen oder verdienen. Es bleibt bis zum Ende des Films spannend, ob die Filmfigur Alexander Beck seinen Preis, den er anfangs gewinnt, auch verdient hat und in wie weit er dafür mit seinen Erinnerungen zahlen muss. 

Am Ende des Films zeigen sich Elke Hauck und die Schauspieler Anne Kanis und Florian Panzner. Gemeinsam mit den „Gerschen” haben sie den Film gesehen und die Premiere gefeiert. 

„Der Preis” läuft täglich 17 Uhr in der UCI Kinowelt. In einem Jahr wird er im Fernsehen zu sehen sein und später auch auf DVD erhältlich sein. 

( Fanny Zölsmann, 30.03.2012 )

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