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Angebunden oder abgekoppelt?

Angebunden oder abgekoppelt? Das ist für Geras Verhältnis zur Deutschen Bahn eine unendliche Geschichte. Genau genommen seit 20 Jahren schon macht die Stadt als drittgrößte Thüringens mit etwa 100.000 Einwohnern darauf aufmerksam, dass sie als Wirtschaftsstandort in der Mitte Deutschlands, als Oberzentrum und profilierte Heimstatt von Kultur und Sport eine adäquate Schienenanbindung braucht. Aber sowohl im Bundesverkehrsministerium als auch bei Thüringens Landesregierung stieß sie lange Zeit auf taube Ohren.

Aber es gibt Kräfte in Gera und der Region, die diesen unhaltbaren Zustand nicht länger hinnehmen wollen. Beispiel dafür: Im Herbst vergangenen Jahres kam als überparteiliches Gremium ein „Bündnis Geraer Schienenfernverkehr“ zustande. Zu den Initiatoren zählen die Geraer Landtagsabgeordneten Wolfgang Lemb und Dieter Hausold sowie Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm. Sie wollen mit einer Initiative aus Politik, Wirtschaft und bürgerschaftlichem Engagement den Geraer Forderungen Nachdruck verleihen. Im Kern geht es um den Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung  (MDV), die eine durchgehend zweigleisige und in der Perspektive elektrifizierte Anbindung Geras ermöglicht.

Jetzt hatte  Dienstagabend das Bündnis in den Geraer Ratssaal zu einer öffentlichen (leider wenig besuchten) Veranstaltung geladen. OB Dr. Vornehm begrüßte dazu Hans-Jürgen Hummel, Ministerialrat im Thüringer Verkehrsministerium und weitere Gäste, darunter Volker Michael Heepen von der Thüringer Nahverkehrsservicegesellschaft sowie Abgesandte weiterer Bahnbündnisse (z.B. das aus Jena).

Die Vertreter des Geraer Bündnisses nutzten die Gelegenheit, um dem Thüringer Verkehrsministerium einen konkreten Forderungskatalog zu überreichen. Darin wird de facto beklagt, dass Gera zu oft im Bundesverkehrswegeplan und auch in den Überlegungen der Landesregierung  Stiefkind war. Dabei ist die Otto-Dix-Stadt z.B. bahntechnischer Knotenpunkt und somit auch für IC-Halte geeignet. Ganz abgesehen davon, dass die geplante Streckenführung Berlin-München über Leipzig-Gera-Hof und Nürnberg effizienter, fahrzeitkürzer und für den Fahrgast billiger verlaufen und damit Gera aufwerten würde, als die teuere und um 70 Kilometer längere Schnellstrecke als Prestigeobjekt über Erfurt.

Das vom Geraer Bündnis der Landesregierung übergebene Papier erfordert kurzfristig als Beitrag zur Mitte-Deutschland-Verbindung Dresden-Chemnitz-Gera-Erfurt-Kassel-Düsseldorf den seit Jahren zugesicherten zweigleisigen Ausbau der Planungsabschnitte Weimar-Mellingen (1), Mellingen-Großschwabhausen (2), Jena-West – Jena-Göschwitz (3) und Neue Schenke-Stadtroda (4).

Während für den Abschnitt 2 Baurecht besteht und für den Abschnitt 4 voraussichtlich im 2. Quartal 2012 erfolgt, befriedigt die Planung der Abschnitte 1 und 3 nicht. Das muss sich noch bis zum 2. Quartal dieses Jahres ändern. Und wichtig: Das Vorhaben gehört in den Bundeshaushalt 2014. Des weiteren wird gefordert: Bis zur Inbetriebnahme des ICE-Knotens Erfurt (2017 ?) ist die MDV-Strecke im Abschnitt Weimar-Gera durchgängig zweigleisig auszubauen und wenn möglich die Strecke Weimar-Gößnitz zu elektrifizieren.

In der Diskussionsrunde im Rathaussaal unterstrichen alle Redner die Bedeutung der Geraer Fernverkehrsanbindung. Olaf Behr, stellv. Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN e.V.  hegte allerdings Zweifel an der Finanzierungsbereitschaft durch den Bund. Wolfgang Lemb und Dieter Hausold versicherten: Auch hier wie bei allen anderen Problemen werde das „Bündnis Geraer Schienenfernverkehr“ am Ball bleiben. Es zähle dabei auf die Unterstützung aller Bürger über Partei- und Vereinsinteressen hinweg.

( Harald Baumann, 30.03.2012 )

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