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In Gera knattern die Motoren

Bei der Kfz-Innung Ostthüringen wurde Anfang dieses Monats eine Interessengemeinschaft „Historische Mobile“ gegründet. Das ist eine Reaktion auf die von den „Freunden historischer Technik“ Mitte Februar veranstaltete Feier zum 100-jährigen Bestehen des „Geraer Automobilklubs“. Im Veranstaltungsraum waren damals kaum noch Plätze zu finden. Die Technikfreunde waren daher selbst überrascht, wie viele aktive Oldtimer-Freunde es in Gera und Umgebung gibt. Auf ein breites Echo ist auch der Aufruf gestoßen, die eigenen Archive und Bestände nach Zeugnissen der 100-jährigen Tradition in Gera zu durchsuchen.

So haben die Nachforschungen von Wolf Hartmann ergeben, dass es von 1924 bis 1928 jeweils im August eine Dauerprüfungsfahrt als Motorradrennen in Gera gegeben hat. Sie wurde vom Geraer Motorradclub organisiert, der erst ein Jahr zuvor gegründet worden war. Das Clublokal war das damalige Café „Fürst Heinrich“ in der Wiesestraße, Ecke Karl-Marx-Allee. Fürst Heinrich der XXVII., selbst ein ausgesprochener Motorradenthusiast, hatte dazu einen Ehrenpreis für das Rennen am 24. August 11924 gestiftet. 

Das Rennen war für Motorräder aller Klassen und Stärken ausgeschrieben, die erste Runde über 38,53 km ging vom Start in Pöppeln (heute Stadtausgang nach Ernsee) über das Waldhaus, Weißig, Hohe Reuth, Großebersdorf, Lederhose, Tautendorf, Kreuzstraße St. Gangloff, Klein- und Groß-Saara und Geißen bis zur Gaststätte Waldhaus. Hier war auch Start und Ziel bei allen Rennen. An der Hohen Reuth befanden sich beim ersten Rennen das Ersatzteildepot und die Rennstreckentankstelle. 

Erste Sieger und Gewinner des „Prinz-Heinrich-Preises“ war Walfried Winkler aus Chemnitz-Adelsberg mit seiner DKW. Ein Jahr später wiederholte er seinen Sieg. Winkler war der wohl erfolgreichste deutsche Motorrad-Rennfahrer der Vorkriegszeit. Er stellte zahlreiche Weltrekorde auf, vor allem mit seiner 175-cm.

Über 50 Fotos und Informationen hat Wolf Hartmann bereits zur Thema Motorsport in Gera erhalten. Dafür bedankt er sich bei allen Informanten. Sie sollen mit die Grundlage für eine Broschüre bilden, die die Geraer Automobil- und Motorradgeschichte für die Nachwelt festhalten soll. Zu den interessantesten Zeitdokumenten gehört auch das abgebildete Foto. Es stammt aus der Zeit um 1927 und zeigt Fürst Heinrich XXII. (1848-1928), den letzten Regierenden aus dem Hause Reuß, seine Ehefrau Elise - eine geb. Prinzessin zu Hohenlohe-Langenburg – gemeinsam mit Erbprinz Heinrich XLV (1895- etwa 1945) mit ihrem Mercedes-Benz, wahrscheinlich ein SSK-Tourer, im Schlosspark Ebersdorf.

Wer über Zeitdokumente oder eigene Erinnerungen zum Geraer Motorsport verfügt, wird gebeten, sich unter Tel. (0172) 3666271 zu melden, damit ein möglichst komplettes Geschichtsbild erarbeitet werden kann.

( Reinhard Schubert, 23.03.2012 )

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