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Den Finger in die Wunde legen

„Der Jugendclub C-one bleibt wegen Krankheit bis auf weiteres geschlossen“, heißt es auf einem Aushang an der Tonhalle und umschreibt den leidigen Umstand, dass die Türen des innerstädtischen Jugendclubs auch in naher Zukunft zu bleiben. Das ärgert nicht nur den Stadtjugendring Gera e.V., der in dem Gebäude seine Geschäftsstelle hat und sich als Dachverband von 23 Mitgliedsverbänden um die Jugendarbeit in der Stadt verdient macht. Am 10. November 2011 neu gewählt, sorgen sich Vorsitzende Tanja Thoss (Jusos SPD), stellvertretende Vorsitzende Karolin Häussler (Evangelische Jugend), Peter Jähnert (solid) und Beisitzer Thomas Deul (CVJM Gera) um die Zukunft der Jugendarbeit. 

Geschäftsführerin Ines Wegner kämpft seit Langem jedes Jahr aufs Neue um Fördermittel und mehr städtisches Engagement: „Innerhalb der einzelnen Verbände wird zwar zu bestimmten Themen kritisch diskutiert, aber einige wichtige gemeinsame Aktionen haben wir immer auf die Beine stellen können.“ Gemeinsam fordert der Vorstand von der Stadt eine baldige Lösung für die Jugendarbeit im Stadtzentrum. „Ohne ein stetiges und abwechslungsreiches Freizeitangebot fehlt uns schneller als uns lieb ist der Zugriff auf die Jugendlichen“, sagt Peter Jähnert und meint, dass sich die jungen Menschen dann woanders treffen und für die Jugendarbeiter unerreichbar werden - und im schlimmsten Fall ein leichtes Ziel für rechte Gruppen. „Wir wollen da auch in Zukunft den Finger in die Wunde legen“, betont er und bemängelt die allgemein unverantwortliche Situation, dass über die Jahre hinweg bei der Stadt Jugendarbeit immer weiter heruntergefahren werde. „Es wurde immer nur über Kürzungen gesprochen, noch nie über Aufstockungen“, beschreibt er die Misere. 

Ines Wegner fürchtet, dass  die seit ihrer Sanierung nicht voll genutzte Tonhalle auch eine Hemmschwelle ist und Jugendliche gar nicht erst einen Fuß in die Tür setzen, weil sie das große Haus abschreckt. Kleine Räume brauche es stattdessen, damit sich die Jugend wohlfühle und die Freizeitangebote auch annehme. Warum könne man nicht die im Erdgeschoss befindlichen Räume der Berufsakademie gemeinsam nutzen und den ganzen Tag über mit Leben füllen, fragt sie.

Trotz allem stehe man zur Tonhalle, die inmitten der Stadt sozusagen der Haupteinzugspunkt für die Jugend sei. Aber „wir wollen ein Konzept, das passt“, sagt Tanja Thoss. Darum bemühe sich der Stadtjugendring u.a. im Jugendhilfeausschuss für einen neuen Jugendförderplan. Für 2012 habe man sich zudem vorgenommen, mit vereinten Verbandskräften und dem Aktionsbündnis „Gera gegen Rechts“ wieder Aktionen gegen das NPD-Konzert „Rock für Deutschland“ zu initiieren. Auch habe man für insgesamt elf Jugend-Projekte im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes für rund 20.000 Euro Förderungen beantragt. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Gesprächsrunde mit den OB-Kandidaten im Offenen Kanal Gera, die die Gesprächspartner mit Blick auf die U18-Wahl auch mit Fragen zu Jugendarbeit, sozialen Themen und rechten Strukturen in Gera konfrontieren soll. 

( Christine Schimmel, 08.03.2012 )

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