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Noch intensiver die Mitte der Gesellschaft erreichen

Eine gute Bilanz kann die Otto-Dix-Stadt Gera für die Realisierung des Bundesprogrammes „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ für das Jahr 2011 ziehen. 

„Insgesamt wurden 28 Einzelprojekte gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus von 26 Trägern und Vereinen durchgeführt. Alle Akteure haben mit ihren Ideen zur Entwicklung und Realisierung des Lokalen Aktionsplanes beigetragen. Mit ihrer Kreativität, ihrem Ideenreichtum und Engagement haben sie das anspruchsvolle Vorhaben in Gera aktiv mit Leben erfüllt. Die Beteiligten tragen dazu bei, demokratische Strukturen in der Stadt zu leben und die Kompetenzen für ein tolerantes und friedliches Miteinander zu stärken“, lobte Birgit Klemm, Fachdienstleiterin Kinder- und Jugendhilfe die Initiatoren zur Abschlusskonferenz  vergangene Woche, an der eine Vielzahl der beteiligten Projektträger teilnahmen und zugleich ihr Interesse auch für das Jahr 2012 äußerten. Denn die gemachten Erfahrungen sollen Impulse für die Umsetzung des Lokalen Aktionsplanes 2012 geben. Ziel sei es, noch mehr Bürger in die Projekte einzubeziehen. 

„Wobei allein rund 2.500 Menschen mit unserem Strukturprojekt erreicht werden konnten”, bilanzierte Ines Wegner vom Stadtjugendring. Gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden erarbeitete der Stadtjugendring unter der Leitung von Ines Wegner einen Strukturplan mit elf Modulen (wir berichteten), u.a. mit der vom Evangelischen Jugendhaus Shalom initiierten Aktion „1.000 CDs gegen Rechtsextremimus” und dem christlich-muslimischen Dialog. „Die muslimische Theologin und Lehrbeauftragte für die Religion des Islam an der Universität Paderborn Hamideh Mohahghegi diskutierte in einer lebhaften Auseinandersetzung mit den Besuchern über die Themen Islam, Islamfeindlichkeit, Demokratie und Antidemokratische Regierungen in arabischen Ländern”, erklärte Manuela Andritzky, Migrations- und Integrationsbeauftragte der Stadt. Als Begleitausschussmitglied war sie zugleich Patin dieses Projektes. 

Der Begleitausschuss mit 25 Mitgliedern entwickelte einen Kriterienkatalog für ein Bewertungs- und Auswahlverfahren für die eingereichten Einzelprojekte zur Realisierung des Lokalen Aktionsplanes. Dieser entschied in den regelmäßigen Beratungen öffentlich zur Vergabe. Dabei standen exakt 100.000 Euro für diese Projekte zu den Themen Stärkung der Demokratie und Auseinandersetzung mit Diskriminierung zur Verfügung. 

So führte der Interkulturelle Verein das Projekt „Interkulturelles Gera ohne Rassismus“ durch (wir berichteten). 

Auch das Projekt „Auf dem Holzweg“ des Vereins Jugend schafft Kunst, wo Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten miteinander Holzobjekte entwarfen, ist eines der vielen gelungenen Initiativen. 

Pfarrer Uwe Heimowski rief zur gewaltfreien Kommunikation in seine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde „G26” auf. 

Im Rahmen des vom Streetwork Gera e.V. initiierten Schülerprojektes „Miteinander-Füreinander” sollten sich Schüler der fünften bis siebten Klasse u.a. mit der Frage auseinandersetzen „Wie tolerant bin ich gegenüber meinen Klassenkameraden?”. „Zudem gastierte das Mitmach-Theater ‚Anne Frank‘ aus Berlin bei uns”, erzählte Vereinsvorsitzender Andreas Heimerdinger.

Der Verein Hilfe für Frauen in Not e.V. rief zu mehr Zivilcourage in Gera auf und organisierte mehrere Selbstverteidigungs- und Zivilcourage-Impulstrainings (wir berichteten). 

Insgesamt gab es allein 2011 mehr als 50 Veranstaltungen an vielen Orten der Stadt. Darauf aufbauend sollen weitere folgen, bestehende Kontakte intensiviert und geschaffene Netzwerke ausgebaut und die notwendigen Synergien für mehr Toleranz und Demokratie weiter genutzt werden.

Im Januar fand bereits das neue Interessenbekundungsverfahren für den Lokalen Aktionsplan 2012, für den 20 Projektanträge und ein Antrag für die externe Koordinierungsstelle eingegangen sind, statt. Der Streetwork Gera e.V. wird in diesem Jahr die lokale Koordinierungsstelle der Stadt unterstützen. Über die restlichen 20 Anträge entschied diese Woche der Begleitausschuss. „Zwölf der 20 eingereichten Projekte konnten wir bewilligen. Einige entsprachen nicht den Richtlinien der Stadt und der Bundesregierung, andere waren nicht innovativ genug”, erklärte die lokale Koordinatorin Heike Födisch vom Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe die Entscheidung. „Uns stehen in diesem Jahr 90.000 Euro zur Verfügung, davon gehen 13.000 Euro für Honorar- und Sachkosten an die externe Koordinierungsstelle. Die restlichen 77.000 Euro werden wir beim kommenden Zusammentreffen des Begleitausschusses auf die zwölf Projekte ‚aufteilen‘”, so die Koordinatorin. Gleichzeitig ruft sie alle Bürger der Stadt auf, sich im Begleitausschuss zu beteiligen, um mitzugestalten und aktiv mehr Demokratie in Gera zu schaffen. Denn derzeit sind nur 16 der 25 Stühle besetzt.  

Die drei Leitziele, die im Konsens mit Bürgern, Vereinen und Verwaltung entwickelt wurden, sind: 

1. Demokratie braucht Alle. Alle Bürger und Bürgerinnen sollen erreicht werden und die Öffentlichkeit soll zu den Themen Rechtsextremismus, Intoleranz und Diskriminierung sensibilisiert werden. 

2. Es galt Kommunikationsplattformen für Vielfalt und Toleranz zu entwickeln. 

3. Aktive Auseinandersetzung mit Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung durch Akteure aus der „Mitte“ der Gesellschaft. 


( Fanny Zölsmann, 01.03.2012 )

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