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„Der Mensch im Mittelpunkt”

„Alkohol - Kenn dein Limit”, ist eine erfolgreiche Maßnahmen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Kampf gegen Drogen und Sucht. Hauptziele dieser und weiterer Kampagnen sind die Reduzierung des Konsums legaler und illegaler Suchtmittel sowie die Vermeidung drogen- und suchtbedingter Probleme. Die vom Bundeskabinett festgesetzte „Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik” beschreibt die Grundlagen und Herausforderungen der Drogen- und Suchtpolitik der nächsten Jahre. Denn diese steht vor neuen Herausforderungen. Dazu zählen u.a. der demographische Wandel, der gesellschaftliche Umbruch, alte und neue Suchtformen und entsprechende Konsumtrends. So führen z.B. die demographische und gesellschaftliche Entwicklungen dazu, dass die Bedeutung von Suchterkrankungen im Alter zunimmt. Veränderte Formen des Zusammenlebens und eine Vereinzelung der Menschen führen zum Verlust von Sicherheit, zu Überforderung und Überlastung, die teilweise mit einem problematischen Konsumverhalten ausgeglichen werden. 

Auch die Entwicklung hin zur Wissensgesellschaft und die verbreitete Nutzung digitaler Medien stellt die Suchtpolitik vor neue Herausforderungen. Zwar bietet das Internet einerseits eine Vielzahl von Möglichkeiten im Bereich der Prävention, führt aber andererseits bei einem Teil der Nutzer zunehmend zu einem exzessiven Gebrauch und in extremen Fällen zum Verlust der Selbstkontrolle, bis hin zu einem Abhängigkeitsverhalten.   

Seit über 30 Jahren unterstützt die Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtkranke in Gera Menschen mit Suchtproblemen bei Alkohol, Drogen, Medikamenten, Nikotin, Glücksspiel, Essen oder Medien. „Wobei der Fokus in erster Linie auf der Beratung und Behandlung bei Alkoholproblemen, gefolgt von illegalen Drogenkonsum liegt”, erklärt Diplom-Sozialpädagogin Annett Wetterau, Leiterin der Beratungsstelle. 2011 suchten rund 1.200 Personen die Beratungsstelle auf, davon waren 676 Menschen alkoholkrank und 311 drogenabhängig. „Während die Zahl der alkoholkranken Menschen in den letzten zwei Jahren geringfügig abgenommen hat, stieg die Zahl der Drogenkranken um 4,5 Prozent. Klassische Drogen wie Cannabis oder Heroin wurden weniger verwendet. Dafür stieg der Verbrauch von Amphetaminen und ähnlichen Rauschmitteln erheblich an. Das Amphetamin/Metamphetamin Crystal löste erstmals Cannabis als Hauptdroge ab”, bilanziert die diplomierte Sozialpädagogin (wer?). „Die meisten Suchtprobleme haben Menschen zwischen 20 und 30 Jahren sowie zwischen 40 und 50 Jahren. Auch wenn die Zahlen im Jugendbereich (13-20 Jahre) im Vergleich zum vergangenen Jahr leicht abgenommen haben, sind sie mit 81 Betroffenen noch sehr hoch und bedürfen einer besonderen Beachtung. Hier ist die Gesellschaft gefragt, stärker als bisher auf Kinder und Jugendliche zu achten”, manifestiert Annett Wetterau. Weiter wurden auch im Bereich der 61-83jährigen 38 Fälle verzeichnet. 

40 Prozent der suchtkranken Menschen, die 2011 die Geraer Beratungsstelle aufsuchten, waren ALG-II-Empfänger. 20 Prozent befanden sich in einem Anstellungsverhältnis. 90 Suchtkranke wurden in die stationäre Entgiftung vermittelt, 100 in eine stationäre Therapie. 

Prävention und Gesundheitsförderung stehen im Vordergrund einer modernen Drogen- und Suchtpolitik. Nach über sechs Jahren in denen innerhalb der Beratungsstelle in Gera keine Suchtprävention angeboten werden konnte, starten die Mitarbeiter nun hoffnungsvoll in ein präventives Jahr 2012. Bereits im August letzten Jahres konnte eine neue Präventions- und Koordinationsfachkraft angestellt werden. „Mit Hilfe des neu erarbeiteten Präventionskatalogs werden wir die Suchtprävention und die Suchtkoordination in der Stadt Gera neu beleben”, blickt Annett Wetterau zuversichtlich in die Zukunft und konstatiert das angestrebte Ziel, Kinder und Jugendliche so frühzeitig wie möglich zu erreichen, um ihre Zukunftsperspektiven in positive Richtungen zu lenken.  

Suchtberatung, Webergasse 1-3, telefonischer Kontakt: ( 52744.


( Fanny Zölsmann, 24.02.2012 )

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