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Neues Leben für einen 100-Jährigen

Genau am 17. Februar jährt sich zum 100. Mal der Geburtstag des „Geraer Automobilclubs“, der 1912 als „Cartellclub des ADAC“ im damaligen Hotel „Fromator“ (hier in der Amthorstraße befindet sich heute der Sitz der Polizei) in Gera gegründet worden war. Damals trugen sich 26 Automobilisten als Mitglieder ein, in seiner Blütezeit waren es sogar rund 120 aus Gera und Umgebung. Sie waren Fahrer u.a. der auch heute noch bekannten Edelmarken wie Mercedes, Maybach und Horch, aber auch Rex Simplex aus Ronneburg und Freia aus Greiz. In den folgenden Jahren entwickelte sich ein reges Klubleben, schon 1917 war Gera Gastgeber eines 1. Automobiltreffens, von denen es heute noch Fotos gibt. Zum 25-jährigen Bestehen wurde 1929 sogar eine große Festwoche mit Jubelfeier organisiert, rund 500 Autos kamen in einer Sternfahrt nach Gera, von denen 140 aus Gera kamen. Der Besuch war überwältigend, so dass die damals führende „Geraer Zeitung“ dem Ereignis sogar eine umfangreiche Sonderbeilage widmete. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Verein vereinnahmt und gleichgeschaltet. Vorher hatten einige Mitglieder versucht, u.a. durch Namensänderungen und ähnliches den Fortbestand zu sichern. Leider vergebens.

Eine ursprünglich geplante Neugründung nach 1945 scheiterte ebenfalls, weil die Alliierten alle Vereinsgründungen untersagt hatten. Aber geblieben sind die vielen Auto- und Oldtimer-Freunde, die zumeist allein oder im kleinen Kreis in ihrer Werkstatt arbeiten. Zu nennen wäre hier z.B. Otto Koch aus Frankenthal, der legendäre Besitzer einer Megola. Die Megola war ein deutsches Motorrad aus den 1920-er Jahren mit einem 5-Zylinder.Umlaufmotor im Vorderrad.

Fünf Geraer Freunde der historischen Technik haben sich jetzt zusammengetan und wollen die Geschichte weiter aufarbeiten und gleichzeitig Impulse für alle Oldtimer-Freunde geben, sich wieder zusammenzuschließen. „Wir haben alle Benzin im Blut“, meinte der Geschäftsführer der Kfz-Innung, Stefan Haase“, „daher wollen wir dafür sorgen, dass Geschichte und Zukunft zusammen gehören“. Ähnlich sieht das Wolf Hartmann: „Es gibt vieler Schrauberm die bisher noch nicht zusammen gekommen sind“. Ins Auge gefasst ist daher u.a. eine für Mitte September geplante Oldtimer-Stern-Fahrt nach Jena zum „Tag des Handwerkes“ Der Kulturbund bietet den „Freunden der historischen Technik“ an, eine Fachgruppe und ein Domizil unter seinem Dach einzurichten. Die Motorsportfreunde können also noch viel erwarten!

Unmittelbar bevor steht eine Festveranstaltung am 17. Februar im Autohaus Scholz-AVS in der Siemensstraße in Gera. Dazu haben bereits über 70 Interessenten ihren Besuch angemeldet. Wie Stefan Haase vor der Presse bekannt gab, sind u. a. eine Ausstellung historischer Zeugnisse und ein Vortrag von Wolf Hartmann über die Geschichte des Vereins vorgesehen. Das wird durch interessante Exponate unterstützt. So gibt es in Gera noch ein Motorrad auch dem Jahre 1929, das allgemein als „Spandauer Springbock“ bezeichnet wurde. Sogar der erste Steuerbescheid vom Finanzamt ist noch erhalten.“ Wolf Hartmann hat im Staatsarchiv Greiz, im Geraer Stadtarchiv und in zahlreichen persönlichen Quellen umfassendes und hochinteressantes Material gesammelt, das weiter ausgewertet wurden soll. Eine Publikation zur Vereinsgeschichte mit begleitendem Bildmaterial ist später vorgesehen.

Die bisherige Resonanz bei den Oldtimer-Freunden ist überwältigend, so dass weitere Anregungen erwartet werden und gewünscht sind. Großes Interesse besteht vor allem an Bildern und anderen Dokumenten, die sich mit Sicherheit noch in Privatbesitz befinden. Gern kann man über ( (0172) 3666271 Kontakt herstellen.

( Reinhard Schubert, 17.02.2012 )

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