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Wasserschloss wird aus Dornröschenschlaf erweckt

So wechselhaft sich die Historie um das ehemalige Tinzer Wasserschloss liest, so verworren erscheint auch das wie und wann um die Sanierung. Damit soll nun endgültig Schluss sein. Nach vielen Worten und Versprechungen, letztere erfolgte im Jahre 2010, soll nun Taten folgen. Der Baustart sei nur noch eine Frage von Wochen, versprach der Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, bei einem kürzlich stattgefundenen vor Ort Termin im Tinzer Schloss.
Wieder einmal nur ein Versprechen oder doch der „märchenhafte Kuss“, mit dem das Wasserschloss aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden soll? Allein schon den Besuch von Christoph Matschie werte Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm als sichtbares Zeichen dafür, dass es diesmal mit dem Sanierungs- und Umbaubeginn ernst gemeint ist und es kein zurück mehr gibt. Ihm persönlich liegt die Fertigstellung besonders am Herzen. So sei die Berufsakademie als erste Hochschule in Gera „sehr wichtig für die Bürger und für die Außenwirkung der Otto-Dix-Stadt Gera. „Die Einrichtung zieht mehr und mehr junge Menschen nach Gera, und erfreulicherweise steigt der Anteil derer, die aus anderen Bundesländern kommen“, so der Rathauschef.
Mit einem Investitionsaufwand von einer Million Euro soll vorerst eine Notsanierung am Schloss vorgenommen werden. Dabei soll die Bausubstanz vor weiteren Feuchtschäden um einen weiteren Verfall wie auch die Statik gesichert werden. Parallel dazu erfolgen die Sicherung der Fassaden sowie die Neueindeckung des Daches und der Beginn mit den Entkernungsarbeiten.
Zuversichtlich, was die Terminierung der Sanierungs- und Umbauarbeiten betrifft, zeigt sich auch Claus Worschech von der gleichnamigen Architekten Planungsgesellschaft mbH in Erfurt So könnte die Berufsakademie mit Seminar- und Konferenzräumen, Büros und Bibliothek bis Ende 2015 ins Schloss umziehen. Die Fertigstellung der Außenanlagen, wofür 600.000 Euro geplant sind, ist für das darauffolgende Jahr geplant.
Insgesamt stehen finanzielle Mittel in Höhe von 5,84 Millionen Euro bereit, darunter EU-Fördermittel. Trotz des zweijährigen Leerstandes nach dem Auszug des Landgerichtes würden sich die Kosten nicht erhöhen, versichert Claus Worschech, mahnte aber gleichzeitig einen unmittelbaren Baubeginn an.
Keinen Einfluss auf Baubeginn und Verlauf habe die noch nicht bis zum letzten Euro geplante Finanzierung, versicherte der Minister, der ein deutliches Interesse des Freistaates an der Projektrealisierung erkennt und rhetorisch fragt: Hätte sonst das Land eine Million Euro zur Notsanierung bereitgestellt? Um die Finanzierung sicherzustellen, sei das Ministerium dabei, so der Minister, eigene Förderbedingungen zu erarbeiten.
Mit Erleichterung wurde die Botschaft vom Baubeginn auch bei den Vertretern der Berufsakademie aufgenommen. Mit ihren derzeit 270 Studenten ist die Bildungsstätte an ihren Grenzen angekommen und musste sich sogar nach einem Ausweichquartier umsehen, welches sie mit dem leerstehenden ehemaligen Kreiswehrersatzamt gefunden hat. Der Haken dabei, 25 000 Euro Miete jährlich und das wie ein Damoklesschwert über der BA schwebende Kündigungsrecht, von dem der Vermieter zu jeder Zeit gebrauch machen kann, wenn er für seine Immobilie einen neuen Eigentümer findet.
Mit der Einbindung des Tinzer Schlosses in den Campus der Berufsakademie knüpft das Wasserschloss auch an die Bildungstradition der 20er und Beginnenden 30er Jahres des vergangenen Jahrhunderts an. So wurde das Schloss von 1920 bis 1933 als sozialistische Heimvolkshochschule, als erste Volkshochschule überhaupt in Thüringen, wie Dr. Norbert Vornehm sagte, mit Unterrichts- und Wohnräumen genutzt.
Die Grundsteinlegung für den Schlossneubau erfolgt 1745 durch Graf Heinrich XXV. Erbaut wurde es nach französischen und italienischen Vorbildern. 1748 erfolgte die die Fertigstellung mit Parkanlagen und Wassergräben. In den Folgejahren diente es als Witwensitz der Fürstin Louise Christiane (1802-1829), Lager für französische Kriegsgefangene (1914-1918), für den Reichsarbeitsdienst (1933-1937, Lazarett (1940-1945), Wehrkreisersatzamt (1969-1989) und wurde temporär genutzt durch das Landgericht Gera (1996-2009).

( Reinhard Schulze )

( Administrator, 12.02.2012 )

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