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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Dass uns die demografische Entwicklung zum Handeln zwingt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Fachkräftemangel, Perspektiven bieten und Bildungsdefizite ausräumen, sind die Schlagworte der letzten Monate. Sicher nicht schleichend, aber dennoch leise, entwickelte sich der Lehrstellenmarkt zum Auszubildendenmarkt. Während sich früher die Unternehmer die Perlen für ihre Nachwuchssicherung herausfischen konnten, sind es heute die Lehrstellensuchenden, die den Markt bestimmen - zumindest die Guten. Man könnte meinen, dass die Arbeitgeber in einen harten Wettkampf um den besten Nachwuchs treten und sich derselbige entspannt zurücklehnen und abwarten kann. Doch dem ist noch nicht so. Durch diesen Wettbewerb haben die Unternehmen erkannt, früher und intensiver auf Nachwuchssuche zu gehen. Und genau da setzen die Initiatoren der Bildungsmesse "Berufe Aktuell", die größte ihrer Art in Ostthüringen, an. "Meist beginnen die Arbeitgeber während des Abschlusses des laufenden Ausbildungsjahres mit der Suche nach neuem Nachwuchs. Gemäß dem Motto nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Aus diesem Grund werden wir fortan die Bildungsmesse am Ende eines jeden Jahres im November durchführen und nicht wie gewohnt im Januar", erkennt Frank Zimmermann, IHK-Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung. Dass sich diese Bildungsmesse als Plattform etabliert hat, Jugendliche zu rekrutieren und jenen auch die meist nicht oder nur wenig bekannten vielfältigen Möglichkeiten in der Region aufzuzeigen, zeigte sich bereits in den vergangenen Jahren. "Inzwischen haben sich 90 Aussteller angemeldet, wir sind damit wieder ausgebucht. Dazu kommen die regionalen Bildungsträger von Berufsschule bis Berufsakademie und die drei Initiatoren der Messe: Arbeitsagentur, Handwerkskammer und unser eins", zählt Zimmermann die Beteiligten auf.
Doch nicht allein durch Anwesenheit, sammeln von Informationsmaterial und kleinen Gimmicks, finden die Jugendlichen einen Lehrplatz. "Letztlich müssen sie in den Dialog treten. Zum einen müssen die Unternehmen das Gespräch anbieten, zum anderen müssen die Jugendlichen es natürlich suchen. Hierbei hat sich immer bewährt, dass bereits tätige Auszubildende an den Ständen stehen und von ihrem Berufsalltag berichten", ermuntert Birgit Becker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, auf der Messe rege Gespräche zu führen, um die facettenreiche Berufslandschaft ein bisschen besser kennen zu lernen. "Nahezu alle regional ansässigen Innungen werden präsent sein und ihr Berufsspektrum vorstellen. Gerade in den handwerklichen Berufen werden die Schüler merken, dass nicht immer einzig und allein die schulische Leistung überzeugt, sondern auch die Affinität zum Handwerk", macht Katja Schmalfuß, Referatsleiterin für die Berufsausbildung der Handwerkskammer Mut, dass auch jene jungen Menschen, die nicht mit einer zwei in Mathe glänzen können, mit der richtigen Begeisterung, Belastbarkeit und Flexibilität eine Lehre finden. Gleichzeitig ist natürlich auch der Arbeitgeber gefragt, der "die Schüler dort abholt, wo sie gerade stehen", betont Schmalfuß.
Um das herauszufinden und zu erkennen, ob der Wunschberuf mit der Realität kongruent ist, lohnt sich ein Praktikum, am besten mehrere.
"Die Unternehmer müssen den jungen Menschen das Gefühl geben, gebraucht zu werden", appelliert Becker an die Wirtschaft und nicht zuletzt sicher auch an die Gesellschaft. Denn nicht selten beginnt Verdrossenheit mit Perspektivlosigkeit.
Am Mittwoch, 30. November, von 10 bis 18 Uhr, findet im KuK die Messe "Berufe Aktuell" statt. Neben einem Vortrag "Ausbildungssituation in Thüringen", haben Jugendliche, Eltern, Lehrer und Weiterbildungsinteressierte die Möglichkeit, sich über ausbildende Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Hochschulen zu informieren. Ein Check der Bewerbungsunterlagen und Interessenstest als Orientierungshilfe bietet die Agentur für Arbeit. Der Workshop "Bewerberauswahl aus Sicht eines Arbeitsgebers", lädt 14.30 Uhr, zu einem sicher aufschlussreichen Nachmittag ein. Erstmals können die Schüler Seminare des IHK-Schülercolleges buchen.

( Fanny Zölsmann, 24.11.2011 )

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