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15 Jahre Offener Kanal Gera

Einmal selbst Regie führen, das Drehbuch schreiben, die Kamera führen, als Cutter am Schnittpult sitzen und am Ende seinen eigenen Film im Fernsehen bestaunen. Oder als Schauspieler, Interviewer oder Moderator vor der Kamera stehen, ist und war der Traum und Wunschberuf vieler kleiner und großer Geraer Bürger. 1996 wurde dies möglich, zumindest hinein schnuppern durfte fortan jeder, der sich als Nutzer registrieren ließ, als Nutzer des Geraer Bürgerfernsehens. Nicht nur hinter die Kulissen schauen, sondern sie selbst mitzugestalten, war die Intention des Offenen Kanal Gera. "Nach gut Dünken konnte und kann hier jeder Nutzer das Geraer Fernsehen mitgestalten", so OK-Leiterin Ute Reinhöfer.
Während das Team um Ute Reinhöfer am Anfang nur hilfreich mit Rat und Tat zur Seite stand, entwickelte sich der OK Gera im Laufe der 15 Jahre zu einem echten Dienstleister und zu einer medialen Plattform für die Geraer Bürger, in der heute auch Nachrichten, Wetter und Stadtratssitzungen das Sendeprogramm füllen und erfüllen. "Wir schieben an und nehmen Hemmungen. Wir haben im Laufe der Zeit immer mehr Themen angestoßen, um sie für die Geraer öffentlich zu machen. Wir mischen uns ein, weil wir Geraer sind", erklärt die Leiterin.
In all den 15 Jahren sind viele gekommen und gegangen, einige sind länger geblieben, wenige für immer. Doch all den Veränderungen und Entwicklungen, den Entdeckungen und der Erlebnisse, der Erinnerungen und Innovationen zum Trotz, ist ist der harte Kern dem Geraer stets treu geblieben. "Wir haben euch viel zu verdanken. Robert Seidel und ich betraten 1996 erstmals die heiligen Hallen des Offenen Kanals, ich erinnere mich noch gut: Der unverzichtbare Olaf Böhme bei der Kameraeinweisung, die nicht weg zu denkende Yvonne Schulten für die stets unbestechliche Disposition und der unschlagbare Martin Groß für alle technischen und ästhetischen Fragen. Dieses kompetente Team steht bis heute. Später haben sich Ute Reinhöfer als starke Leiterin und die ungleichen Zwillinge Mirko und Frank für Jugendfragen eingefunden und das Dreamteam komplettiert", erinnert sich Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam und heutiger freier Toningenieur Rolf Holowenko. Er ist Nutzer Nummer 6 und machte sich mit seiner Rolro-Show unvergesslich. "Ihr habt uns machen lassen. Keinerlei Zensur, auch keine indirekte, haben uns zu einer ganz eigenen Filmsprache verholfen. Das verdanken wir der Kreativschmiede OKG, die immer unterstützt, aber nie dazwischen geredet hat. Daraus ist die langlebigste Sendung der OK-Geschichte erwachsen: die Rolro-Show mit vier Staffeln. Am 25. November diesen Jahres hat sie sagenhafte 13 Jahre auf dem Buckel", dankt Rolf Holowenko.
"Ich habe 1996 angefangen. Damals war der OK noch im KuK und ich Schüler an der Regelschule in Bad Köstritz. Mich hatte einfach das Fernsehen interessiert. Nach der Schule bin ich dabei geblieben und habe so auch meinen Berufswunsch entwickelt. Der Vorteil im OK: Man kann alles machen und ausprobieren, vom Kameraassistenten bis zum Regisseur. Von diesen Erfahrungen im OK profitiere ich bis heute, als freiberuflicher Medienschaffender", sagt der Geraer Kameramann und Cutter Robert Riedel.
Auch der Geraer Produzent und Geschäftsführer der Centauri GmbH Thomas Niemann ist ein Kind des Offenen Kanals, er ist Nutzer Nummer 38. "Eigentlich wollte ich beim OK nur meine Zeit überbrücken und auf mein Journalistik-Studienplatz warten. Doch es ist ganz anders gekommen. Fernsehen war schon immer mein großer Traum. In diesem klitzekleinen Lusaner Kinderzimmer hatte ich aus Lampen und alten Zeitungen ein prämodernes Nachrichten-Studio gebaut. Da war ich so acht, neun Jahre alt. Leider hab ich damals nur imaginär gesendet und in eine Kamera aus Pappmasche geblickt. 1996 gab es diese Gerüchte in der Stadt vom ersten Offenen Fernsehkanal Thüringens. Es war die Chance aus dem imaginären Fernsehleben auszubrechen. Zum ersten mal ging ich mit einer echten Kamera raus auf die Straße - mein erster Bericht für den OK. Was fragt man die Leute auf der Straße, wenn man vom Offenen Kanal kommt? Klar, ich wollte wissen, was sie von Offenen Kanälen halten. Da kamen lustige, wirre Antworten raus: "Offene Kanäle stinken", "Gullydeckel wackeln", "Da muss man aufpassen, dass man nicht reinfällt". Ich glaube die Umfrage ist heute noch legendär. Seit dem bin ich fast täglich ins OK-Studio gepilgert. Die besten Grundlagen meines heutigen Fernsehlebens kommen also vom OK. Und das ist bei mir nun auch schon 12 Jahre her. Aber Nutzer-Nummer 38? Nummer 1 bis 37 bitte sofort bei mir melden", witzelt Thomas Niemann.

( Fanny Zölsmann, 17.11.2011 )

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