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Flughafen inmitten von Gera

Frauen in Uniformen laufen den Gang entlang. Sie sehen aus wie Stewardessen. An einem Treppenaufgang stehen 16 Monitore. Sie flimmern, es blinken Wörter wie "delayed", "closed" und "boarding" auf. Wartende Gäste sitzen in Vierer-Stuhlreihen, Rücken an Rücken und stöbern in ihren Zeitungen oder schauen nervös auf die Monitore. Kofferrollis stehen in den Fluren. Die Aufschrift: "Paris Orly Aeroport". Sind wir in Frankreich?
Die riesigen Glasfenster geben Aufschluss. Denn dahinter sind wider Erwarten keine Flugzeuge zu sehen, sondern die Gera Arcaden. Es ist alles nur Requisite. Im Kultur- und Kongreßzentrum tummeln sich zahlreiche Menschen. Sie tragen Kopfhörer und es scheint, als flüsterten sie in ihre Faust - nein sie sprechen via Sender mit anderen, die Kopfhörer tragen. Dabei sind einige angezogen wie in den 80er Jahren, in den Händen halten sie Gepäck. Einer schreit: "Noch zehn Minuten". Riesige Kameras, schwarze Leinwände und helle Scheinwerfer werden in Position gebracht. Es kann los gehen. Es wird gedreht, inmitten von Gera.
"Nach einigen Besichtigungstouren - Flughafen Erfurt, Leipzig, Altenburg - stand fest, das Geraer Kultur- und Kongreßzentrum ist der richtige Schauplatz. Die beiden Regisseure, der Kameramann und der Szenenbildner waren sich einig, das ist der Pariser Flughafen der 80er Jahre", erzählt Ulrike Brema, Produktionsassistentin bei der deutschen Produktionsfirma Vandertastic.
Es ist eine deutsch-kanadisch-französische Produktion. Der Film heißt "Friends from france" und handelt von zwei jungen Menschen, Jerome Berkowicz und Carole Brikerman. "Sommer 1982. Die beiden fliegen von Paris nach Odessa. Sie sind Cousin und Cousine. Wenn Jerome nicht heimlich in Carole verliebt wäre, hätte er sich nicht auf diesen Trip eingelassen. Ihr Auftrag: heimlich Kontakt mit verfolgten Sowjet-Juden, den ‚Refuzniks‘, aufzunehmen und ihnen Hilfe zu bringen", riss Regisseurin Anne Weil die Filmstory an. Gemeinsam mit Regisseur Philippe Kotlarski schrieb sie auch das Drehbuch. Es ist ihre eigene Geschichte, weites gehend aber eher der Teil, dass sie sich damals auf den Weg machte, um den Juden zu helfen.
Für den Film stehen fünf Umzüge in 23 Filmtagen auf dem Plan. "Dann haben wir die Szenen in Deutschland im Kasten. Danach geht es weiter nach Israel und in die Ukraine", so Ulrike Brema. In Gera war nur ein Drehtag vorgesehen. Doch im Film ist diese dreiminütige Szene eine entscheidende Schlüsselszene. Denn in Gera, also im filmischen Paris, beginnt der Film. Am Set: 21 Schauspieler, 47 Komparsen aus Gera und Umgebung und 60 Leute von der Filmcrew. "Um 6 Uhr morgens waren wir hier. 8.30 Uhr Drehbeginn. Geplant ist bis 21 Uhr", erzählte Komparse Philipp Zenker während der Mittagspause. Er ist Schüler am Goethe-Gymnasium und verbringt seinen Ferientag hier am Set. Nicht zum ersten Mal. So habe er schon 2010 im Film "Gestern ist Nirgendwo", bei dem Lusan zum Drehort wurde, mitgewirkt. Nächstes Jahr soll der Film in die Kinos kommen. "Wann genau wissen wir noch nicht. Vielleicht schon im Mai, denn dann sind die Filmfestspiele in Cannes", hofft die französische Produzentin Leatitia Gonzales von Les Films du Poisson.

( Fanny Zölsmann, 27.10.2011 )

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