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Nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung

Kindern zu selbstbewussten, handlungsfähigen, einander wertschätzenden, toleranten Persönlichkeiten heranzubilden, die menschliche Stärken besitzen und den Willen der Selbstverwirklichung spüren, dass ist der Traum von Anja Stöhr. Sie ist studierte Gymnasiallehrerin und seit 2006 Schulleiterin des privaten Bildungsträgers TÜV Rheinland Bildungswerk in Gera. Im Sommer diesen Jahres begann ihr lang gehegter Traum Wirklichkeit zu werden. "Wir haben das Konzept für eine neue Grundschule beim Kulturministerium eingereicht. Mit Beginn des nächsten Schuljahres soll es dann auch schon los gehen", erklärt Anja Stöhr zur Präsentation. Die ersten Gespräche sind geführt, die ersten Anmeldungen vorhanden. Doch was steckt denn eigentlich dahinter. Nach welchem Konzept wird die neue Grundschule lehren und arbeiten?
"Wir führen zusammen, was in anderen Schulen gut funktioniert. Das kreative Lernen der Kreativschule, die strukturierten Lehrpläne der staatlichen Bildungsträger, die gemeinsame Klassenraumgestaltung der Walddorfschule, die Bewegung der Montessori und das klassenübergreifende Lernen der Jenaer Plan-Schule", führt die Schulleiterin weiter aus. Doch es ist weit aus mehr als nur ein Potpourri bereits vorhandener Schulkonzepte. "PISA und IGLU-Test belegen, dass eine gute Schule von heute mehr sein muss als nur ein Ort der Wissenvermittlung. Unsere Schüler sollen Kenntnisse erlernen, um diese selbstständig und handlungssicher in Lern- und Lebensbereiche übertragen zu können. Sie sollen in der Lage sein, Wissen anzuwenden und Gelerntes auf neue Sachverhalte zu übertragen. Unerlässlich ist hierbei u.a. die Ausbildung des Umgangs mit sich selbst und mit anderen Menschen. Respekt vor Erwachsenen und Mitschülern, eine positive Gesprächskultur, Disziplin, Ordnung, Teamfähigkeit, verantwortungsbewusstes Handeln, Wertschätzung der Natur, Hilfsbereitschaft und der Umgang mit Gefühlen. Es geht uns nicht nur um die Bildung für den Kopf, sondern auch um das Herz und das Bauchgefühl des Kindes", beschreibt die Initiatorin den Grundgedanken des neuen Ortes, an dem ganzheitliches Lernen, Wohlfühlen und aktives Miteinander eine Symbiose bilden.
Doch auch wenn Bewegung, Erholung und Entspannung einen wesentlichen Teil des Schulalltags ausmachen werden, "wollen wir besonderen Wert auf die Ausbildung der Grundkompetenzen legen. In Thüringen beherrschen nur rund 53 Prozent der Kinder das Fach Deutsch, hingegen gute 83 Prozent Mathematik", verdeutlicht sie. So werden die Lernziele den Lehrplänen für Grundschulen des Freistaates Thüringen und dem Thüringer Bildungsplan für Kinder bis zehn Jahre entsprechen. "Der Aufbau des Schultages ist durch Regelmäßigkeiten gekennzeichnet, die flexibel auf die Bedürfnisse der Schüler angepasst sind. Damit wird der Tag für sie fassbar und lebbar", weiß die Pädagogin.
Bis zu 22 Kinder können ab dem kommenden Schuljahr zu kleinen Entdeckern werden - so der Name der neuen Ganztagsgrundschule, die in die Räumlichkeiten des TÜV Bildungswerks, An der Silbergrube 7, einziehen wird. Die Vorbereitungen und Planungen laufen auf Hochtouren. Zu einer Entdeckungstour lädt Anja Stöhr am Donnerstag, 3. November, von 16 bis 19 Uhr, und am Sonnabend, 10 bis 14 Uhr, alle Interessierten ein.
Doch auch wenn Bildung nichts kosten dürfte, bekräftigt Anja Stöhr, so ist dies in Deutschland nicht möglich. Für eine gute Bildung bleibt der Griff ins Portemonnaie scheinbar nicht mehr aus. Vor allem erst recht dann nicht, wenn eine neu gegründete Schule sich die ersten drei Jahre selbst finanzieren muss, bevor ihr Fördermittel in Höhe von 80 bis 85 Prozent zugesprochen werden können.

( Fanny Zölsmann, 21.10.2011 )

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