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Geraer sind häufiger krank

Einen unrühmlichen Spitzenplatz nimmt Gera laut Gesundheitsreport der DAK beim Krankenstand ein. Im Vergleich zum Jahr 2009 ist er zwar 2010 leicht gesunken, dennoch waren an jedem Tag des Jahres von 1000 DAK-Versicherten 45 krankgeschrieben. Den niedrigsten Wert in Thüringen habe Jena mit 36 Krankschreibungen, wusste der Leiter des DAK-Servicezentrums Gera, Yves Böhme.
Um die Ursachen festzustellen, wurde auch analysiert, warum die Geraer arbeitsunfähig waren. Die meisten Krankschreibungen wurden wegen Rückenschmerzen oder Knieproblemen sowie weiteren Symptomen des Muskel-Skelett-Systems vorgenommen. In diesem Bereich nahmen die Ausfalltage um knapp acht Prozent zu. Bei Arbeitsunfähigkeit wegen Kreislauferkrankungen, Herzkrankheiten und Bluthochdruck war der stärkste Anstieg zu verzeichnen. Es folgten Ausfalltage wegen Insektenstiche, Vergiftungen, Erkrankungen des Atmungssystems. Allerdings sanken die Ausfalltage wegen Erkältung und Bronchitis um etwa ein Viertel.
Besorgniserregend sei jedoch der Vormarsch der psychischen Erkrankungen wie Depression oder anderer Seelenleiden, die um 47 Prozent angestiegen sind. "Damit hat jede zehnte Erkrankung bereits psychische Ursachen und hat im Alltag schon Fuß gefasst", bemerkte der DAK-Chef. Amtsarzt Dipl.-Mediziner Matthias Albert räumte ein, dass in diesem Bereich die Grauzonen bestimmt noch viel größer seien und bereits bei jungen Leuten psychische Störungen vorlägen. "Eigentlich steht das dieser Altersklasse noch gar nicht zu", sagte er, aber viele Jugendliche litten bereits an Mehrfachstörungen. Erschöpfungszustände seien aber auch häufig bei Menschen zu beobachten, die in sozialen Berufen tätig sind. "Sie erfahren viel Leid und Kummer und können das oftmals nicht ausblenden," nannte er dafür als Ursache
Der Ärztliche Direktor des SRH Wald-Klinikums Dr. med. habil. Walter Groß bestätigte, dass sich die statistischen Angaben im DAK-Gesundheitsreport auch im stationären Bereich des Klinikums widerspiegeln. Hier sei ebenfalls eine Zunahme der Patienten mit psychischen Erkrankungen zu verzeichnen. Erschreckend sei die Anzahl der psychischen Erkrankungen bei jungen Leuten. Psychosomatische Störungen aus gefühlter oder echter Überlastung habe es vor 70 Jahren noch nicht gegeben. Für Dr. Groß liegt eine der Ursachen im heutigen Schulsystem. "Die Schule muss heute Spaß machen, aber im Arbeitsleben wird niemand mehr mit Samthandschuhen angefasst", sagte er. Auch bemängelte er, dass zu wenig Sport an den Schulen getrieben werde. Die Bewegungsarmut führe zu Rückenschmerzen und anderen Leiden des Muskel- und Gelenksystems sowie zur motorischen Ungeschicklichkeit.
Junge Leute zu motivieren, gesund zu leben, hält auch die Leiterin der Arbeitsagentur Gera Birgit Becker für sehr wichtig. Die Chancen für junge Leute, einen Ausbildungsplatz zu erhalten, seien derzeit sehr groß. Es geht auch darum, ihnen eine Perspektive in der Region zu bieten. Zu speziellen Gesundheitsproblemen bei jungen Arbeitsnehmern bietet die DAK Hilfe an, wozu Stressmanagement, Bewegungsangebote und Entspannungstechniken gehören.

( Helga Schubert, 06.10.2011 )

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