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Gera beherbergt die "Hall of Fame" des deutschen Sports

Wer möchte den Großen des deutschen Sports nicht gern ’mal tiefer in die Augen schauen? Im Geraer Stadtmuseum ist das bis zum 26. Juni möglich. Es öffnet erneut die 3. Etage der Geschichte jener Gesellschaft, die seit der Olympiade von 1896 immer größere Schlagzeilen macht. Mit 45 Porträtgemälden oder Collagen des Bensheimer Künstlers Hans Borchert reist die Stiftung Deutsche Sporthilfe durch die Lande. Sie bewirkt Interesse an Persönlichkeiten, die den Ruf ihrer Sportarten durch ihre Leistungen prägten, aber den Betrachter oft zugleich vielfältige Zusammenhänge zur Zeitgeschichte assoziieren lassen. "Episodische Erinnerung" nennt das die Psychologie. Die Gefühlswelt rund um den Sport eignet sich bestens dafür: Man denke an den jüdischen Rekord-Schachweltmeister Emanuel Lasker, die legendären Fußballerfolge mit Sepp Herberger, Helmut Schön und Franz Beckenbauer, überraschende Triumphe in der Leichtathletik, im Schwimmen, Reiten, Turnen oder an die Sternstunden mit Tennis-Liebling Steffi Graf und Eiskunstlaufprinzessin Katarina Witt.
Die 2008 gegründete "Hall of Fame des deutschen Sports" steht nun erstmals in einer Stadt der neuen Bundesländer. Gera hat sich sehr darum bemüht, versicherte Ute Heckmann im Sinne des Museums, das in den letzten Jahren u.a. die Historie der Turner und Schützen zu erhellen half. Der Sporthilfe-Direktor Hans-Joachim Elz kam aus Frankfurt /Main selbst nach Ostthüringen. Er ahnte manchen Erklärungsbedarf zum gegenwärtigen Stand der virtuellen Ruhmeshalle des deutschen Sports, die so manchen Widersprüchen kaum aus dem Weg gehen kann. Das beginnt freilich schon mit den Nominierungen von Mitgliedern für diese Hall of Fame. Bekannte deutsche Sportkarrieren berührten oder liefen über Kriegszeiten hinweg. Vorschlagsrecht haben die Stiftung, der Deutsche Olympische Sportbund und der Verband Deutscher Sportjournalisten. Doch eine andere Jury entscheidet zuletzt über die Aufnahmen. (Und die ist weder von Athleten, noch von ostdeutschen Vertretern dominiert.)
Zuletzt erweiterten die Juroren am 11. Mai 2011 den erlauchten Kreis gefeierter Stars um 21 Aktive aus der Zeit von 1945 bis 1972. Damit kamen zum Beispiel Renate Stecher, Karin Büttner-Janz, Ingrid Krämer-Gulbin und Helmut Recknagel dazu. Die sind natürlich für die Präsentation von Borchert noch nicht künstlerisch porträtiert. Aufregender war aber, dass Radsportlegende "Täve" Schur von diesem Gremium abgelehnt wurde. Wie wird man in den nächsten Jahren mit DDR-Repräsentanten umgehen? Zur Premiere am 6. Mai 2008 war nur Schwimm-Olympiasieger Roland Matthes in die Hall aufgenommen worden. Manche älteren Athleten wie Erich Rademacher, Rudolf Harbig oder Gustav Schäfer haben immerhin durch ihre Geburtsorte Bezug zu den neuen Bundesländern. An der erfolgreichsten Olympionikin, Kanusportlerin Birgit Fischer kam man nicht vorbei. Sie lächelt die Besucher nun auch gleich am Eingang zur Ausstellung an. Das wollten Geras Gestalter so. Sie wissen, dass sich die Exposition gut zu einer Geschichts- oder Sportstunde lohnen würde.
Nach wie vor hat diese Hall of Fame noch kein festes Zuhause und ist so oft nicht zu sehen. Ob sie künftig vielleicht multimedial ergänzt oder andere Präsentationsformen haben wird, ist für die Stiftung nicht Hauptfeld ihrer Arbeit. Die richtet sich vor allem auf die Unterstützung aktiver Spitzensportler. Über 40.000 kamen in Summe von 350 Millionen Euro bisher in den Genuss der Hilfe. Darauf möchte diese Ausstellung gern gleich mit aufmerksam machen.

( Thomas Triemner, 07.06.2011 )

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