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"Senfkorn"-Kinder feiern Richtfest

Sie können ihn kaum erwarten, die Kids aus der Kindertagesstätte "Bussi-Bär" in der Tobias-Hoppe-Straße, den Umzug in ihren neuen Kita "Senfkorn", in unmittelbarer Nachbarschaft zum Joliot-Curie Seniorenheim.
Bereits zum ersten Spatenstich am 21. Dezember 2010, wie auch zur Grundsteinlegung am 23. März 2011 waren die künftigen Bewohner auf das Baugelände gekommen, um nach dem rechten zu sehen. So war es auch am 25. Mai 2011, denn da wurde Richtfest gefeiert. Ganz unbeteiligt sind sie ja nicht an diesem Bau. Zwar bedurfte es noch nicht ihrer Hilfe vor Ort, dafür haben sie aber in ihrer Kindertagesstätte gebastelt und gemalt, so wie sie sich ihr neues Domizil vorstellen.
Viel interessanter ist es natürlich, den Verlauf des Baus selbst zu verfolgen. Und wenn dann noch jemand, wie Architektin Renée Möser, aus dem "Nähkästchen" der Bauleute erzählt, dann wird es besonders spannend. Besonders hellhörig waren sie, als vom Richtschmaus gesprochen wurde. Den wollten sie natürlich nach dem Ende des offiziellen Teils nicht verpassen. Zuvor wurden sie noch Zeuge einer Taufe, bei der die 20-jährige Sarah Kuhn aus Gunstedt, Auszubildende Bauzeichnerin im 2. Lehrjahr offiziell in die Reihen der Bauleute aufgenommen wurde.
Gespannt waren die Blicke der Kinder, als Kita-Leiterin Antje Neugebauer die Spitze es Dachstuhls erklommen hatte und dann mit dem Zimmermannshammer einen Nagel einschlug. Nun wussten sie, der Bau steht fest und bald werden sie von der neuen Kindertagesstätte Besitz ergreifen können.
Mit dem Bauverlauf sei man im Plan, hat sogar gut 14 Tage Vorlauf, so dass der Termin für die geplante Fertigstellung im Januar 2012 steht, erzählt die Architektin Renée Möser vom RJ Planungsbüro mit Sitz in Erfurt. Dann kann mit dem Umzug begonnen werden, so dass im Februars 2012, dass junge Leben Einzug halten kann. Bot die bisherige Einrichtung für 104 Kinder Platz, werden künftig bis zu 120 Kindern Aufnahme finden. Davon können zwölf mit Entwicklungsverzögerung intensiv betreut werden. Da die neue Kindereinrichtung barrierefrei gebaut ist, bietet sie auch Kindern mit Rollstuhl die Möglichkeit zum Besuch der Kita.
Bauherr ist die DO Kinder- und Jugendhilfe gGmbH in Jena. Nach gut einem Jahr Bauzeit entsteht so auf einer Nettogrundfläche von 1,109,94 Quadratmetern ein Ersatzneubau einer diakonisch-integrativen Kindertagesstätte mit 120 Plätzen. Die Investitionskosten liegen bei 2.324 Millionen Euro. 125.000 Euro kommen als Zuwendung aus dem Investitionsprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung" 2008 bis 2013 und 500.000 Euro als Zuwendung laut Infrastrukturpauschale der Otto-Dix-Stadt Gera.
Erstellt wird das Gebäude in Passivhausbauweise. Passiv deshalb, so die Architektin, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus "passiven" Quellen gedeckt wird, wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen und technischen Geräten. Das Ergebnis ist eine positive Raumwahrnehmung, gekoppelt mit einem niedrigen Energieverbrauch. Der Vorteil, neben der Kosteneinsparung ist, dass das Gebäude aufgrund seiner guten Wärmedämmung sowohl im Winter als auch im Sommer keine klassische Heizung oder Kühlung benötigt.
Einzigartig ist, so Renée Möser, die Platanenallee vor dem Haus, die man bewusst erhalten hat und in deren Schatten die Kinder sich bewegen wie auch spielen können. Bewusst gewählt wurde der Standort auch deshalb, um dem Grundkonzept des generationsübergreifenden Miteinanders noch besser gerecht zu werden. So besteht ein unmittelbarer Kontakt zwischen jungen und älteren, gesunden und kranken Menschen. Die so pädagogisch angestrebte Begegnung und der Dialog zwischen Jung und Alt, führen nicht nur zu einer Bereicherung des institutionellen Lebens, sie schenken Kindern und Senioren gleichzeitig wertvolle Impulse und identitätsstiftende Erfahrungen. Sind die Kinder bisher zu den Senioren gekommen, um sie mit Liedern und Vorführungen zu erfreuen, so können die Senioren ihnen dann fast täglich beim Spielen zu sehen und sich daran erfreuen.

( Reinhard Schulze, 07.06.2011 )

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