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Lokaler Aktionsplan: "Toleranz fördern - Kompetenzen stärken"

"Es sind die gesammelten Werke Vieler", beschreibt Ines Wegner vom Stadtjugendring das Strukturprojekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes "Toleranz fördern - Kompetenzen stärken".
Dieses bundesweite Programm führt seit 2011 die Arbeit der beiden Aktionen "Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" und "kompetent für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus" unter einem gemeinsamen Dach fort. Anhand lokaler Aktionspläne arbeiten Akteure, u.a. Kirchen, Institutionen und Bürger eng mit der Kommune zusammen. Sie entwickeln eine Strategie zur Demokratieentwicklung und für die nachhaltige Entwicklung lokaler Bündnisse gegen rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen.
Auch Gera wird von diesem Programm partizipieren. Bis 2013 stehen der Stadt 300.000 Euro zur Verfügung, um diese sinnvoll in Projekte zu investieren, die sich klar gegen Rechtsextremismus positionieren und diese Ziele nachhaltig verankern. Ein Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes ist der Strukturplan des Stadtjugendrings (SJR). Gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden erarbeitete der SJR unter der Leitung von Ines Wegner einen Strukturplan mit elf Modulen. "Dieses Gesamtprojekt beinhaltet aufeinander abgestimmte und untereinander vernetzte Einzelmodule. So z.B. thematisch geführte Stadtrundgänge mit Günter Domkowsky. Diese sollen sich an historischen Orten von Menschenfeindlichkeit in Gera bis in die DDR-Zeit orientieren. Zudem sollen Filmabende mit Gesprächen im Filmclub Comma organisiert werden. Das Aktionsbündnis gegen Rechts plant u.a. die Filme ‚Oi! Warning - Leben auf eigene Gefahr’ und ‚Kahlschlag’. Ein weiteres Modul, initiiert vom Evangelischen Jugendhaus Shalom, heißt ‚1.000 CDs gegen Rechtsextremimus‘. Hier planen Geraer Bands eine Gemeinschaftsproduktion", zählt Ines Wegner drei der geplanten Module auf.
Daneben wird unter der Leitung von Stadtjugendpfarrer Michael Kleim ein christlich-muslimischer Dialog stattfinden. "Die iranische Juristin und islamischen Theologin Hamideh Mohagheghi wird Ende des Jahres Gast unserer Stadt sein und zu einer Gesprächsrunde einladen", erfreut sie sich.
Um noch zielgerichteter und vor allem die interne außerschulische Jugendarbeit und generationenübergreifender Arbeit von Vereinen und Verbänden zu stärken und nachhaltig zu binden, wollen die Initiatoren einen Methodenkoffer erarbeiten.
Erlebte Geschichte und historische Erlebnisse sollen spielerisch umgesetzt werden, um sie für die Jugendlichen empfindbar zu machen. "Gemeinsam mit elf Mitarbeitern aus der Jugendarbeit waren wir zur Bildungsreise in Amsterdam. Dort beschäftigten wir uns u.a. mit der dortigen Jugendkultur aber auch dem Gedenken an den Widerstand im Zweiten Weltkrieg. Beeindruckend war, dass am Befreiungstag in Amsterdam für zwei Minuten alle -freiwillig- den Kriegsopfern gedachten und für zwei Minuten keine Autos fuhren, der Nahverkehr stillstand und die Menschenmasse in Stille gedachte. Man hörte nur die Tauben auffliegen", erinnert sie sich an den Tag als die Welt um sie herum für einen Moment stehen blieb. All diese Erfahrungen und Erkenntnisse aus zahlreichen Gesprächen und Diskussionen wollen die Initiatoren gemeinsam in die Erarbeitung des Methodenkoffers einfließen lassen und diesen dann den Institutionen zur Verfügung stellen.
"Es ist eine unserer vornehmsten Aufgaben das Demokratie- und Toleranzverständnis unserer Stadt weiter auszubauen. Durch dieses vielfältige Projektangebot erreichen wir viele Menschen und können sie so für eine Vielfalt begeistern", betont sie abschließend.

( Fanny Zölsmann, 07.06.2011 )

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