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Kulinarische Kost für den Geist und die Seele

"Qualität, Qualität, nochmals Qualität" - so umschrieb der designierte Generalintendant des Theaters Altenburg-Gera, Dr. René Serge Mund, in einer Preissekonferenz zur Vorstellung der neuen Fürhungsmannschaft seine Maxime. Grundaussage: Alle Sparten bleiben bestehen, und auch die Zuknuft des kleinen Theaters im Zentrum scheint gesichert. Allerdings ist es leitungsmäßig unmittelbar an das Große Haus gekettet, denn auch für das Puppentheater hat ab neuer Spielzeit der neue Schauspieldirektor Frank Lienert-Mondanetti das Sagen. "Es wird schwer", gab dieser zu, aber wie schwer und wie es im einzelnen weitergeht, konnte er noch nicht sagen. Dies soll dann alles, wie auch von den anderen Direktoren, dem Generalmusikdirektor Prof. Rolf Reuter, dem Operndirektor Prof. Stefan Blüher und der Ballettdirektorin und Chefchoreografin Silvia Schröder zur Spielplan-Pressekonferenz verraten werden. Für den Generalintendanten ist Theater auch eine moralische und eine Bildungsanstalt, aber auch ein Ort, der Vergnügen machen soll und Entspannung bringt. "Eine kulinarische Kost des Geistes und eine kulinarische Kost der Seele", formulierte er. Und für den Schauspieldirektor gibt es keine andere Frage als mit Lessings "Nathan der Weise" zu beginnen. "An diesem Stück der Nachhaltigkeit der Toleranz komme ich nicht vorbei", sagte er und bekräftigte, Theater solle sich noch ein bisschenVisionen bewahren, Sehsüchte wecken und wachhalten. Schließlich komme er aus dem Rennstall des Deutschen Theaters Berlin, bekannte er stolz. Das könne er gar nicht verleugnen. Und so ließ er schon einmal ein paar Spielplanideen purzeln. Zwei Märchenproduktionen - "die Russen kommen", lächelte er verschmitzt - "Die verzauberten Brüder" und "Die feuerote Blume". Dazu wünscht er sich, dass das Parkett voll ist. Shaekesspeares "Wie es euch gefällt", Brechts "Baal", "Sarajewo, mon amour", ein brisantes Gegenwartsstück, sind weitere Ideen des Mimen, der in vielen Framen wie "Wallenstein" oder "Maria Stuart" selbst auf der Bühne stand.
Auch Generalmusikdirektor Prof. Rolf Reiter will seinen Rennstall nicht verleugnen. Er hatte weltweit große Erfolge mit Inszenierungen an der Komischen Oper Berlin, er ist Wagner- und Mozartfan und war Präsident der Hans-Pfitzner-Gesellschaft. So klingt es wohl in seinen Ohren, wenn Operndirektor Prof. Stephan Blüher verkündet, er wolle sich mehr dem zu Unrecht fast vergessenen Komponisten Hans Pfitzner widmen. Der 74jährige Prof. Reuter hat eine eigene Beziehung zu Gera, wie er aus dem Nähkästchen plauderte. Sein Vater war Kompositionslehrer des Erbprinzen Reuß, der in dieser Zeit jedes Jahr ein Weihnachtsmärchen dichtete und komponierte.
Bliebe noch Ballettdirektorin Silvana Schröder zu nennen, die in Gera bereits mit dem Ballett "Die Schneekönigin" zu sehen ist. Ihr Ziel ist es, neben dem klassischen und modernen Ballettabend das Ensemble auch international bekanntzumachen.
Bei allen künstlerischen Visionen und Plänen bleibt jedoch die Frage nach dem Geld nicht aus. 32 Millíonen Mark umfasst der neue Etat, mit dem die Mannschaft ihre ehrgeizigen Pläne umsetzen muss. "Das geht", versicherteder designierte Generalintendant, aber natürlich müsse gespart werden. Stellen wurden abgebaut. Im Schauspiel werden dann wohl nocg nur 20 Mimen agieren, die Ballettkompanie wird sieben bis acht Tänzer weniger haben. Der größte Brocken war die Fusion der beiden Orchester in Altenburg und Gera. Dies ist nun zum 1. August unter Dach und fach. Dann gibt es ein Orchester mit 88 Musikern. Aber selbst dabe bereits auf der Kippe gestanden, gab Prof. Reuter zu. Die Zahl 80 sei im Spiel gewesen. Doch dazu hätte er seine Zusage nicht geben können. Um mehr Punlikum ins Theater zu bekommen soll vor allem auf die Kinder und Jugendlichen gesetzt werden. Sie rechtzeitig an das Theater heranzuführen ist das erklärte Ziel der gesamten Leitungsmannschaft. Mehr in die Schulen gehen und mit den Schulen machen! Davon erhoffen sich alle etwas.

( Helga Schubert, 05.02.2000 )

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