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Die drei Essen sind dem Erdboden gleich

Sie wurden nur 30 Jahre alt. Ein kurzes Leben, bezogen auf das menschliche, aber lange genug, um vom einstigen Wahrzeichen zum Störfaktor degradiert zu werden. 30 Jahre lang wurden sie bejubelt und belächelt, in zahlreichen Wettbewerben thematisiert, in unzähligen Foren diskutiert. Ihre Bedeutung wurde signalisiert in Widerstandsbewegungen und Demonstrationen, internationalisiert durch ein Mode-Label und nicht zuletzt dokumentiert in einer einzigartigen Langzeitdokumentation.
Die drei Essen - einstiges Symbol der Stadt Gera sind endgültig dem Erdboden gleich gemacht. Nur noch ein einziger Stummel erinnert an die imposanten Bauwerke.
"Der Abriss", oder der Fall der drei Essen Geras, filmisch begleitet von Thomas Niemann und dessen Film- und Fernsehproduktionsfirma Centauri GmbH. "Im Jahr 2001 begann die Widerstandsbewegung ‚stehenlassen.de‘", erinnert sich Niemann, "fünf Jahre später folgten die ersten theoretischen Abrissplanungen und 2008 war es dann so weit. Die ersten Arbeiten in den Schornsteinen begannen", so der Produzent, der mit seinem Team fortan zwei Jahre lang den Abriss mit der Kamera dokumentierte und daraus einen einzigartigen Film entstehen ließ. "Für uns Filmemacher waren die Dreharbeiten oft schwierig. Unser Kameramann hockte auf einem schmalen Plateau, 225 Meter über dem Boden. Unter ihm ging es steil abwärts. Die Männer vom Abrissteam hingen fast freischwebend unter ihm. Doch unsere Technik war oft zu groß und unhandlich. Also mussten wir uns etwas einfallen lassen. Kurzerhand montierten wir Minikameras auf den Helmen der Bauarbeiter. So entstand ein eindrucksvolles, wackeliges und schwindelerregendes Bild, welches dem Zuschauer auf authentische Art die lebensgefährlichen Arbeiten nachvollziehbar macht", weckt Niemann die Neugierde auf den 45-minütigen Film. Doch steckt in der DVD noch vieles mehr. "So gibt es die besagten Helmkameraaufnahmen in voller Länge, bis einem allein vom Zusehen schwindelig wird", witzelt Niemann, "heimlich gedrehtes Filmmaterial aus den 80er Jahren, ‚Aktuelle Kamera‘-Berichterstattung über den Bau der Schornsteine, Geschichten über die Schornsteine aus fast zehn Jahren Abrisshin und -her, Flugaufnahmen, Stadtperspektiven und ein besonderes Highlight - die Zeitraffereffekte. Mit einer hochauflösenden Spezialkamera haben wir jeden Tag sieben Bilder von einem Hochhaus geschossen. So kann der Zuschauer in kürzester Zeit zwei Jahre an sich vorbei ziehen lassen - die Jahreszeiten gleiten vor sich hin und die Schornsteine verschwinden zunehmend wie von Geisterhand", so Thomas Niemann, der mit diesem Dokumentarfilm die drei Essen unvergessen macht. Ab 13. Dezember ist "Der Abriss" bei Gera Tourismus im H35 erhältlich und bietet damit für jeden Geraer die Möglichkeit, sich ein Stück der "drei Essen" nach Hause zu holen.

( Fanny Zölsmann, 03.12.2010 )

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