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Auf Handwerksmeister ist Verlass

"Im Gegensatz zu Bayern München haben wir jedes Jahr eine Meisterfeier". - Dieser salopp-witzige Satz stammt aus dem Vokabular der derzeitigen auf längere Frist angesetzten bundesweiten Imagekampagne des deutschen Handwerks. Mit dieser Kommunikationsoffensive will die "Wirtschaftsmacht von nebenan" die überragende Bedeutung des Gewerbes mit seinen über 100 modernen Dienstleistungsberufen unters Volk bringen. Größe, Innovation, Vielfalt und Kundennähe verkörpert dabei in erheblichem Maße der Handwerksmeister.
Im Zeichen der Imagekampagne stand deshalb auch die diesjährige Meisterfeier der Ostthüringer Handwerkskammer, die schon zum dritten Mal als jährlicher Höhepunkt stattfand und sich so langsam an die Zahl der Feiern von Bayern München heranschiebt. Im Geraer Kultur- und Kongresszentrum begrüßte Kammerpräsident Klaus Nützel unter den etwa 500 Teilnehmern der Festveranstaltung Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, darunter den Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm und die Geraer Superintendentin der Evangelisch-Lutherischen Kirche Gabriele Schaller.
In der berühmten Wagner-Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" wird fast schon beschwörend gerufen: "Verachtet mir die Meister nicht!". Wir können den Komponisten und den Textdichter beruhigen. Im Ostthüringer Handwerk genießt die Schlüsselfigur gewerblichen Tuns hohes Ansehen. So konnten im Kammerbereich in diesem Jahr 139 Absolventen, darunter 41 Frauen, nach erfolgreicher strenger Prüfung den Meisterbrief erhalten. Die Prüflinge stammen aus 12 Gewerken. Zahlenmäßig an der Spitze stehen 44 künftige Augenoptiker, 19 Kfz-Techniker und 18 Dachdecker. Das Durchschnittsalter der Jungmeister und Jungmeisterinnen liegt bei 29,7 Jahren.
Es gab verdientermaßen besondere Ehrungen. Die Auszeichnung "Bester Jungmeister", gestiftet durch die Volksbanken/Raiffeisenbanken und überreicht durch die Geraer Bank eG, nahm die Neustädter Tischlermeisterin Annelie Herden entgegen. Die Ehrung als Vertreter der Gewerke durch die IKK classic erhielt der Lobensteiner Marcus Piltz, Meister des Glaser- und Tischerhandwerks. Als jüngste Absolventin erwies sich dieses Jahr die Jenaer Friseurmeisterin Charlott Holzapfel mit ihren gerademal 21 Jahren. Ältester Jungmeister mit 46 Jahren ist der Geraer Kfz-Techniker Mario Beyer.
Erfolgreich stellten sich wiederum Teilnehmer einer bedeutsamen Fortbildungsprüfung. 14 junge Leute dürfen nun den Titel "Betriebswirt des Handwerks" tragen. Die Ehrung als "Bester Betriebswirt (HWK)" 2010, vorgenommen durch das Versorgungswerk des Ostthüringischen Handwerks e.V., erhielt Eve Buch aus Stadtroda.
Eine liebenswürdige Geste gab es nun schon zum dritten Mal. 77 Frauen und Männer, allesamt gestandene berufs- und lebenserfahrene Altmeister, die vor fünf oder sechs Jahrzehnten ihren Titel erwarben, erhielten ihren Goldenen Meisterbrief oder die Jubiläumsurkunde.
Sowohl Kammerpräsident Klaus Nützel, Festredner Holger Schwannecke als auch Dr. Norbert Vornehm und die Kirchenrepräsentantin Gabriele Schaller in ihren Grußworten stimmten ein Loblied an auf den frischgebackenen Meisternachwuchs und dessen Leistungen. Er habe sich für eine Laufbahn entschieden, die sichere Perspektiven bietet. Die Meisterbriefe würden eine gute "Rendite" versprechen.
Schwannecke zeigte sich erfreut, dass derzeit auch im Ostthüringer Handwerk ein kräftiger konjunktureller Aufwind wehe. Nirgendwo als im Handwerk wurde die Wirtschaftskrise besser gemeistert. Um für die Zukunft als durch nichts zu ersetzender Spezialdienstleister gewappnet zu sein, bräuchte das Handwerk gezielt Nachwuchs, auch im Meisterfach. Leider gebe es noch viele offene Lehrstellen und Abbrecher. Man brauche eine umfassende Offensive in der Berufsorientierung. Es geht um eine systematische Werbung für den Handwerkerberuf.
Zum Abschluss jedenfalls stimmte die versammelte Runde einer der markantesten Losungen der Imagekampagne des Handwerks nochmals zu: "Gott schuf Himmel und Erde - den ganzen Rest haben wir gemacht". Und mit den Meistern und sowie möglichst vielen Gesellen und Lehrlingen wird das auch so bleiben.

( Harald Baumann, 03.12.2010 )

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