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"Wohnzukunft für Bieblach"

Der Wohnungsleerstand macht den Geraer Wohnungsunternehmen immer noch zu schaffen. Wegen der Finanzklemme der Bundesländer steht es in den Sternen, ob die mit der Städtebauförderung verbundenen ehrgeizigen Ziele tatsächlich im anvisierten Zeitrum erreicht werden können. Die GWB "Elstertal" jedenfalls hat ihr Konzept der Kombination von Rückbau und Komplexsanierung in den letzten Jahren erfolgreich durchsetzen können und damit den kostenintensiven Leerstand erheblich reduziert. Geschäftsführer Ralf Schekira kommt einmal im Jahr in das Stadtteilbüro in Bieblach-Ost, um hier den Mietern in diesem Stadtteil sowie denen vom Bieblacher Hang die Arbeitsergebnisse des letzten zwölf Monate zu erläutern und Ausblick auf die bevorstehenden Arbeiten zu geben. Das Interesse daran war auch in diesem Jahr groß, der Veranstaltungsraum voll gefüllt.
Bieblach-Ost hat gegenwärtig einen Leerstand von 24 Prozent, am Bieblacher Hang sind es 13 Prozent, während das Stadtzentrum als dritter Schwerpunkt des Unternehmens lediglich 8 Prozent vermeldet. Der Rückbau muss also fortgesetzt werden. Er soll aber Hand in Hand mit Teil- und Vollsanierungen gehen. Immerhin sind bereits 77 Prozent der "Elstertal"-Wohnungen saniert, die verbleibenden 23 Prozent stehen schrittweise auf dem Plan.
Auch wenn durch den Wohnungs-Abriss in der Perspektive erhebliche Einsparungen erreicht werden können, kosten die Maßnahmen mit der Abrissbirne erst einmal viel Geld. Allein der Umzug einer Mieterfamilie wird mit rund 1.000 Euro Kosten geplant, für jede zu sanierende Wohnungen werden im Durchschnitt 3.000 Euro notwendig.
"Wir wollen bei den Rückbauten keinen Kahlschlag machen, es geht uns beim Stadtumbau um ein angenehmes Wohnen einschließlich einer schönen Umwelt", so Ralf Schekira. So sind 1858 abgebrochene und 1539 sanierte Wohnungen in der Statistik erfasst. Dafür wurden 9,5 Millionen Euro investiert. Als sehr erfreulich wertete der Geschäftsführer die Tatsache, dass 85 Prozent der Mieter, deren Wohnungen abgerissen werden, dem Unternehmen treu geblieben sind. Zwei GWB-Mitarbeiter kümmern sich ausschließlich um die Betreuung der Mieter, deren Haus aus dem Stadtbild verschwindet und kann in vielen Fällen eine einvernehmliche und gute Lösung erreichen. Bewährt habe sich auch das Stadtteilbüro als wichtiger Kommunikationspunkt, auf den das Unternehmen nicht verzichten möchte.
"Wohnzukunft in Bieblach" - so das Thema des Abends - sieht Ralf Schekira auch in den veränderten Bedingungen rund um die Häuser mit viel Grün und Freiraum. Ursprünglich hatte "Elstertal" sogar die Absicht, einen Bürgerpark mit Kleingärten für die Bewohner zu schaffen. Wegen mangelnder Resonanz wurde das Vorhaben allerdings aufgegeben.
Das Wohngebiet Bieblacher Hang nimmt in der Stadt allerdings eine Sonderstellung ein. Es ist das erste komplex gebaute Wohngebiet Thüringens, das den Status eines Flächendenkmales erhalten hat. Das schließt ein, den gesamten Charakter des Wohngebietes zu wahren. Darauf achtet der Denkmalschutz mit wachem Auge. So wurden sogar spezielle "Farbbefundungen" durchgeführt, um den Originalcharakter aus den 50-er und 60er Jahren voll zu wahren. Der Denkmalschutz hatte sogar Einwände gegen den Anbau von Balkonen geltend gemacht, diese dann aber zurückgestellt. "Heute sind auch die Denkmalschützer mit dem zufrieden, was wir erreicht haben," so Schekira. Wohnungen ohne Balkon seien heute kaum noch zu vermieten.
Dem Bieblacher Hang steht allerdings noch eine erhebliche Aufgabe bevor. Das Gas-Netz ist in diesem Bereich veraltet und müsste dringend erneuert werden. Allerdings hat auch hier die Zahl der Nutzer von Stadtgas erheblich abgenommen, so dass dieses Netz stillgelegt werden soll. Das hat zur Konsequenz, ein völlig neues und erheblich leistungsfähiges Elektronetz zu bauen. Auch das macht erhebliche Investitionen erforderlich.
Natürlich ging es vielen Besuchern an diesem Abend um den Fortbestand oder die dringend erforderliche Sanierung der eigenen Wohnung. Ralf Schekira und seine Mitarbeiter sicherten in alle Fällen Unterstützung und Hilfe zu, konnte sich allerdings nicht in allen Fällen auf einen konkreten Termin festlegen.

( Reinhard Schubert, 26.11.2010 )

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