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"Vielfalt tut gut" bringt viele ins Grübeln

Was Phase ist in Geras vergleichsweise eiligem oder kurzfristigen Bemühen um einen LAP, das konnte man am Dienstag im Rathaussaal erfahren. Der "Lokale Aktionsplan" Geras soll zur Bündelung von Projekten führen, die auf lokaler Ebene Toleranz und Demokratie in der Gesellschaft stärken. Um dafür ab 2011 (für drei Jahre) die Unterstützung aus Fördermitteln des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut." zu gewinnen, muss ein Endspurt eingelegt werden, der, real betrachtet, nur Zwischenspurt sein kann. Allein schon der Vielfalt und stückweiser Bemühungen um Bekanntheit wegen. Die "Abschlussveranstaltung zur Entwicklungsphase" des LAP war gedacht, um Ergebnisse aus sieben Werkstattgesprächen, wie zu Ideen für den ländlichen Raum, zu Gedanken um Kita /Schule/ Eltern, in Sachen Wirtschaft/ Unternehmen oder auch Initiativen/ Ehrenamt bzw. Vereine/ Verbände vorzustellen, öffentlich zu werten und zusammenzufassen. Diese Workshops fanden zwischen 13. Oktober und 4. November statt. Daran nahmen rund 300 Bürger teil, manche mehrfach.
Analyse der Ressourcen, Anknüpfungspunkte und Maßnahmekatalog - Wortgebrauch aus dieser Zeit der Selbstfindung deutet an, dass man diese Fördergelder nicht im Spaziergang kassieren kann. Immerhin stehen bis zu 300.000 Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie auf dem Spiel. Bei einem früheren Anlauf in 2007 war Gera sehr knapp um einen Bewertungspunkt gescheitert.
Im Vergleich zum laufenden Bundesprogramm wird ab nächstem Jahr u.a. der Untertitel des Bundesprogramms abgewandelt auf "Toleranz fördern - Kompetenz stärken". Das nuanciert, sich weniger frontal oder nur gegen Radikalismus, Extremismus oder Fremdenfeindlichkeit zu wenden, sondern überhaupt weiteres bürgerschaftliches Engagement herauszufordern. So durfte man auch einleitende Worte von Thüringens Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit Heike Taubert verstehen. Sie sieht in Gera bestehende Aktionen und Initiativen, deren man sich noch bewusster werden sollte und die mehr Förderung verdienen. Doch sie mahnte auch, sich mit dem gewissen deutschen Wohlstand nicht zurück zu lehnen oder der Politikverdrossenheit zu verfallen. Frau Taubert wollte in Gera zugleich das "Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit" vor Publikum aus der Region vorstellen. Einige der Formulierungen dazu wurden dann sehr kontrovers diskutiert.
Außerdem gewann man den Eindruck, dass die danach präsentierte, den LAP begleitende Untersuchung der Berufsakademie Gera zum Thema "Situations- und Ressourcenanalyse zu rechten Strukturen in Gera" den Schwerpunkt des anstehenden Programmentwurfs eher einseitig auf diesen Aspekt verschob. Sie litt unter einem geringen Aufkommen an Befragten. Daneben taten sich die beteiligten Geraer Bürger nicht leicht, konkrete Ideen für förderfähige Projekte mit möglichst übergreifendem Charakter aus ihren Workshops auszuwählen und für das Handlungskonzept weiter zu entwickeln. Zu integrieren, Netzwerke zu knüpfen oder die existierenden beispielhaft zu verbreiten, kreativ zu sein, Bestehendes unter Aussicht auf Förderung zu ergänzen usw., fällt schwerer als erhofft. Im Bereich Kinder und Jugendliche gelang das Ideenspiel noch am besten. Das darf aber im LAP nicht den Eindruck erwecken, städtische Maßnahmen einzusparen und durch vom Bund unterstützte Initiativen zeitweilig ersetzen zu wollen.
In der nächsten Woche müssten bisherige Erkenntnisse in der LAP-Koordinierungsstelle in der Gagarinstr. 99-101, telefonisch erreochbar unter ( 8383433 oder 8383019, soweit verdichtet werden, um den offiziellen Antrag zu schreiben. Das wird den Lenkern noch heftiges Grübeln verursachen.

( Thomas Triemner, 26.11.2010 )

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