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Mit einem Ticket von Gera bis Gotha

Was lange währt, wird gut und am Ende des langen Wartens, heißt es nun: grenzenlos mobil. Zum 12. Dezember tritt Gera dem Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) bei, so Baudezernet Ramon Miller und Udo Gantzke, Geschäftsführer der Geraer Verkehrsbetriebe (GVB) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag dieser Woche.
Mit einem einzigen Ticket mit Bus, Bahn und Straßenbahn bis nach Gotha fahren. "Auf diesen Verbundbeitritt hat die Gera seit gut zehn Jahren hingearbeitet, denn wir sind von der Idee, ein gemeinsames Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel anzubieten, zutiefst überzeugt", sagte Ramon Miller.
Schon zur Gründung der Verkehrsgemeinschaft Mittelthüringen 2004 sei der GVB Gesellschafter, war aber auf Beschluss des Freistaates tariflich zunächst nicht eingebunden, blickte der Dezernent zurück. Gleichwohl hielten die Stadträte an ihrem Ziel fest, den ÖPNV durch ein gemeinsames Tarifangebot über Stadt- und Unternehmensgrenzen hinweg attraktiver zu machen.
Ramon Miller schätzt ein, dass sich für Fahrten über Geras Stadtgrenzen hinaus und insbesondere auf der Mitte-Deutschland-Verbindung Gera-Jena-Weimar-Erfurt die "Hemmschwelle" zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sinkt und mittelfristig zu deutlichen Fahrgaststeigerungen führt.
Die wichtigste Neuerung sei, so Miller, dass die Fahrgäste mit nur einem gemeinsamen Ticket alle Busse, Bahnen und Straßenbahnen im erweiterten Verbundgebiet zwischen Gera und Gotha nutzen können. Der Fahrpreis richtet sich nach der Zahl der genutzten Zonen, wobei die Stadt Gera mit ihren Ortsteilen als zusammenhängende CityZone in den VMT eingeht - der Ticketkauf für Fahrten innerhalb Geras bleibt so wie bisher.
Nicht im Verbund der Landkreis Greiz. Dennoch gilt die Neuregelung auch für die Bahnhöfe Bad Köstritz und Kraftsdorf, weil sie im Korridor zwischen zwei Verbundspartnern liegen. Man wolle ja die Kleinstaaterei nicht auf die Spitze treiben, so Miller scherzhaft.
Vorteile im VMT-Beitritt sieht Udo Gantzke auch für diejenigen Kunden, die die GVB-Linien nur auf innerstädtischen Fahrten nutzen. Trotz der Erweiterung des Fahrscheinsortiments bleibt es überschaubar. "Eine Rückkehr des befürchteten Tarifdschungels muss niemand fürchten", so der GVB-Geschäftsführer. So wird es künftig Wochenkarten geben. Die 4-Fahrtenkarte entspricht vier Einzelfahrten zum rabattierten Preis und kann ganz flexibel abgefahren werden. Die Gruppenkarte gilt den ganzen Tag für bis zu fünf gemeinsam reisenden Personen oder für Familien mit unbegrenzt vielen eigenen Kindern. Wochen- und Monatskarten sind künftig auf andere Nutzer frei übertragbar. Auf seine Monatskarte kann der Inhaber am Wochenende einen Erwachsenen kostenlos mitnehmen. Die Stadtkarte und die 9-Uhr-Abo-Monatskarte sind wahlweise personengebunden oder übertragbar auf unbegrenzt viele Nutzer erhältlich. Es gelten aber veränderte Mitnahmeregelungen sowie neue Vertragsbedingungen. Künftig nicht mehr im Angebot das Espresso-Ticket. Der Kinderfahrschein und die Tageskarte kosten künftig 20 Cent mehr.Die bisher geltenden Abo-Karten verlieren im Januar ihre Gültigkeit.
Im Vorfeld erhalten deshalb alle Stammkunden des GVB ein persönliches Anschreiben mit einer detaillierten Erläuterung der Veränderungen. Dem Brief ist ein Serviceabschnitt beigefügt, auf dem die Kunden Vertragsänderungen ganz bequem ankreuzen können. Der neue Fahrschein wird Mitte Dezember dem Kunden zugeschickt.
"Es ist also wichtig, dass wir alle Kunden erreichen", so Udo Gantzke und fügt an: "Doch wir haben die Erfahrung gemacht, dass uns nicht immer die aktuellen Adressen von unseren Stadtkartenkunden vorliegen." Stammkunden, die bisher noch keinen Brief vom GVB erhalten haben, sollten sich dringend unter ( 7390111 melden.
Die Kosten für die Umstellung und Neuanschaffungen der Fahrscheinautomaten belaufen sich auf ca. 2,9 Millionen Euro. 75 Prozent davon trägt der Freistaat. Die Umstellung der Fahrscheinautomaten an den Haltepunkten erfolgt ab dem 12. Dezember beginnend entlang der Linie 1, einschließlich an der Zentralen Haltestelle Heinrichstraße sowie an der Haltestelle Park der Jugend. Es folgt im Januar 2012 der Komplettersatz entlang der Linie 3. Die Umstellungen der mobilen Automaten in den Bussen ist für April 2012 geplant und ab 2012 erfolgt die Umstellung in den Straßenbahnen.

( Reinhard Schulze, 26.11.2010 )

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