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Energie, Zuwendung und Leidenschaft

"Seit 1990 muss ständig um den Erhalt unseres Theaters gekämpft werden." Diesen Satz für eine kleine Broschüre zur Feier des 20 Jahrestages der Gründung der Gesellschaft der Theater- und Konzertfreunde formulierte deren langjähriger Vorsitzende Karl-Heinz Walther schon vor Wochen. Kaum jemand hätte gedacht, dass seine Worte wegen der gegenwärtigen finanziellen Schieflage des Theaters eine besorgniserregende Aktualität erhalten haben. Die Gesellschaft feierte trotzdem ihr Jubiläum in der Bühne am Park. Ein Ausdruck dafür dass ihre engagierten Mitglieder die Entwicklung immer mit wachem Auge verfolgen und sich mit aller Kraft für die Erhaltung des Theaters als Mehrspartentheater mit eigenem Ensemble und eigenen Inszenierungen einsetzen.
Die Theaterfreunde sind nicht nur treue Besucher der Bühnen der Stadt, sie haben "ihrem Theater" auch finanziell unter die Arme gegriffen: Stolze 280.000 Euro wurden von Sponsoren und Spendern gesammelt, mit denen dringend benötigte Anschaffungen bewerkstelligt werden konnten. Dazu gehören der Erwerb eines neuen Hauptvorhanges für das Große Haus, die Neubestuhlung des Theatersaales, 200 Stühle für die Bühne am Park, der Kauf eines neuen Flügels, die Orchesterbestuhlung, aber auch weit über 11.000 Euro für die Theaterfabrik und viele andere Investitionen. Für neue Foyer-Möbel wird gegenwärtig gesammelt, dabei sind die ersten 10.000 Euro schon wieder auf dem Konto. Nicht zuletzt hat die Gesellschaft eine Reihe eigener Veranstaltungen aus der Taufe gehoben. So lud Angelika Poser-Kötzsch genau 90 Mal zum "Damentee" ein, 2008 startete dann das "Theatercafé". Beide Reihen hatten bzw. haben ein festes Stammpublikum.
In seiner Festrede ging Karl-Heinz Walther auch auf die gegenwärtige Situation ein und appellierte eindringlich an die politisch Verantwortlichen, das Vier-Sparten-Theater in Gera zu erhalten. Kein Verständnis zeigte er für den Wunsch der Erfurter, ein eigenes Ballett-Ensemble aufzubauen und das Orchester erheblich personell zu stärken: "Die Erfurter Wünsche dürfen von der Landesregierung nicht auf Kosten des Geraer Theaters erfüllt werden." Generalintendant Prof. Matthias Oldag dankte allen Mitgliedern des Vereins und v.a. seinem Vorsitzenden für die Energie, Zuwendung und Leidenschaft, die sie für das Theater aufgebracht haben. Gleichzeitig überreichte er Karl-Heinz Walther die Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft von Theater&Philharmonie Thüringen als Wertschätzung für die Arbeit des Vereins und als "Dank für Zuhören, Zuschauen, Hilfe und Kritik".
Alle Festredner konnten sich während der Feierstunde aus verständlichen Gründen nicht zur gegenwärtigen finanziellen Situation des Theaters äußern. Aber alle teilten die Einschätzung, dass das Theater das Rückgrat der Geraer Kultur ist und bleiben muss, so die in Altenburg beheimatete Vizepräsidentin des Thüringer Landtages Dr. Birgit Klaubert, und Geraer Fachdienst-Leiter für Kultur, Dr. Frank Rühling, die zum Festhalten an gewohnter Qualität und gewohntem Umfang aufriefen.
Mitglieder des Geraer Ensembles boten ein Programm aus dem aktuellen Repertoire. Die szenische Einrichtung hatte Heike Kley übernommen, am Klavier Thomas Wicklein und Olav Kröger, die Solisten Teruhiko Komori, Peter-Paul Haller, Jule-Rosalie Vortisch, Judith Maute, Henning Bäcker, Illia Bukharov und Günter Markwarth.

( Reinhard Schubert, 11.11.2010 )

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