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Theater: Insolventes Kehraus abgewendet

Die Vorhänge in den Theatern Gera und Altenburg werden sich nicht schließen. Der insolvente Kehraus ist abgewendet, und die Musen können, wenn auch mit Einschränkung, wieder ihre Fäden für das Publikum spinnen. Das ist das Ergebnis der Sitzung des Aufsichtsrates von Theater & Philharmonie Thüringen (TPT) Anfang dieser Woche in der Bühne am Park, worüber der Vorsitzende und Oberbürgermeister von Altenburg Michael Wolf und Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm informierten. Der Freistaat Thüringen hat sich von den Konsolidierungsmaßnahmen der Theaters GmbH und seiner Gesellschafter vor allem auch für die Jahre nach 2012 überzeugen lassen. Um das augenblickliche Defizit und die drohende Zahlungsunfähigkeit ab 50. Kalenderwoche abzuwenden, gibt es in diesem Jahr aus dem Geldtopf des Kulturministeriums einen Zuschuss von 850.000 Euro. Die gleiche Summe ist dann noch einmal im Mai 2011 fällig, wofür bereits die Zusagen für die Zahlung gegeben wurden. Beide Offerten müssen jedoch noch in der Kabinettsitzung am 23.November beschlossen werden. Natürlich enthielten alle Pläne Risikofaktoren, kalkuliert Michael Wolf ein. "Doch wir werden die Stellschrauben ständig justieren", sagte er.
"Künstler und Kaufmann in einer Person - das funktioniert nicht, und das mussten wir erkennen", gab Dr. Norbert Vornehm zu. Deswegen, so bestätigte der Aufsichtsratsvorsitzende werde es in Zukunft einen kaufmännischen und ein künstlerischen Geschäftsführer geben. Die Ausschreibung beginne in Kürze, und im Frühjahr könne die Stelle besetzt werden. Die offizielle Amtszeit von Matthias Oldag als Generalintendant endet im Sommer 2011. An der künstlerischen Arbeit von Matthias Oldag gebe es nichts zu kritteln, unterstrich Dr. Vornehm. Im Gegenteil, er habe TPT über die Grenzen von Altenburg und Gera bekannt gemacht. Diese Qualität wolle man auch nicht zurückfahren. Besonders lobte er das Ballett, das ein Flagschiff des Theaters sei.
Das Theater soll zukunftsfähig gemacht. Das ist der bekundete Wille aller Gesellschaft. Trotzdem müssen Sparmaßnahmen greifen, aber der große Rotstift kann nicht sofort angesetzt werden. "Wir können nicht bestehende Verträge kündigen", weiß Dr. Vornehm, aber für die nächste Spielzeit ließe sich schon viel machen. Was der Oberbürgermeister schon jetzt mit Sicherheit weiß: Das Open-Air-Festival "Alles Theater" findet im nächsten Jahr nicht statt. Und ob die Balletttage durchgeführt werden können, entscheiden die bereits abgeschlossenen vertraglichen Bindungen. Und auch Altenburg muss den Gürtel enger schnallen und kann die beliebte Freiluftaufführung "Der Prinzenraub" in seiner bisherigen Form nicht mehr durchführen. Der Altenburger OB denkt an eine Ausschreibung, wobei sich TPT ebenfalls bewerben könne.
"Wir wollen nicht inszenieren", bekannte Geras Oberbürgermeister, aber zukünftige Produktionen dürften nicht so kostenintensiv sein und müssten aus den eigenen Ensembles besetzt werden. Honorar-, Reise- und Transportkosten sind einzusparen, ebenso zu senken sind die Kosten für Bühnenbilder und Requisiten, Instandhaltungsmaßnahmen vor allem in Altenburg sind aufzuschieben. Nachgedacht werde über eine Erhöhung der Eintrittspreise und eine Vereinfachung des Abonnementsystems. Wie sich das auf die Zuschauerzahlen auswirke, könne man nicht sagen, denkt Michael Wolf an die Zukunft.

( Helga Schubert, 11.11.2010 )

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