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Ehrenamt im Handwerk unverzichtbar

Sie brennen für das Handwerk, sind als Vollversammlungsmitglied, Innungsmeister, Mitglied des Berufsbildungsausschusses, Gesellen- und Meisterprüfungsausschusses sowie sonstiger Fortbildungsausschüsse, als Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses oder als öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige tätig und dies ausschließlich im Ehrenamt. Ihnen einfach nur Dank sagen, dazu hatte die Handwerkskammer für Ostthüringen gemeinsam mit den Kreishandwerkerschaften in Ostthüringen am vergangenen Samstag 240 der im Ehrenamt tätigen ins KuK zu einer Festveranstaltung "20 Jahre demokratisches Handwerk in Ostthüringen" eingeladen.
Das Handwerk als die Wirtschaftsmacht von nebenan, sei auch für Gera das Rückgrat der Wirtschaft, so OB Dr. Norbert Vornehm, der daran erinnerte, dass auch er wie auch seine Ehefrau aus einer Handwerkerfamilie abstammt. So seien sein Vater Schreiner und der seiner Gattin Maler gewesen. Auf die über 8000 Ausschreibungen seitens der Stadt folgten mehr als 35000 Angebote. Über 480 Millionen Euro hat die Stadt investiert. Weit über die Hälfte davon gingen an Handwerksbetriebe in Ostthüringen und wiederum über 80 Millionen davon an Unternehmen in Gera.
Klaus Nützel, Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen, erinnerte an 20 Jahre demokratisches Handwerk. Wie "goldig" allerdings der Boden für das Handwerk heutzutage ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. 9.643 Handwerksunternehmen - bis zum Herbst 89 waren es mal gut 4.000 - lassen aber darauf schließen, dass die Handwerksbranche nach wie vor hoch im Kurs steht. Dies nicht zuletzt, so Klaus Nützel, durch eine engagierte Innungsarbeit, die für eine gute Zusammenarbeit der Handwerkergemeinschaft sorgt, vielfältige Veranstaltungen organisiert und mit einer gezielten Lobbyarbeit für die Belange des Handwerks eintritt.
Modernste Technik und innovatives Know How hat längst Einzug ins Handwerk gefunden, was es nun gilt auch dem künftigen Nachwuchs noch bewusster zu machen. So fordert der Präsident: "Werben Sie weiterhin in Ihren Ehrenämtern und darüber hinaus für das Handwerk, die damit verbundenen Karrieremöglichkeiten und nicht zuletzt für ein ehrenamtliches Engagement jedes einzelnen Handwerkers."
Zu den Pionieren des demokratischen Handwerks zählt der Ofenbaumeister Heinrich Frühauf. Am 7. Mai 1990 wählten die Handwerker die Vollversammlung als ihr höchstes Gremium. Der heute 85-jährige fungierte damals als Wahlleiter. "Es war ein großer Moment für uns alle. Die Zwangsschale, in der wir Handwerker jahrzehntelang steckten, wurde gesprengt und nun konnten wir uns als Handwerker entfalten. Für mich bedeutet demokratisches Handwerk: Gründung von Innungen. Freie Wahlen sowie die Wiedereinführung des Meisterprüfungswesens", erinnert sich der heute 86-jährige, der sich noch immer am wohlsten fühlt in seinem Traditionsunternehmen.
Mit dem Fortschritt im Kamine- und Ofenbau Schritt zu halten, darüber macht sich der Senior keine Sorgen, mehr schon über den Handwerkernachwuchs. "Wir suchen noch einen Auszubildenden. Einmal sind es die unzureichenden Leistungen, zum anderen das mangelnde Interesse, was es schwer macht, engagierten Handwerkernachwuchs zu finden." Sorgen, die nicht nur Heinrich Frühauf bewegen.

( Reinhard Schulze, 02.09.2010 )

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