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Kulturdialog in Gera

Führende Vertreter aus Politik, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen waren auf Initiative von Finanzamtschefin Dr. Viola Hahn (Rotary Club Gera) in unsere Stadt gekommen, um in mehreren Veranstaltungen über den Kulturdialog in Europa zu sprechen. Das sollte mithelfen, die kulturelle Vielfalt in Europa als Chance zu begreifen und die Rolle der Bundeswehr im europäischen Netzwerk herauszuarbeiten. Dazu war Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg zu seinem zweiten Besuch nach Ostthüringen gekommen. "Gera hat sich einen Namen als Wegweiser zum europäischen Kulturdialog gemacht" bescheinigte Dr. Jürgen Schöning, Thüringens Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Chef der Staatskanzlei, unserer Stadt, und ergänzte: "In einer Gemeinschaft von 27 Mitgliedsstaaten werden wirtschaftliche und kulturelle Unterschiede bestehen bleiben. Entscheidend für den europäischen Einigungsprozess wird es stets sein, darin keine Probleme zu sehen, sondern die Vielfalt im geeinten Europa als Chance zu begreifen. Europas Reichtum ist seine Vielfalt!"
Besondere Erwartungen waren naturgemäß an die Ausführungen von Bundesminister zu Guttenberg vor rund 100 geladenen Gästen in der Orangerie gerichtet. Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm begrüßte den Gast, der als Wirtschaftsminister schon einmal die Stadt von Otto Dix, aber auch die Stadt der 1.000 Bundeswehr-Pioniere besucht hatte.
Gera als Wegweiser zum europäischen Kulturdialog? Diese Rolle übernehme die Otto-Dix-Stadt sehr gern, sagte der OB. Das Stadtoberhaupt verhehlte jedoch nicht, dass ihn die gegenwärtige Krisendebatte um Europa irritiert. Selbst Ökonomen würden nur die Kostenseite betrachten, nicht aber die Menschen. Sparen der öffentlichen Hand werde zum Allheilmittel erklärt, kritisierte Vornehm: "Investitionen und Leistungen der Menschen verschwinden doch aber nicht einfach aus dem volkswirtschaftlichen Kreislauf."
Zu Guttenberg ging sofort freimütig zur Sache: "Es war mehr als geboten, dass die Bundeswehr wieder Gegenstand der öffentlichen Debatte ist." Niemand soll sich scheuen, diese Debatte öffentlich zu führen. Ein Festhalten an der Wehrpflicht sei die Folgerung aus allen seinen Überlegungen. Die möglichen Reformen - so u.a. eine Aussetzung der Wehrpflicht - müssten von unten nach oben kommen. Grundlage sei die Frage, wie viel Personal mindestens gebraucht werde, die Ausbildungsstruktur bedürfe ebenfalls einer Festlegung und schließlich auch die Frage der Kosten. Vor allem erwarteten die Menschen, dass die Politiker über den Wahltag hinaus denken. Berechenbarkeit müsse die Unberechenbarkeit ersetzen. Dazu wünschte sich der Minister eine breite Debatte über die Grundwerte der Gesellschaft. Es müsse auch Schluss sein mit einer "chronischen Unterfinanzierung" der Truppe. Ausführlich beschäftigte er sich mit den Veränderungen der Gefährdungslage von der Zeit des Kalten Krieges bis in die Gegenwart. Heute gehe es immer mehr um den Wettbewerb um Ressourcen. "Was für ein ekliges Thema in diesem Land. Und doch sind diese Konflikte schon Gegenwart", so der Minister freimütig. Seine Ausführungen wurden mehrmals von spontanem und langem Beifall unterbrochen.

( Reinhard Schubert, 02.09.2010 )

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