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Stadt erhält 30.000 Euro Fördermittel aus Bundesprogramm

Gera (NG). Die Stadt Gera erhält 30.000 Euro Fördermittel aus dem Bundesprogramm "Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie". Nach einer entsprechenden Bewerbung bekam sie mit Zuwendungsbescheid vom 2. August den Zuschlag.
Diese Gelder sind zur Entwicklung des gemeinsamen lokalen Aktionsplanes für die Stadt Gera bestimmt. Die Entwicklungsphase erstreckt sich vom 1. August bis zum 31. Dezember. Das vom Bundesamt für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Programm "Vielfalt tut gut", das seit dem 1. Januar 2007 läuft, soll im Kampf gegen den Rechtsextremismus alle gesellschaftlichen Kräfte partnerschaftlich einbinden und vor allem die Zivilgesellschaft stärken und Jugendlichen Werte wie Toleranz und Demokratie vermitteln.
Sozialdezernentin Christiane Neudert freut sich über die Unterstützung, können mit dem geförderten Projekt doch bereits begonnene Aktivitäten gebündelt sowie neue Akteure und Aktionen vorangebracht werden. "Junge Menschen für ein tolerantes, solidarisches und verständnisvolles Miteinander zu begeistern und zu befähigen, ist eine der wichtigsten Aufgabenstellungen für den Bestand und die Fortentwicklung unseres demokratischen Gemeinwesens", macht die Dezernentin deutlich.
Der Startschuss für "Vielfalt tut gut" in Gera fällt am 28. September 2010 im Rahmen der Interkulturellen Woche. Damit bekennt sich die Stadt zur hohen Wertigkeit von Vielfalt, Demokratie und Toleranz. Zur Entwicklungsphase gehören zum einen Werkstattgespräche mit unterschiedlichen Zielgruppen zur Entwicklung des Lokalen Aktionsplanes, eine breite Öffentlichkeitsarbeit, darunter eine TV-Kampagne, eine differenzierte Recherche zu rechtsorientierten Gruppierungen, z. B. an Schulen und Jugendeinrichtungen, aber auch zu Angeboten der Demokratie und Interkulturalität. Gleichzeitig finden Sensibilisierungsmaßnahmen im ländlichen Raum mit Werkstattgesprächen statt. Im November wird es eine Abschlussveranstaltung geben.
Ziel der Entwicklungsphase ist es, ein Konzept für einen über drei Jahre dauernden lokalen Aktionsplan in Gera zu erstellen. Sollte es der Stadt gelingen, drei weitere Jahre an diesem Bundesprogramm beteiligt zu sein, können in den kommenden Jahren kommunale Projekte und Netzwerke zur Demokratieförderung und Toleranzentwicklung gebildet und weiter ausgebaut werden.
Die lokale Koordinierungsstelle ist in der Stadtverwaltung angesiedelt und wird durch Heike Födisch vom Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe und der Aussiedler- und Ausländerbeauftragten Manuela Andritzky geleitet. Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit schaden der Demokratie und gefährden den Zusammenhalt der Gesellschaft. Gerade junge Menschen stünden zunehmend als Zielgruppe im Visier rechtsextremistischer Organisationen. Sie sollten sich daher möglichst früh mit rechtsextremistischer Ideologie und Propaganda auseinandersetzen und für ein tolerantes und demokratisches Miteinander begeistert werden. Ziel müsse sein, Verständnis für die gemeinsamen Grundwerte und kulturelle Vielfalt zu entwickeln, die Achtung der Menschenwürde zu fördern und jede Form von Extremismus zu bekämpfen. Alle gesellschaftlichen Kräfte und staatlichen Ebenen seien dabei gefordert, unter den lokalen Rahmenbedingungen den Aktionsplan mitzugestalten und an seiner Umsetzung zu arbeiten.
Gera gehört zu den bundesweit schwächsten Wirtschaftsstandorten. Seit Jahren ist die Situation geprägt von starker Abwanderung und immer komplexeren sozialen Problemen. Zum 31. Dezember 2009 lebten in Gera 1.480 Ausländer und etwa ebenso viele Spätaussiedler. Der Anteil von Zugewanderten liegt damit bei drei Prozent. Trotz der geringen Zahl gibt es erhebliche Toleranzdefizite und Ängste in der Bevölkerung gegenüber Menschen aus anderen Kulturen. Der Alltag bietet kaum Möglichkeiten, durch persönliches Begegnen diese Vorbehalte abzubauen.

( 26.08.2010 )

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