Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Innovationen, Erfahrungen, Know-how und fast ideale Standortvorteile

An einer Frage scheiden sich die Geister: Hat Gera zu viele oder zu wenige Gewerbegebiete? Öffentliche Aufmerksamkeit konzentriert sich immer auf die gerade aktuellen Fragen. Und so ist der politische Streit darüber, ob in Korbußen ein neuer Standort gemeinsam von der betroffenen Gemeinde, dem Landkreis Greiz und der Stadt Gera geschaffen werden soll, politisch zwar ausgestanden, aber in der Praxis hat sich bisher noch nichts Greifbares getan.
Die Landesregierung wird nicht müde mit ihrer Bekundung, ein derartiges Groß-Gewerbegebiet zu fördern, hin und wieder winkt auch ein Investor mit einer Anfrage, die freilich immer damit gekoppelt wird, dass entsprechende staatliche Fördermittel fließen.
An diesem Tatbestand mag es liegen, dass sich die vorhandenen Gewerbegebiete nicht so sehr der aktuellen politischen Aufmerksamkeit präsentieren und sich damit langsam aber sicher auch der privaten Beachtung der Einwohner entziehen. So hat der "Gewerbepark Keplerstraße" sich nicht nur mit seinem anspruchsvollen Namen in das Bewusstsein der Geraer einzugraben versucht; die hier angesiedelten Betriebe sind auch immer wieder in die Schlagzeilen gekommen, wurden vielfach positiv erwähnt, aber hin und wieder war auch Negatives zu vermelden. Erst kürzlich hat sich das Druckhaus einen neuen Standort suchen müssen, unter anderem weil der Platz in der Keplerstraße zu eng geworden war. Aber die Firma ist in Gera geblieben! Wie eine Hiobsbotschaft hingegen kam die Ankündigung von Agfa, einen deutlichen Arbeitsplatzabbau am Standort Gera ins Auge zu fassen.
Irritationen gibt es immer wieder, wenn kleinere Firmen den Gewerbepark verlassen. Doch das darf nicht täuschen: In vielen Fällen ist das nämlich pure Absicht. So zum Beispiel bei den Unternehmen, die unter dem Dach des Technologie- und Gründerzentrums (TGZ) untergekommen waren. Sinn und Zweck dieses Gemeinschaftsunternehmens ist es nämlich, innovativen Gründern den Start in das Wirtschaftsleben zu erleichtern. So sieht auch TGZ-Geschäftsführer Klaus Dieter Naundorf die ureigenste Aufgabe seines Hauses in einem Beitrag zur regionalen wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Gera und der Region Ostthüringen.
Nahezu 80 Unternehmen sind oder waren seit Bestehen des TGZ Mieter, davon die Mehrzahl Existenzgründer und Jungunternehmen, die dem technologieorientierten Sektor zuzuordnen sind. Ein unverzichtbarer Beitrag zur Hilfe für kleine und mittelständige Betriebe, die dann ihrerseits neue und in vielen Fällen zukunftssichere Arbeitsplätze aufbauen.
So kann das TGZ selbst einschätzen, dass sich der Begriff Technologie- und Gründerzentrum zu einem bekannten und interessanten Kommunikationspunkt entwickelt hat - weit über die Grenzen Thüringens hinaus. Kein Wunder also, dass Besucher aus den USA, China, Afrika, dem Vereinigten Emiraten, Osteuropa sowie natürlich den Ländern der Europäischen Union zu den Besuchern gehörten, Erfahrungen mitbrachten, aber auch vom Know-how des TGZ in der Keplerstraße selbst profitieren wollten.
Bei vielen kleineren und mittleren Betrieben wird eine zumindest national beachtete Arbeit geleistet, zahlreiche Angebote finden aber auch international durchaus Aufmerksamkeit. So hat erst vor wenigen Tagen die Firma "Präzisionsoptik Gera" (POG) mitgeteilt, dass sie ihren Umsatz mit hoher Exportquote seit 1999 verdoppeln konnte, elf Prozent Zuwachs sind allein im Jahre 2003 in den Büchern nachgewiesen.
Am Standort Keplerstraße wird POG weitere drei Millionen Euro in die Erweiterung investieren. Rund ein Drittel der Gesamtproduktion ist für das Ausland bestimmt.
Präzisionsoptik Gera ist nur ein Beispiel dafür, wie ehemalige Zeiss-Beschäftigte mit unternehmerischem Mut aber auch Risiko eigene Vorstellungen verwirklichen. Und das erfolgreich!

Das knapp zwölf Hektar große Gewerbegebiet ist zwar voll erschlossen, aber nicht vollständig ausgelastet. Dabei sind gerade die hier zu verzeichnende Konzentration innovativer und technologieorientierter Firmen ein ganz besonderer Standortvorteil. Die Keplerstraße besticht durch den landschaftlichen Reiz der Tallage und scheint fast wie am Reißbrett geschaffen: Acht Kilometer von der Autobahn entfernt, acht Kilometer bis zum Gleisanschluss der Bahn und ebenfalls acht Kilometer - und man steht am Flugplatz Gera-Leumnitz.

In diesen Fragen scheiden sich die Geister nicht: Zum Wohle unserer Stadt.

( Reinhard Schubert, 30.01.2004 )

zurück