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Kitas suchen mehr Leute

"Thüringen verfügt über das modernste Kita-Gesetz in Deutschland", verkündete SPD-Landtagsabgeordneter Wolfgang Lemb stolz während einer Podiumsdiskussion im Geraer Stadtmuseum vor rund 50 Erzieherinnen und Erzieher, Eltern und interessierten Bürgern. In seiner dritten Veranstaltung "Lemb im Gespräch" widmete sich der SPD-Mann ganz dem Thema des neuen Kindertageseinrichtungsgesetzes - so der offizielle Name - und hatte den bildungspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Peter Metz mit im Boot. Als Gesprächspartner standen außerdem Lars Eisert-Bagemihl von der Diakonie und der Arbeitsgruppe Kindertagesstätten und Tagespflege, Birgit Klemm, Fachdienstleiterin Kinder- und Jugendpflege aus Gera und Karin Senf vom Trägerkreis "Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik" zur Verfügung.
Fast fünf Jahre währte das Volksbegehren von Eltern, Verbänden, Gewerkschaften und Parteien für eine bessere Familienpolitik in Thüringen, und auch in Gera wurden Bürger aufgefordert, ihre Unterschriften zu leisten. Die Ausdauer führte schließlich zum Erfolg. Das neue Gesetz bedeutet 2400 neue Erzieherstellen, den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag, die Stärkung der Mitbestimmung der Eltern, Anspruch auf zehn Stunden Betreuungszeit, bessere Integration und eine Verbesserung der fachlichen Beratung.
Ohne Zweifel ist das neue Gesetz ein wesentlicher Fortschritt. So sieht es Lars Eisert-Bagemihl, aber er sieht auch die Probleme. Das Entscheidendste sei die Frage des Personals. "Es werden ganz dringend Fachkräfte gesucht, andererseits verlieren wir viele durch Abwanderung oder Abwerbung durch die alten Bundesländer, wo neue Kindertagesstätten erst im Entstehen sind ", sieht er die Problematik, die von Birgit Klemm unterstützt wird. Ihr geht es auch um die fachliche Qualifikation. Für Gera sind 120 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher vorgesehen. Ein Vorteil sei allerdings, dass in Gera selbst Fachkräfte ausgebildet werden, die auch ihr Praktikum zumeist in Geraer Einrichtungen absolvieren. "Es musste uns gelingen, sie auch in der Stadt zu halten, allerdings zwei Monatsmieten zahlen, wie das in München üblich ist, können wird nicht", überlegt sie.
Peter Metz stellte fest, dass sich derzeit 418 angehende Fachkräfte im letzten Ausbildungsjahr befinden. Sie sollen natürlich in Thüringen gehalten werden. Er appellierte in diesem Sinn auch an die Träger, alles zu tun, um den Fachkräften in ihren Einrichtungen gute Chancen zu bieten und sich auch über die Frage des Tarifs Gedanken zu machen. "Überleben Sie, was Ihnen die Erzieherinnen und Erzieher wert sind", warf er ein. "Gute Arbeit soll auch gut bezahlt werden", meinte Wolfgang Lemb, der sich auch darüber Gedanken macht, welches Bild der Beruf des Erziehers in Zukunft haben wird. Er könne sich auch vorstellen, dass die Arbeitsagentur geeignete Qualifizierungsmöglichkeiten für Berufseinsteiger ins Leben ruft. Die Geraer FD-Leiterin Birgit Klemm riet, mit der Berufsakademie Kontakt aufzunehmen, um die Ausbildung zu unterstützen.
Wenn auch die Frage des Mehr-Personals im Mittelpunkt stand, so interessierten sich die Podiumsgäste auch dafür, wie zum Beispiel die Förderung für Kinder mit Behinderung aussehen soll und ob es auch dafür Personal gäbe. Einen Ergotherapeuten wünschte sich Lars Eisert-Bagemihl für Jena-Lobeda. Letztendlich sei das immer eine Frage des Geldes, brachte es Karin Senf auf den Punkt.

( Helga Schubert, 21.05.2010 )

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