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Ende einer fast fünfjährigen Odyssee

"Ich habe immer gesagt, ich glaube es erst dann, wenn die Bagger hier auf dem Schulhof stehen", so Reiner Hädrich, Schulleiter der Staatlichen Berufsbildenden Schule Technik in der Berliner Straße beim offiziellen Baustart für eines der modernsten Berufsschulzentren in Thüringen.
Seit gut fünf Jahren steht dieses Projekt auf der Agenda, doch durch politische Entscheidungen, auch vor Ort, immer wieder in Frage gestellt, bis dann im Vorjahr die Übergabe des Fördermittelbescheids erfolgte. "Für mich ist heute ein sehr bewegender Tag. Wir sind hingefallen und immer wieder aufgestanden. Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, wo wir nicht wieder hinfallen", zeigt sich Hädrich sichtlich erleichtert über das Ende einer Odyssee. Seit 19 Jahren als Schulleiter kennt er die Ecken und Kannten seiner Berufsschule mit den Standorten Berliner- und Franz-Mehring-Straße. Dennoch, auch nach dieser Zeit, so meint er scherzhaft, kann er doch noch einigermaßen gerade laufen. Die mit der Sanierung und dem Umzug in die ehemalige 12. Regelschule nach Bieblach Ost auf Lehrer, Auszubildende sowie Schüler zukommenden Unannehmlichkeiten, nimmt der Schulleiter gern in Kauf, kennt er doch das fertige Projekt mit der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Bergbauschule, der Plattenbauschule der Berufsbildenden Schule sowie dem "Sahnehäubchen", wie er das neu entstehende moderne Werkstatt- und Laborgebäude für die Kfz-Ausbildung, auf dem Terrain der alten Tinzer Schwimmhalle, bezeichnet.
Bis 2011 soll so auf einer Fläche von 21.000m2 eine der attraktivsten Bildungseinrichtungen Thüringens entstehen. In die Verbesserung der Schul- und Lernbedingungen für die rund 1.300 Berufsschüler und gut 70 Lehrkräfte werden rund 10,8 Millionen Euro investiert, darunter 6,69 Millionen Euro aus dem Fördertopf des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Nach dem Bau-Startschuss, durch den ersten symbolischen Baggerschub von OB Dr. Norbert Vornehm, sollen nun die Umbauarbeiten rasch vorankommen. "Wir beginnen jetzt mit der Erschließung des Geländes, mit Tiefbau- und Rohrverlegungsarbeiten sowie mit dem Anlegen einer Baustraße. Parallel dazu wird die Technik in der alten Schwimmhalle demontiert", so Ralf Schekira, einst selbst Schüler in der damaligen Wismut-Berufsschule und heute Geschäftsführer der "Elstertal" infraprojekt, die sich für den Ablauf der Sanierung, des Umbaus sowie Neubaus verantwortlich zeichnet.
Der gesamte Schulkomplex wird barrierefrei umgebaut und unter dem Aspekt der Energieeinsparung saniert. Für die frühere Bergbauschule steht eine Modernisierung unter Beachtung der Denkmalpflege. Dabei ist vorgesehen, die bauliche Substanz und die Architektur des Bauwerkes aus den 50er Jahren zu erhalten. Im Rahmen der Arbeiten werden u.a. Fassade, Elektroinstallation, Datennetz und Sanitäranlagen erneuert. Künftig finden die Auszubildenden für den Schulbereich Metalltechnik im Haus eine Aula, moderne Pausenbereiche, eine Bibliothek, 13 Unterrichts- sowie drei Fachunterrichtsräume. Im bisherigen Schulgebäude in der Berliner Straße ist die Modernisierung der Fassade, von Dach, Fenstern, Türen, Fußböden und Elektroinstallation geplant. In 19 modernen Unterrichts- und acht Fachunterrichtsräumen lernen dort künftig Auszubildende der Berufsfelder Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik und in den Bildungsgängen Fachoberschule und Berufsfachschule. Beide Gebäude erhalten je einen Aufzug. Für die Ausstattung der Schulgebäude stehen insgesamt 1,9 Millionen Euro zur Verfügung. Neu entstehen auch die Freiflächen. Dort sind Pausenbereiche und Grünflächen sowie auch über 90 Parkplätze für die Berufsschüler vorgesehen. Sie kommen aus dem gesamten Ostthüringer Raum und darüber hinaus. Die modern ausgestattete Bildungseinrichtung mit Fachunterrichtsräumen, Werkstätten und Laboren ermöglicht Schülern in 20 technischen Berufen wie Kraftfahrzeugmechatroniker, Gießereimechaniker, Metallbauer, Elektroniker und Berufskraftfahrer eine hochqualifizierte Ausbildung.
Das jetzt noch für den Unterricht genutzte Gebäude in der Franz-Mehring-Straße wird nach der Fertigstellung des Berufsschulzenturms frei gezogen.
Das der Termin der Fertigstellung noch mit einem Fragezeichen versehen sein kann, darauf verwies der Rathauschef am Tag des Baustarts. An die Adresse der Stadträte gerichtet, ließ er durchblicken, dass ein sich verweigern zum Haushalt am 20. Mai im Stadtrat der Umbau noch zum einstürzen gebracht werden kann.

( Reinhard Schulze, 17.05.2010 )

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