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Den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung

Genau 65 Jahre danach, also am 8. Mai 2010, als sich die bedingungslose Kapitulation Deutschlands erneut jährte, weihten die Vereinsmitglieder der Großensteiner Schützen mit zahlreichen Bewohnern ein Mahnmal ein. Ein Denkmal für die Gefallenen des 2. Weltkrieges.
Zehn Jahre planten die Initiatoren an der Realisierung eines Denkmals für die Opfer. "Es lag uns sehr viel an der Neugestaltung des Denkmals, welches nun neben dem Stein für die Opfer des Ersten Weltkrieges seinen Platz gefunden hat. Es ist weniger ein Denkmal, sondern vielmehr ein Mahnmal gegen Krieg und Mißbrauch", so der Vereinsvorsitzender Bodo Richter.
In zwei Lettern sind 30 Namen versehen. Sie erzählen Ortsgeschichte und bürgen viel Leid. "Hinter jedem Namen steht ein persönliches Schicksal. Es liegt an uns, sich in diese Schicksale zu vertiefen und hineinzuhorchen. Die Namen sind nicht stumm. Sie wollen uns mahnen. Sie wollen uns öffnen zu einem Dialog mit der Vergangenheit und uns sensibel machen für die Gegenwart, als auch die Zukunft", verweist Richter auf die Aktualität klagt gleichzeitig über die Unvernunft von heute. Denn auch heute sind nach wie vor junge Menschen im Krieg.
Die Gefallenen hinterlassen ein großes Loch, sei es als Ehemann, Vater, Sohn oder Bruder. "So war das Leben nach dem Krieg für viele weniger wertvoll als zuvor. Und ein heute 80-Jähriger wird sich auch jetzt noch an die einschneidenden Erlebnisse von vor 65 Jahren erinnern", so Bürgermeister Dr. Ulrich Tröger.
Gut 8.000 Euro wurden durch den Schützenverein, die Gemeinde und zahlreiche private Spenden gemeinschaftlich investiert, um an die Grausamkeiten jener Zeit zu erinnern. "Doch damit nicht genug. In einem handgeschriebenen Buch sollen in der kommenden Zeit die persönlichen Schicksale, derer niedergeschrieben werden, die derzeit nur mit einem Namen in Stein gehauen sind", verweist Richter auf die künftige Aufarbeitung. "Die Geschichte lehrt uns, dass jede gegenwärtige Kriegssituation im Zuge der rückwirkenden Betrachtung immer an Bedeutung verliert, jedoch den Schrecken des Todes und des Elends fortwährend hinterlässt."

( Fanny Zölsmann, 17.05.2010 )

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