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Neuer "Dix" für Gera

Gera (NG). Ein außerordentliches Werk von Otto Dix (1891-1969) bereichert die Kunstsammlung der Stadt Gera. Dabei handelt es sich um das 1945 in französischer Kriegsgefangenschaft entstandene Ölgemälde "Die Heilung des Blinden (Christus als Arzt)", das im Geraer Geburtshaus des Künstlers erstmals öffentlich ausgestellt wird. Das aus dem Besitz des Mediziners Dr. Lambert Heussen (1905-2001) stammende Bild wurde durch dessen Tochter Beatrix Todt im Beisein von Familienangehörigen als Dauerleihgabe in Gera übergeben.
Als einstiger Bataillonsarzt im Badener Land wurde Dr. Heussen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges 1945 im französischen Gefangenenlager in Logelbach interniert und wirkte dort als deutscher Lagerarzt. Auch Otto Dix kam wenige Wochen später als Gefangener in dasselbe Lager. "Es gibt immer noch einige Aspekte in der wechselvollen Biografie von Otto Dix, die in der Kunstgeschichtsschreibung bislang wenig Beachtung gefunden haben. Dazu gehört die Zeit seiner französischen Kriegsgefangenschaft in Colmar", sagte Holger Peter Saupe, Leiter der Geraer Kunstsammlung, die mit rund 450 Werken des großen Realisten einen der größten Dix-Bestände in öffentlicher Hand bewahrt.
Das erschütternde Erlebnis von Freiheitsentzug und die katastrophalen Hygiene- und Verpflegungsbedingungen im Gefangenenlager bestimmten für Dix die ersten Wochen. Er wurde zunächst in eine Malerkolonne versetzt, bekam besseres Essen, musste für eine Werbekampagne eine Reihe von General de Gaulle-Bildern machen und erledigte Auftragsarbeiten von Verwandten und Bekannten des Lagerleiters. "Dix entkam so der fürchterlichen Hungersnot des Lagers", notierte der Arzt Dr. Heussen in seinen Erinnerungen.
Dix erfüllte allen Ärzten des Lagers auf Bitten einen Bilderwunsch und fragte im November/Dezember 1945 auch Dr. Heussen nach seinen Vorstellungen. "Er kannte meine Einstellung, und ich bat ihn mir ein Bild zu malen ‚Christus als Arzt’. Alles andere wollte ich ihm, dem weltberühmten Maler, selbst überlassen", erinnerte sich der Arzt 1984. "Das eindrucksvolle Gemälde ist nicht nur ein bedeutendes Dokument aus dieser Zeit, sondern zugleich auch ein existentielles Bekenntnisbild von Dix, das sich wunderbar in unsere Sammlung einfügt", betonte Saupe.

( 23.04.2010 )

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