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Radfahrerparcours mit Kreisverkehr

Ein Standort und zwei Gründe zur Freude für Geras OB Dr. Norbert Vornehm. Zum einen wurde nach sechsjährigem Provisorium im ehemaligen Albert-Schweitzer-Gymnasium auf den Tag genau die neue Jugendverkehrsschule in der Saalfelder Straße, gegenüber der Wilhelm-Busch-Grundschule eingeweiht, zum anderen wurde mit der Übergabe des Verkehrsparcours die Erste Maßnahme des Schulbauprogramms in der Stadt realisiert.
Im Zusammenhang mit der BUGA musste die Jugendverkehrsschule aus dem Areal des Stadions im Hofwiesenpark weichen. Seit längerem schon suchte die Polizei nach einer Alternative. "Wir können als Polizei Sicherheit einfordern. Wir wissen aber auch, dass dies Geld kostet", so Geras Polizeidirektor André Röder. Dass es in den vergangenen Jahren auf Geras Schulwegen keine Unfälle gab, sieht der Polizeichef als erfreuliches Resultat der Verkehrserziehung. Da konnten die Erstklässler aus der Busch-Grundschule mit Recht singen "Mein Weg zur Schule ist nicht schwer...".
"Anhalten. Fuß von der Pedale. Aufgepasst, die Ampel ist rot". Mit strengem Blick, lässt Polizeihauptmeisterin Monika Zacke ihre Blicke schweifen, selbst den kleinsten Fehler registriert sie und keiner der Schüler wagt ihr zu widersprechen. Gemeinsam mit Polizeihauptmeister Michael Pietzschke vermittelt sie den Schülern das richtige Verhalten im Straßenverkehr, wenn sie mit ihren Fahrrädern unterwegs sind. Geübt wird das sicher Anfahren und Anhalten, das Anzeigen der Fahrtrichtung, das Verhalten bei mehreren Fahrspuren, an einer Ampel und im Kreisverkehr, dem Novum der Jugendverkehrsschule.
Neben dem Kreisverkehr gibt es jede Menge Verkehrsschilder, eine Straßenkreuzung mit Ampelanlage und grünem Blechpfeil, einem Fußgängerüberweg sowie verschiedene Straßenverläufe mit unterschiedlichen Vorfahrtssituationen. 30 Fahrräder stehen bereit. Perfekter geht’s nicht, um Kinder in einem lebensnahen Schonraum auf den Weg zur Schule vorzubereiten.
Die Theorie wird von den Lehrern der Grund- bzw. Förderschule in der jeweiligen Schule vermittelt. Zum Abschluss absolvieren die Mädchen und Jungen eine theoretische und praktische Prüfung. Dazu füllen sie einen Fragebogen aus. Von 40 möglichen Fragen müssen 30 richtig beantwortet werden. Dabei geht es u.a. um ein sicheres Fahrrad, um Verkehrsregeln und das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Wer gut aufgepasst hat, auf den wartet der Fahrradpass. Seit 1992 legen die Geraer Viertklässler jährlich ihre Radfahrprüfungen ab. In diesem Jahr werden es gut 700 sein.
Die Jugendverkehrsschule erstreckt sich auf einer ca. 4.000 m2 großen Fläche. Die Stadt investierte rund 220.000 Euro. Dazu kommen die Kosten von insgesamt 165.000 Euro für Abrissarbeiten der früheren Förderschule - 50 Prozent davon wurden durch den Freistaat gefördert. Die so investierten 385.000 Euro sieht Benno Lemke, Vorsitzender der Landesverkehrswacht Thüringen e.V. als gut angelegt, um die Schwächsten vorzubereiten auf eine Welt, die immer mehr geprägt ist von Mobilität.
Im September 2009 begannen am Standort Saalfelder Straße die Arbeiten mit dem Abbruch des Förderzentrums und der Errichtung des Funktionsgebäudes. Der rund 3.800 Quadratmeter große Fahrparcours wurde so geplant, dass weitgehend der Baumbestand erhalten blieb und nur neun Ersatzpflanzungen notwendig wurden. Am Rande laden Bänke zum Verschnaufen ein und es gibt einen überdachten Fahrradständer.
Ideale Bedingungen bietet die Landesverkehrsschule für die gegenüberliegende Busch-Grundschule. Doch so ganz glücklich ist Schulleiterin Petra Böhme nicht. So wird die Nutzung der Toiletten durch die Mädchen und Jungen, die auf dem Parcours ihre Runde drehen, etwas Unruhe in die schule bringen.

( Reinhard Schulze, 23.04.2010 )

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