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Symbiose aus Körper und Geist



"Spiritueller Tourismus", "touristisches Pilgern": Schlagworte, die Tourismusexperten immer häufiger verwenden und dem Reisenden immer öfter beim Stöbern durch die Angebotslandschaft ins Auge fallen.
Was genau steckt dahinter? Ein neuer Trend? Nur ein weiterer Verkaufsschlager? Verspricht es Ruhe, Erholung und spirituelle Selbstfindung in der kapitalistischen und gestressten Gesellschaft? Oder aber ist das religiöse Reisen eine weitere moderne Gattung in der mannigfaltigen Angebotswelt der Tourismusbranche?
Laut Definition ist Tourismus, bis 1980 noch als Fremdenverkehr deklariert, die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächlicher, dauernder Wohn- noch Arbeitsort ist. Demnach gilt Pilgern als Reise und Reisen ist Tourismus.
Genau das haben sich auch die Ideengeber "Pilgern am Elster-Radweg von Gera nach Greiz und nach Bad Köstritz" gedacht und wollen mit diesem Aspekt neue Akzente im regionalen Tourismus setzen.
Auch wenn der Jakobsweg in Spanien eine weit größere spirituelle Reise ermöglicht und den Ursprung des Pilgerns, Sündenablass zu erhalten, in sich trägt, so ist die moderne Form des Pilgerns Lebens- und Selbstfindung. Diese Form der Buße ist nun auch in der Region möglich. "Bereits 30 Prozent aller Bürger sind an christlichen Reisethemen interessiert. Auch wenn Pilgern gerade modern ist und die Branche damit eine gewinnbringende Nische entdeckt hat, so gilt für den Deutschen Geborgenheit als eines seiner Hauptbedürfnisse, die er scheinbar u.a. im Pilgern wiederfindet", erklärte Dr. Christian Antz, Ministerium für Wirtschaft und Arbeit Sachsen-Anhalt die Bedeutung des spirituellen Tourismus.
Rund 25 Vertreter der Kirchen, des Tourismus, des Gastgewerbes und der Kultur haben sich in einem ersten Expertengespräch zusammen gefunden, um gemeinsame Interessen zu finden und so das Pilgern in Ostthüringen zu etablieren. Die Plattform für solche Gespräche bietet "food fun fitness", - Unvergessliches in Thüringen, ein vom Wirtschaftsministeriums gefördertes Projekt.
"Wir wollen uns einfach die vorhandenen Bausubstanzen, die Kirchen und die Infrastruktur, den Radweg, der seit der BUGA in einem hervorragenden Zustand ist, zu eigen machen, um den Tourismus in unserer Region zu stärken", bekräftigte Karin Oberreuther und hofft auf eine erfolgreiche Umsetzung der Idee. "Gera soll nun Ausgangspunkt und Übernachtungsmöglichten bieten, um einen Tag nach Bad Köstritz und am anderen Tag nach Greiz pilgern zu können", ergänzte Catrin Ripka, vom ökumenischen Kirchenbauverein das neue Gemeinschaftsprojekt.
Aller Euphorie entgegen braucht diese Idee Zeit zu reifen, so wie auch das Pilgern seine Zeit braucht. 2011 werden die Beteiligten dann das neue Angebot "auf der größten Tourismusmesse, der ITB, in Berlin vorstellen", so Oberreuther.

( Fanny Zölsmann, 25.03.2010 )

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