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Kindern Ausweg aus der Not zeigen

"Leih mir dein Ohr, wenn mich niemand anderes hört, stell dich vor mich, wenn ich Angst habe. Mach die Tür auf, wenn ich nicht mehr weiß wohin. - Mit diesen Wünschen konnten in den letzten 20 Jahren viele Schutzbefohlene an den Kinderschutzverein "Schlupfwinkel und Sorgentelefon e.V." herantreten", sprach Sozialdezernentin Christiane Neudert zum feierlichen Empfang im Rathaus und würdigte jene unermüdliche, mutige, aufopfernde Arbeit.
Aber nicht nur sie wertete den Kinderschutz als wichtiger denn je. "Wir müssen in unserer Gesellschaft wieder ein Klima für Kinder schaffen, in dem sie nicht nur als Last unseres Geldbeutels gesehen werden", forderte Landtagspräsidentin Birgit Diezel. Bürgermeister Norbert Hein, Martina Reinhardt vom Sozialministerium, Reinhard Müller, Landtagsgeschäftsführer des Paritätischen und Heiko Höttermann von der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, dankten dem Geschäftsführer des Schlupfwinkels, Uwe Werner, für jenen beispielhaften, über Geras Grenzen hinaus wirkenden Kinderschutz und die wertvolle, aber vor allem nachhaltige Jugendhilfe.
"In der Regel begleiten wir Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 18 bis zu zwei Jahre in ihrem normalen Umfeld. Wir nehmen an ihrem Leben teil und gehen dort hin, wo sie sich aufhalten. Gemeinsam mit den Jugendlichen und deren Eltern zeigen wir ihnen ihre Stärken auf, finden Lösungen und versuchen dadurch die Probleme zu beheben. Man kann sagen, dass in 90 Prozent der Fälle die Kinder nicht wieder kommen. Sie verstehen sich wieder mit ihren Eltern und beenden ihre Schule", erzählt Gerhard König, der seit 2007 als Diplom-Sozialpädagoge in der 1997 eingeführten ambulanten Hilfe arbeitet. In den letzten drei Jahren begleitete er rund 30 Familien. Er half ihnen wieder den richtigen Weg zu finden, indem er bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen, Erziehungsfragen sowie in schulischen Angelegenheiten beratend zur Seite stand.
Doch leider reicht die ambulante Hilfe nicht immer aus, um Kindern einen Ausweg aus ihrer Notsituation zu gewähren. Rund 2.600 Schutzbefohlene wurden seit der Gründung 1990 in der Kinderschutzwohnung "Schlupfwinkel" untergebracht. "Bis zu neun Kinder finden in unserer Wohnung gleichzeitig Platz. Hier kommen sie her, wenn das Jugendamt die Kinder in Obhut genommen hat. Sie nehmen weiterhin ganz normal an ihrem Alltag teil", erklärt Teamleiter Henrik Bäuerle. Zwischen 14 Tagen und fünf Monaten leben die jungen Menschen im "Schlupfwinkel", bis Lösungsansätze für die Probleme gefunden wurden. Nicht alle sind seit der Gründung in ihre Familien zurückgekehrt.
Zudem wurde 1994 der Kinderschutzdienst eingeführt. Als spezielle Beratungsstelle für Jugendliche, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind, sorgt er sich in vollem Umfang um die Opfer. Waren es doch seitdem gut zwei Drittel der rund 970 hilfesuchenden Mädchen und Jungen, die neben psychischer und körperlicher auch sexuelle Gewalt erfuhren.
Neben der ambulanten Hilfe, der Kinderschutzwohnung und dem Kinderschutzdienst, können sich Hilfesuchende auch an das Sorgentelefon wenden, welches rund um die Uhr besetzt ist. In den 20 Jahren wurde es rund 58.500 Mal angewählt. Vor sechs Jahren erweiterte sich der Verein erneut um das Familienzentrum in Bieblach.

( Fanny Zölsmann, 04.03.2010 )

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