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Mit 90 noch so vital und vielsagend

Sie ist in die Jahre gekommen, doch für Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm ist sie immer noch so vital und vielsagend, die Geraer Volkshochschule, die ihr 90-jähriges Jubiläum feierte. Am 15. Dezember 1919 genehmigte der Stadtrat Reuß einen Antrag des Volksrates zur Gründung einer Stiftung "Volkshochschule Reuß", die dann am 7. März 1920 ihre Arbeit aufnahm. Seither erlebte die Geraer Volkshochschule eine wechselhafte Geschichte, an die mit einem Zeitstrahl, angebracht auf dem Weg vom Eingang zum Festsaal, erinnert wurde.
Vor allem das Erlernen der Sprachen macht die Volkshochschule so interessant für die Erwachsenen. So war es auch nicht ungewöhnlich, dass die Begrüßung zum 90-jährigen Schuljubiläum "in den Sprachen der Welt" erfolgte, wie es Egbert Heidel, Direktor der Volkshochschule Gera bei seiner Begrüßung der Mitarbeiter und Gäste, dass dann aber auf deutsch, formulierte.
In der Otto-Dix-Stadt ist die Volkshochschule längst zu einer guten Adresse für die Erwachsenenqualifizierung geworden. So werden pro Semester gegenwärtig rund 350 Kurse, Einzelveranstaltungen, Wochenendseminare und Studienfahrten angeboten. Die mehr als 6.000 Kursteilnehmer werden von ca. 150 Dozenten und fünf hauptamtlichen Mitarbeitern betreut.
Thüringen gilt als das Mutterland der Volkshochschulen in Deutschland, so Sylvia Kränke, Verbandsdirektorin des Thüringer Volkshochschulverbandes. Und gerade als das populärste Weiterbildungsinstitut für Erwachsene nimmt die Geraer Volkshochschule unter den über 50 derartigen Bildungseinrichtungen, die 1919 im Land Thüringen gegründet wurden, einen zentralen Platz ein. Mit Blick auf das Prinzip "lebenslanges Lernen" verfügt die Geraer Volkshochschule über ein solides Bildungsprogramm, welches aber auch künftig stetig weiterentwickelt wird. So sollen die Innovationen von rund 40 bis 50 Prozent je Semester beibehalten werden. Oberste Priorität dabei hat die Qualität, was aber eine quantitative Orientierung, wie im Bereich Gesundheit, nicht ausschließt. So zeigt sich Egbert Heidel zuversichtlich, kann er sich doch auf das Engagement durch zahlreiche Partner verlassen, die wie die Stadt mit derzeit jährlich 190.000 Euro und der Freistaat mit 110.000 Euro die Schule unterstützen.
Doch Geld allein macht es nicht, die Qualität der Bildung muss stimmen, was eben eine ständige Erweiterung des Lehrprogramms erfordert. Da lassen sich die Mitarbeiter um Egbert Heidel auch nicht unterkriegen wenn es mit dem Kurs "Bügeln für Männer" (noch!) keine Anmeldungen gab. Motivierend für immer neue Überlegungen sind auch die optimalen Lern- und Arbeitsbedingungen. Viele Jahre über die verschiedensten Einrichtungen verteilt, verfügt die Volkshochschule seit 1991 über ein eigenes Gebäude. Das 1887 errichtete Gebäude in der Talstraße 3, mit seiner wechselvollen Geschichte, wurde 2003/04 für rund 1,5 Millionen Euro aus Mitteln des europäischen Projekts URBAN II saniert.
Nun kann die Geraer Volkshochschule auf ein weiteres Highlight verweisen. Dass Schulen Namen führen ist nichts ungewöhnlich, doch bei Volkshochschulen, so Egbert Heidel, sei es noch nicht die Regel, was die Volkshochschule in Gera nicht daran hinderte auch hier mit zu den Vorreitern zu gehören. Feierlich wurde am Eingang der Geraer Volkshochschule eine Schild mit der Aufschrift: Geraer Volkshochschule "Aenne Biermann" enthüllt. "Der Name wird Verpflichtung sein für ein anspruchsvolles, inhaltlich breit gefächertes Kursangebot, insbesondere im künstlerisch-kulturellen Bereich und in der Medienarbeit", so Dr. Norbert Vornehm anlässlich der Namenverleihung. Die Familie Biermann hat Gera viele Jahrzehnte wirtschaftlich und künstlerisch geprägt. Aenne Biermann (1898-1933) lebte seit 1920 in Gera. Sie gilt noch heute als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Neuen Sachlichkeit in ihrem Metier und als eine der führenden deutschen Fotografen der 20er Jahre. Die Geraer Volkshochschule will so das künstlerische und humanitäre Erbe Aenne Biermanns bewahren und weiter tragen und dies mit dem Museum für Angewandte Kunst koordinieren, das bereits seit 1992 den Aenne-Biermann-Preis für Gegenwartsfotografie auslobt.
In einem Brief dankte der Sohn von Aenne Biermann für die Entscheidung, der Geraer Volkshochschule den Namen seiner Mutter zu verleihen. Der in Israel lebende Gersohn Biermann bedauerte es, nicht selbst bei der Namensgebung zugegen zu sein, ließ aber seine Glückwünsche, wie schon zuvor in einem Brief an Geras Oberbürgermeister, über Dr. med. Bernhard Gantenbein, einen Freund und Vertrauten der Familie Biermann, ausrichten.
Im Kontext der Festveranstaltung präsentierte die Geraer Volkshochschule zwei Ausstellungen. Die eine vereint Werke des Kursleiters Malerei/Grafik Hans-Jörg Waskowski, die andere Arbeiten der Teilnehmer des Fotokurses unter Leitung von Frank Rüdiger.

( Reinhard Schulze, 11.12.2009 )

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